Aufkleber gegen politische Gegner*innen in Wilmersdorf
In der Rüdesheimer Straße wurde ein Sticker eines extrem rechten Musiklabel entfernt. Er trug neben verschiedenen durchgestrichenen linken Grafiken die Aufschrift "Überklebt, Du Zecke!".
In der Rüdesheimer Straße wurde ein Sticker eines extrem rechten Musiklabel entfernt. Er trug neben verschiedenen durchgestrichenen linken Grafiken die Aufschrift "Überklebt, Du Zecke!".
An dem Schaukasten einer Jugendeinrichtung wurde ein verschwörungsideologischer Aufkleber entdeckt und entfernt, der LGBTIQ*-feindliche Inhalte verbreitete.
In der Max-Dohrn-Straße in Charlottenburg-Nord wurde ein rassistischer Aufkleber entdeckt und entfernt, der die sogenannte "Remigration" forderte.
Vor einem Spätkauf in der Fechnerstraße zeigten zwei betrunkene Männer gegenüber einer vorbeigehenden Person "Hitlergrüße". Die vorbeigehende Person führte diese Reaktion auf Rassismus zurück und konnte die Männer zur Rede stellen.
Am S-Bahnhof Halensee wurde ein Aufkleber der verschwörungsideologischen Reichsbürgergruppe "Ewiger Bund 1871" entdeckt. Die auf dem Aufkleber angegebene Website weist sowohl rassistische, als auch NS-verharmlosende Inhalte auf.
In der Sophie-Charlotten-Straße wurde ein Sticker von der Gruppierung "Deutsche Patrioten mit Migrationshintergrund" entdeckt und entfernt. Auf der Internetseite dieser Gruppierung wird das rassistische Konzept des Ethnopluralismus propagiert. Das Konzept stammt aus der Neuen Rechten und ersetzt das Wort "Rasse" durch "Kultur". Kulturen seien demnach gleichwertig und dürften nebeneinander existieren, doch eine Vermischung von Kulturen sei nicht gewünscht.
Im Gebäude A der Technischen Universität (TU) in Charlottenburg wurden mehrere, großflächige "Zecken töten"- und "Fuck Antifa"- Schmierereien innerhalb der Toilettenräumlichkeiten entdeckt und entfernt.
In der Schloßstraße in Charlottenburg wurde ein Sticker entdeckt und entfernt, der sich gegen politische Gegner*innen der extrem Rechten richtet, in dem er u. a. antifaschistische Gruppen mit dem Nationalsozialismus gleichsetzt.
Am S-Bahnhof Charlottenburg wurde eine Sticker des österreichischem TV-Senders "Auf1" entdeckt. Der Aufkleber nahm Bezug auf den Verschwörungsmythos des "Great Reset". The Great Reset (auf Deutsch: „der Große Neustart“) bezeichnet eine Verschwörungserzählung aus dem Spektrum der Corona-Skepsis, die auf der Vorstellung basiert, eine „globale Finanzelite“ hätte die Corona-Pandemie bewusst herbeigeführt, um die Welt nach ihren Vorstellungen zu lenken und umzugestalten. Der österreichische TV-Sender verbreitet unter anderem extrem rechte und verschwörungsideologische Inhalte.
Im S-Bahnhof Zoologischer Garten wurde ein Aufkleber entdeckt und entfernt, der sich mit den Worten "We hate Antifa" gegen politische Gegner*innen der extremen Rechten richtet.
Im Franz-Cornelsen-Weg wurde an dem Wochenende vom 27. bis zum 28. April 2025 zum vierten Mal eine Bank des Projekts "Rote Bänke" beschädigt. Aus der Aufschrift "Keine Gewalt gegen Frauen" wurde "Gewalt gegen Frauen" durch Schmierereien gemacht.
Die roten Bänke setzten im Bezirk ein sichtbares Zeichen gegen geschlechtsspezifische Gewalt, um das Thema aus der Tabuzone zu holen und die Gesellschaft zu sensibilisieren.
Ein Mann beleidigte seine Arbeitskollegin auf dem Weg zur Arbeit auf sexistische und rassistische Weise, u. a. nannte er sie "Fettarsch".
Die Betroffene berichtete, dass er sie in ähnlicher Weise und vor allem mehrmals rassistisch im Verlauf des letzten Jahres beleidigt hat. So kommentierte er ihren Akzent auf rassistische Weise und äußerte sich abwertend und pauschalisierend über Menschen, die er als nicht deutsch einordnete. In einigen Fällen des direkten Kontaktes mit ihr, wurde er bei solchen Äußerungen laut und wirkte bedrohlich. Der Arbeitgeber hat ihn nach dem letzten Vorfall vorerst von der Arbeit suspendiert, zudem erhielt er aufgrund der Vorfälle bereits Abmahnungen.
