Lichtenberger Registerbericht 2025 veröffentlicht
Das Lichtenberger Register dokumentierte 2025 insgesamt 891 extrem rechte und diskriminierende Vorfälle. Die Broschüre stellt die Ergebnisse für den Bezirk Lichtenberg vor.
Das Lichtenberger Register dokumentierte 2025 insgesamt 891 extrem rechte und diskriminierende Vorfälle. Die Broschüre stellt die Ergebnisse für den Bezirk Lichtenberg vor.
An dieser Stelle führen wir alle uns im Jahr 2025 in Lichtenberg bekannt gewordenen und dokumentierten Angriffe in einer Gesamtübersicht auf. Die Zahl der Angriffe ist 2025 weiter angestiegen auf 39 (2024: 32, 2023: 19).
Nachdem sich im Sommer 2024 bundesweit, eine neue extrem rechte Jugendkultur entwickelt und etabliert hat, waren viele Akteur*innen aus Politik und Zivilgesellschaft voller Sorge, wie sich dieses Milieu aus extrem rechten und rechtsaffinen Jugendgruppen in diesem Jahr entwickeln würde und ob wir eine neue Welle extrem rechter Gewalt zu erwarten haben. Auch wenn die schlimmsten Befürchtungen zum Glück in Berlin nicht eingetreten sind, so hat es doch einige interessante Entwicklungen in der extrem rechten Szene gegeben, welche in diesem Text näher beleuchtet werden sollen.
Im ersten Halbjahr 2025 dokumentierte das Lichtenberger Register 476 Vorfälle (Stand: 28. Juli 2025) Dies bedeutet einen starken Zuwachs – nahezu eine Verdopplung der Zahlen - im Vergleich zum Vorjahr (1. Halbjahr 2023: 256 Vorfälle, 1. Halbjahr 2024: 286 Vorfälle).
Erstarkende neonazistische Jugendkultur, Einschüchterungsversuche gegen Jugendfreizeiteinrichtungen und steigende rassistische Übergriffe
In Lichtenberg tauchen immer wieder Aufkleber oder Graffiti auf, die diskriminierende oder extrem rechte Botschaften verbreiten. Oft ist solche Propaganda auf den ersten Blick nicht eindeutig zu erkennen. Diese Broschüre soll dabei helfen, Zeichen und Symbole zu identifizieren, ihre Bedeutung zu verstehen und gegen Hass und Hetze vorzugehen. ...
Im Juni dieses Jahres wurden in der Nacht wiederholt Steine auf die Unterkünfte von Geflüchteten im Bezirk Hohenschönhausen geworfen. Diese Angriffe zielten insbesondere auf die Containerunterkünfte, in denen Geflüchtete und ihre Familien untergebracht sind. Berichten zufolge stammen die Wurfgeschosse aus nahegelegenen Gebüschen und trafen das Blechdach der provisorischen Behausungen. ...
Antiziganismus ist eine spezifische Form des Rassismus, der sich gegen Sinti*zze und Rom*nja sowie gegen Personen, die als „Z-Wort“ stigmatisiert werden, richtet. Antiziganismus hat eine lange Geschichte in unserer Gesellschaft. Hundertausende Sinti*zze und Rom*nja wurden während des Nationalsozialismus ermordet.
Mit der Website “botnari.de” und dem Audio-Feature möchten wir die Geschichte von Eugeniu Botnari erzählen und für die Situation obdachloser Menschen am Bahnhof Lichtenberg sensibilisieren.Eugeniu Botnari starb am 20. ...
In Hohenschönhausen und Lichtenberg kam es in den vergangenen Monaten vermehrt zu Propagandaaktionen der Neonaziorganisation „Der III. Weg“ an Schulen. Wenn Neonazis Flyer oder Werbematerialien an Schulen verteilen, wissen viele Lehrer*innen und Schüler*innen nicht sofort, wie sie auf solche Situationen reagieren können. Diese Handreichung soll helfen, hiermit einen Umgang zu finden und Gegenstrategien zu entwickeln.
