Lichtenberger Registerbericht 2025 veröffentlicht
Das Lichtenberger Register dokumentierte 2025 insgesamt 891 extrem rechte und diskriminierende Vorfälle. Die Broschüre stellt die Ergebnisse für den Bezirk Lichtenberg vor.
Lichtenberg ist seit über 30 Jahren ein Bezirk mit einer aktiven und organisierten extrem rechten Szene. Diese konnte in den letzten Jahren durch zivilgesellschaftliches Engagement, antifaschistische Strukturen und Problem-bewusstes Handeln der Lokalpolitik zurückgedrängt werden.
Register Lichtenberg
pad gGmbH
Einbecker Straße 85
10315 Berlin
Das Lichtenberger Register dokumentierte 2025 insgesamt 891 extrem rechte und diskriminierende Vorfälle. Die Broschüre stellt die Ergebnisse für den Bezirk Lichtenberg vor.
An dieser Stelle führen wir alle uns im Jahr 2025 in Lichtenberg bekannt gewordenen und dokumentierten Angriffe in einer Gesamtübersicht auf. Die Zahl der Angriffe ist 2025 weiter angestiegen auf 39 (2024: 32, 2023: 19).
Nachdem sich im Sommer 2024 bundesweit, eine neue extrem rechte Jugendkultur entwickelt und etabliert hat, waren viele Akteur*innen aus Politik und Zivilgesellschaft voller Sorge, wie sich dieses Milieu aus extrem rechten und rechtsaffinen Jugendgruppen in diesem Jahr entwickeln würde und ob wir eine neue Welle extrem rechter Gewalt zu erwarten haben. Auch wenn die schlimmsten Befürchtungen zum Glück in Berlin nicht eingetreten sind, so hat es doch einige interessante Entwicklungen in der extrem rechten Szene gegeben, welche in diesem Text näher beleuchtet werden sollen.
Im ersten Halbjahr 2025 dokumentierte das Lichtenberger Register 476 Vorfälle (Stand: 28. Juli 2025) Dies bedeutet einen starken Zuwachs – nahezu eine Verdopplung der Zahlen - im Vergleich zum Vorjahr (1. Halbjahr 2023: 256 Vorfälle, 1. Halbjahr 2024: 286 Vorfälle).
In der Paul-Junius-Straße Ecke Alfred-Jung-Straße und im Fennpfuhlpark wurden mehrere Aufbkleber aus einem einschlägig bekannten Neonazi-Versand gefunden und entfernt. Auf den rassistischen, NS-verherrlichenden und gegen politische Gegner*innen der extremen Rechten gerichteten Motiven waren folgende Propagandaparolen zu lesen: "Defend europe", "Deutsches Reichsgebiet" um…
Auf dem Anton-Saefkow-Platz wurde ein Aufkleber von den "Jungen Nationalisten Dortmund", der Jugendorganisation der ehemaligen NPD, inzwischen "Die Heimat", entdeckt und entfernt. Auf dem Aufkleber war in Schwarz-Weiß-Rot der Slogan "Döp dödö döp" abgebildet - eine Anspielung auf den Gigi d'Agostino Song „L’amour toujours“ (Sylt-Song), der im Sommer 2024 mit einer verfre…
Am Tierpark wurde ein Aufkleber der „Nationalrevolutionären Jugend“ (NRJ) entdeckt und entfernt. Es handelt sich um die Jugendorganisation der Neonazi-Partei „Der III. Weg“. Auf dem Motiv stand die Parole "Vaterland - Erbe und Schicksaal" und es wurde Internetwerbung für die "NRJ" darauf abgebildet.
Auch in der Massower Straße Ecke Am Tierpar…
An der Tramhaltestelle Frankfurter Allee wurde ein extrem rechter Aufkleber mit dem rassistischen Slogan "Remigration? Na klar!" gefunden und entfernt.