In der Mierendorffstraße in Charlottenburg wurden ein antimuslimisch-rassistischer Sticker entdeckt und entfernt.
Auf dem Heckerdamm in Charlottenburg-Nord wurden zwei Aufkleber eines extrem rechten Online-Versandhandels entdeckt. Darauf sind jeweils durchgestrichen die Symbole einer Regenbogenflagge, das Logo der Antifaschistischen Aktion und ein Hammer-und-Sichel-Symbol zu sehen. Der Aufkleber trägt den Schriftzug "Nein Danke".
In der Bernhardstraße in Wilmersdorf wurde ein LGBTIQ*-feindlicher Aufkleber der neonazistischen Kleinstpartei „Der III. Weg“ entdeckt. Er trägt den Wortlaut: „Deutsch bleiben statt Mainstream“ und im Hintergrund ist eine Regenbogenfahne zu sehen, die geschwärzt wird.
Auf der Brücke Hoher Bogen in Wilmersdorf wurde eine Hakenkreuz-Schmiererei entdeckt.
An einer Kasse in einem Supermarkt in der Nähe des S-Bahnhofs Halensee riss eine Frau einer anderen Frau die Gehhilfe weg. Ein Kunde unterstützte anschließend die Betroffene.
In der Sophie-Charlotten-Straße in Charlottenburg wurde ein Sticker eines extrem rechten Versandhandels gefunden und entfernt, der sich gegen politische Gegner*innen der extremen Rechten richtete.
In mehreren Briefkästen in der Schloßstraße in Charlottenburg wurden zwei verschiedene Flugblätter der neonazistischen Kleinstpartei "Der III. Weg" gefunden. Zudem wurde auf einem der Briefkästen ein Aufkleber mit dem Parteilogo entdeckt und entfernt. Eines der Flugblätter enthielt rassistische Erzählungen über Migration und Kriminalität. Das andere richtete sich gegen politische Gegner*innen der extremen Rechten.
Anwohner*innen vermuten, dass die Flugblätter verteilt wurden, um die Geschehnisse vom 12.04.25 rassistisch zu instrumentalisieren. Bei einem Streit im U-Bahnhof Sophie-Charlotte-Platz wurde ein Mann tödlich niedergestochen. Der mutmaßliche Täter kam aus Syrien. Bei einem Fluchtversuch schoss die Polizei auf ihn und verletzte ihn tödlich. Diese Vermutung der Anwohner*innen bestätigte sich einige Tage später anhand von Onlinebeiträgen der Kleinstpartei.
In der Rüdesheimer Straße wurde ein Aufkleber so abgeändert, dass er unter anderem eine LGBTIQ*-feindliche Aussage enthält. Der Aufkleber wurde entfernt.
In der Emserstraße in Wilmersdorf wurde ein Banner einer Schule zerstört, das durch ein Regenbogen-Layout Vielfalt repräsentierte.
Am S-Bahnhof Jungfernheide in Charlottenburg-Nord wurde beobachtet, wie ein Mann "SS" in eine Wand ritzte.
Drei Männer äußerten sich an einem Spätkauf gegenüber zwei BiPoC-Männern lautstark und aggressiv. Einer von ihnen forderte sie laut auf, „ihren Müll wegzuräumen“, ein kleines Stück Papier, dass die beiden dann wegräumten.
Eine Frau, die das Verhalten der drei Männer kritisierte, wurde von den Männern ebenfalls beleidigt. Ein weiterer Gast, der sie unterstützte und dabei mit leichtem Akzent sprach, wurde mit „Sag das auf Deutsch!“ von einem der Männer angegangen. Zudem beleidigte einer von ihnen die Anwesenden erneut mit den Worten „Ihr Schweine“ beim Verlassen des Ortes etwas später.
Das Verhalten der drei Männer wirkte auf die anderen Gäste des Spätkaufs einschüchternd. Kaum eine Person traute sich etwas dagegenzusagen. Als die drei Männer weg waren, gab es aber viel Zuspruch für die Frau, die eingeschritten war.
Ein "AfD"-Politiker veröffentlichte auf verschiedenen Social-Media-Kanälen ein Video zu einer tödlichen Gewalttat am 12.04.2025 am Sophie-Charlotte-Platz. In dem Video werden Narrative bedient, die rassistischen und geflüchtetenfeindlichen Erzählungen folgen. Dabei wird ein Feinbild geschaffen, dass sich pauschalisierend gegen geflüchtete Syrer*innen richtet.
In der Kantstraße, Nähe U-Bahnhof Wilmersdorfer Straße, wurden mehrere verschwörungsideologische Aufkleber entdeckt, die NS-Verbrechen relativierten.
Zwischen den Bahnhöfen der U7 Adenauerplatz und Richard-Wagner-Platz beleidigte ein Mann mehrere Frauen, die Kopftuch trugen, antimuslimisch rassistisch und sexistisch.