Am 29.11.23 wurden bei einem Kellerbrand in der Ribnitzer Straße zwei Menschen verletzt, zahlreiche Menschen mussten ihre Wohnungen räumen. Einen Tag später brannte es in der Zingster Straße. Bei beiden Bränden wird aktuell dem Verdacht auf Brandstiftung nachgegangen. Menschen, die in den Plattenbauten wohnen sind besorgt und haben Angst vor weiteren Bränden. ...
Das Bundesinnenministerium hat die Neonazi-Gruppe „Hammerskins“ verboten. Bundesweit durchsuchte die Polizei Wohnungen von führenden Mitgliedern. Hausdurchsuchungen fanden sowohl in Fennpfuhl als auch in Alt-Hohenschönhausen statt.
Brandstiftungen von Rechtsextremen in Hohenschönhausen? Beratungs- und Unterstützungsangebote gegen Rechtsextremismus und Rassismus in Berlin und Lichtenberg
Seit Anfang 2022 wurden in Neu-Hohenschönhausen mindestens 20 Brände in Wohnhäusern gelegt. Ein mutmaßlicher Täter hatte laut Presseberichten am 3. August 2022 im Keller seines eigenen Wohnhauses, einem Elfgeschosser, ein Feuer entzündet. Aus einem handschriftlichen Schreiben, das u.a. im Bürgerbüro eines CDU-Abgeordneten eingeworfen wurde, geht hervor, dass die Brandstiftungen ein rechtes Tatmotiv haben.
Die Lichtenberger AfD plant für den 1. Mai 2023 einen „kulturhistorischen Stadtspaziergangs“ durch die Bezirke Treptow-Köpenick, Friedrichshain und Lichtenberg. Ein Anlass für uns, die vom Lichtenberger Register dokumentierten Vorfälle anzusehen, die im Zusammenhang mit der AfD stehen.
Dem Lichtenberger Register wurden im vergangenen Jahr 534 Vorfälle gemeldet. Damit erreichte das Register durchschnittlich alle 16 Stunden eine Meldung. Auch wenn es im Vergleich zu 2021 deutlich weniger Meldungen gab, werden berlinweit nur im Bezirk Mitte mehr Vorfälle erfasst.
Am 12. Februar 2023 wurde in Berlin die Wahl zum Abgeordnetenhaus (AGH) und den Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) wiederholt. Auch zu dieser Wiederholungswahl nutzte die (extreme) Rechte die Möglichkeiten des Wahlkampfs, um ihre Inhalte in die Öffentlichkeit zu bringen. Das geschah in Form von eigener Propaganda an Wahlständen und auf Plakaten, aber auch mit Sachbeschädigungen und Parolen auf den Plakaten demokratischer Parteien.
Am 17. November 2022 fand im Hubertusbad in Lichtenberg die Veranstaltung „Von rechten Schmierereien zu Verschwörungsmythen der Mitte – Antisemitismus in Lichtenberg heute“ statt. Zu Beginn konnten die Besucher*innen sich im Foyer über die Arbeit diverser landesweiter und lokaler zivilgesellschaftlicher Akteur*innen informieren. ...
Anlässlich der “Lichtenberger Aktionswochen gegen Antisemitismus”, die von Oktober bis Dezember 2022 stattfinden, möchten wir als Lichtenberger Registerstelle einen Blick auf unsere Erfassung antisemitischer Vorfälle in den vergangenen 10 Jahren werfen.
Der Jahresbericht der Berliner Register fasst die bezirklichen Entwicklungen zu extrem rechten und diskriminierenden Vorfällen in Berlin zusammen und vergleicht diese. Somit gibt er einen guten Überblick über extrem rechte und rechtspopulistischen Akteur*innen und ihre Aktivitäten in allen Berliner Bezirken und zeigt die Alltäglichkeit von Diskriminierung auf. Zusätzlich enthalten sind die Vorstellung von Kooperationspartner*innen und Artikel zu Themenschwerpunkten wie beispielsweise zu LGBTIQ*-Feindlichkeit.