In der Nehringstraße wurde ein Sticker entdeckt und entfernt, der sich mit der Aufschrift "FCK ANTIFA" gegen politische Gegner*innen der extremen Rechten richtete.
In der Friedbergstraße in Charlottenburg wurden eine Frau, die eine Kette mit einem Davidstern trug, und ein Mann von zwei Unbekannten antisemitisch beleidigt. Später wurde der Mann auch angegriffen, als er versuchte, die Beleidigungen zu filmen.
Die Tür eines Nachbarschaftshauses am Mierendorffplatz in Charlottenburg wurde großflächig u. a. mit SS-Runen sowie menschlichem Kot beschmiert.
In der Bezirksverordnetenversammlung brachte die AfD-Fraktion den Antrag ein, den Aufgabenbereich des Beauftragten für Integration und Partizipation um die Funktion eines sogenannten „Remigrationsbeauftragten“ zu erweitern.
In der begleitenden Rede wurde Migration wiederholt als „Katastrophe“ bezeichnet, Deutschland durch Migration als „vergewaltigtes Land“ dargestellt, behauptet, die Sozialsysteme würden durch Migration „zur Plünderung freigegeben“ und gefordert, dass „Remigration“ Abhilfe schaffen solle.
Der Begriff „Remigration“ wird in extrem rechten Diskursen als Chiffre für die massenhafte Ausweisung oder Abschiebung von Menschen mit Migrationsgeschichte genutzt, auch unabhängig von deren Staatsbürgerschaft. Damit richtet sich der Antrag gegen die gleichberechtigte Zugehörigkeit von Migrant*innen und ihren Nachkommen und kann als rassistisch eingeordnet werden. Zwar argumentierte die "AfD", dass sie unter dem Begriff etwas Anderes verstehe und diese Forderung mit demokratischen Werten vereinbar sei, doch ändert dies nichts an seiner Bedeutung und Verbreitung im extrem rechten Diskurs. Die positive Umdeutung des Begriffs dient dazu, extrem rechte Konzepte zu normalisieren.
In einer Gegenrede bezeichnete ein Vertreter der FDP-Fraktion die Forderung „schlicht“ als „Fremdenhass“ und „Ausgrenzung“.
In der Sigmaringer Straße in Wilmersdorf wurde ein Aufkleber eines extrem rechten Online-Versandhandels entdeckt. Darauf steht "Deutsche Jugend voran!" und es ist eine Person mit einer schwarz-rot-goldenen Hasskappe abgebildet.
Am Klausnerplatz in Charlottenburg wurde ein Aufkleber eines extrem rechten Online-Versandhandels entdeckt. Darauf steht "Deutsche Jugend voran!" und es ist eine Person mit einer schwarz-rot-goldenen Hasskappe abgebildet.
In der Jebsenstraße wurden an einem Zaun verschiedenste NS-verherrlichende Schmierereien entdeckt, unter anderem "SS", "Sieg Heil", der neonazistische Zahlencode "88", "Ein Volk, ein Reich, ein Führer".
Bei einem Gespräch zwischen zwei Nachbar*innen über Müll im Hof äußerte sich einer der beiden rassistisch und meinte zudem, Ausländer müssten erschossen werden.
Am Hohenzollerndamm in Wilmersdorf wurde ein Aufkleber entdeckt und entfernt, der sich diffamierend gegen antifaschistisch Engagierte richtete.
Bei einer propalästinensischen Demonstration in Schmargendorf vor der israelischen Botschaft wurden antisemitische Sprechchöre gerufen, wie beispielsweise „Falasteen arabiya“ („Palästina ist arabisch“), womit Israel das Existenzrecht aberkannt wird.
Zudem wurde auch in einem Redebeitrag Israel offen das Existenzrecht abgesprochen und zu einem geeinten arabischen Dschihad gegen Israel aufgerufen, was als antisemitisch eingeordnet werden kann.
Am Rande der Demonstration wurden laut Polizeibericht auch Pressevertretende bedrängt, was durch Ordner*innen unterbunden werden konnte.
Am Rüdesheimer Platz in Wilmerdorf wurde ein Aufkleber eines extrem rechten Onlinehandels entdeckt.
In der Christstraße in Charlottenburg wurde ein Aufkleber entdeckt, der sich gegen politische Gegner*innen der extremen Rechten richtet, er titelte: "Wir sind Antifa. Schon unsere Großeltern waren Geschwister". Es handelt sich dabei um eine ableistische Beleidigung, die Antifa als "behindert" diffamiert.
Im Rahmen einer Spontankundgebung in der Nähe des Europacenters in Charlottenburg, in der es u. a. zu antisemitischen Rufen kam, wurden mehrere Journalist*innen als "Scheiß Zionisten" beleidigt. Die Bezeichnung "Zionisten" wird häufig als Code für Juden*Jüdinnen verwendet.
Bei einer spontanen Kundgebung in der Nähe des Europacenters in Charlottenburg wurden mehrere antisemitische Parolen gerufen. Mit „There is only one state, Palestine ’48“ wurde die Auslöschung Israels gefordert und damit das Existenzrecht des jüdischen Staates bestritten. Der Ruf „There is only one solution, Intifada revolution“ verherrlichte zudem Gewalt gegen Israel und Jüdinnen*Juden. Darüber hinaus wurde Zionismus als „Crime“ und Ursache allen Übels diffamiert . Die ist eine häufig genutzte Umwegkommunikation, die Jüdinnen*Juden sowie Israel pauschal delegitimieren und dämonisieren soll.
An einem Parkscheinautomaten in der Zillestraße in Charlottenburg wurde u. a. eine israelbezogene antisemitische Schmiererei mit dem Schriftzug "Israel = Nazi" entdeckt. Der Vergleich Israels mit dem nationalsozialistischen Deutschland verharmlost die Verbrechen des Holocausts und dämonisiert Israel.
Am Klausnerplatz in Charlottenburg wurde ein Sticker entdeckt und entfernt, der sich mit der Aufschrift "FCK ANTIFA" gegen politische Gegner*innen der extremen Rechten richtete.
Ein Mann bedrohte und beleidigte einen Mitarbeiter einer kirchlichen Einrichtung in Charlottenburg schwulenfeindlich. Zudem randalierte er in der Einrichtung. Noch auf dem Weg in ein Polizeigewahrsam äußerte er schwulenfeindliche Beleidigungen.
Im Güntzelkiez in Wilmersdorf wurden Hakenkreuze und in einem Fall auch SS-Runen in mehrere Autos geritzt.
In der Neufertstraße in Charlottenburg wurde ein Sticker entdeckt und entfernt, der sich mit der Aufschrift "FCK ANTIFA" gegen politische Gegner*innen der extremen Rechten richtete.
Eine Frau wurde im Bus M19 auf Höhe der Joachim-Friedrich-Straße von einer anderen Frau behindertenfeindlich beleidigt.
Die Frau saß mit ihrem Rollator auf einem Platz für Menschen mit Behinderung als die andere Frau anfing, sie aufzufordern, aufzustehen und sie behindertenfeindlich zu beleidigen. Auch nach Erklärungen, warum sie diesen Platz braucht, hörte die Frau nicht auf, sie zu beleidigen und den Sitzplatz einzufordern.
Am Rüdesheimer Platz in Wilmersdorf wurde einer Sticker von der Gruppierung "Deutsche Patrioten mit Migrationshintergrund" entdeckt und entfernt. Auf der Internetseite dieser Gruppierung wird das Konzept des Ethnopluralismus propagiert. Das Konzept stammt aus der Neuen Rechten und ersetzt das Wort "Rasse" durch "Kultur". Kulturen seien demnach gleichwertig und dürfen nebeneinander existieren, doch eine Vermischung von Kulturen sei nicht gewünscht.
Im Bus M19 in Halensee wurde eine Busfahrerin, die einem Mann in einem Rollstuhl in den Bus half, von einem anderen Mann laut beschimpft u. a. mit den Worten, sie solle schneller machen. Die Beschimpfung richtete sich gegen die Maßnahme der Barrierfreiheit und vermittelt Betroffenen, sie seien eine Belastung für die Gesellschaft. Daher ist sie als behindertenfeindlich einzuordnen.
An einem Briefkasten in der Nähe des Bahnhofs Zoologischer Garten wurde ein verschwörungsideologischer Aufkleber entdeckt, der NS-Verbrechen relativierte.
Zwei Reporter des rechtspopulistischen Medienportals "NIUS" störten eine Veranstaltung im Rahmen der "Aktionswochen gegen Rassismus" in Wilmersdorf. Ohne sich als Presse auszuweisen oder das Personal an der Theke zu informieren, gingen sie direkt auf den Veranstalter zu und filmten das Angebot.
Begleitend zu den Aktionswochen gegen Rassismus veröffentlichte "NIUS" verschiedene diffamierende Beiträge über die Aktionswochen.
Der Vorfall reiht sich in eine Kampagne der lokalen "AfD"-Fraktion und rechter Medien gegen die jährlich stattfindenden "Aktionswochen gegen Rassismus" ein. Die Kampagne versucht die Aktionswochen und Engagement gegen Rassismus zu delegitimieren und die beteiligten zivilgesellschaftlichen Akteur*innen einzuschüchtern.
Bereits im vergangenen Jahr gab es Störungen bei Veranstaltungen der "Aktionswochen gegen Rassismus"im Bezirk.