Aufkleber gegen Antifaschist*innen und queere Menschen in Köpenick-Nord
In der Kaulsdorfer Str. wurden vier Aufkleber gegen Antifaschist*innen und queere Menschen entdeckt und entfernt. Sie stammten aus einem neonazistischen Onlinehandel.
Um gegen Ausgrenzung und Diskriminierung vorzugehen, muss man sie als Problem erkennen. Und man muss beschreiben wem sie passiert, wo sie stattfindet und wie sie funktioniert. Wir veröffentlichen die Vorfälle, die uns gemeldet werden.
In der Kaulsdorfer Str. wurden vier Aufkleber gegen Antifaschist*innen und queere Menschen entdeckt und entfernt. Sie stammten aus einem neonazistischen Onlinehandel.
Ein junger Mann in szenetypischer Bekleidung der extremen Rechten beleidigte auf einem Bahnsteig im Hauptbahnhof eine behinderte Frau, die einen Beutel mit einem antirassistischen Aufdruck trug, behindertenfeindlich und sexistisch.
Das Werbeplakat eines Einrichtungsmarktes in Stresow, das am 13.08.2025 mit NS-Symbolen beschmiert worden war, wurde ausgetauscht und danach erneut mit SS-Runen, dem extrem rechten Zahlencode "88" und Parolen gegen die Antifa entdeckt.
Neben der S+U-Station Pankow wurde an einem Bushaltestellenschild ein Aufkleber mit Reichsflagge entdeckt und entfernt.
Bei einem Protestcamp auf dem Alexanderplatz wurden mehrere Personen von einem extrem rechten Medianaktivisten rassistisch beleidigt, ohne Erlaubnis gefilmt und angegriffen, nachdem diese ihn aufgefordert hatten, den Platz zu verlassen.
Am S-Bahnhof Ahrensfelde wurde ein Sticker der neonazistischen Kleinstpartei "Der III. Weg" entdeckt. Er zeigte die Kontaktdaten der Gruppe und richtete sich gegen politische Gegner*innen der extremen Rechten. Der Aufkleber wurde entfernt.
An der Ecke Lobitzweg / Dregerhoffstr. wurde ein Aufkleber mit der Aufschrift "Zecken boxen" entdeckt und entfernt. Eine Ecke weiter am Landgartenweg wurde ein weiterer Aufkleber gegen Antifaschist*innen entdeckt und entfernt.
Gegen 20:00 Uhr war ein 35-jähriger Mann mit seinem 41-jährigen Partner in der Mühlenstraße unterwegs, als ein 29-Jähriger sich dem Paar in den Weg stellte und dem jüngeren Mann unvermittelt ins Gesicht schlug. Infolge des Angriffes erlitt der 35-Jährige eine Verletzung im Mundraum und verlor zwei Schneidezähne. Alarmierte Rettungskräfte brachten die beiden Männer zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser. Der 29-Jährige wurde nach Feststellung seiner Identität wieder entlassen.
In Tempelhof-Schöneberg ereignete sich ein queerfeindlicher Vorfall. Zum Schutz der Betroffenen werden keine weiteren Angaben gemacht.
In Köpenick kam es zu einem lesbenfeindlichen Angriff. Zum Schutz der Betroffenen werden keine weiteren Informationen veröffentlicht.
Auf der Kastanienallee / Ecke Senftenberger Straße wurden zwei Sticker der extrem rechten Partei "Die Heimat" (ehemals NPD) entdeckt. Einer der Sticker zeigte eine durchgestrichene Pride Flag, der andere hatte den Slogan: "Es gibt nur Mann und Frau. Weg mit dem Genderwahn." Die Aufkleber wurden entfernt.
In der Kottmeierstr. wurde an einem Stromkasten der Schriftzug "FCK AFA" sowie der neonazistische Zahlencode "1161" entdeckt.
An der Ecke Bruno-Wille-Str. / Klutstr. wurde an einem Straßenschild ein rassistischer Aufkleber gegen geflüchtete Menschen entdeckt und entfernt. Der Aufkleber bildete ebenfalls eine "Schwarze Sonne" ab.
An der Tramhaltestelle Tramhaltestelle Hansastraße Ecke Malchower Weg wurde ein Aufkleber aus einem bekannten Neonaziversand mit dem Motiv "Remigration jetzt!" entdeckt und entfernt.
Auf der Mehrower Allee, an der Ecke Oberweißbacher Straße, wurde ein Sticker der neonazistischen Kleinstpartei "Der III. Weg" entdeckt. Er hatte den rassistischen Slogan "Deutschland den Deutschen". Der Aufkleber wurde unkenntlich gemacht.
Im Bezirk Treptow-Köpenick ereignete sich ein rassistischer und LGBTIQ*-feindlicher Vorfall im bestehenden Wohnverhältnis. Zum Schutz der betroffenen Personen wurden keine weiteren Informationen veröffentlicht. Der Vorfall dauerte über einen längeren Zeitraum an.
An einer Paketstation in der Berliner Straße in Tegel wurde eine rassistische Schmiererei bemerkt, die vermeintlich aus der Sicht eines Migranten formuliert war. Darin wurden rassistische Stereotype verbreitet, männliche Migranten würden auf Kosten der deutschen Bevölkerung nicht arbeiten wollen und stattdessen Sex mit deutschen Frauen haben.
Am U-Bahnhof Cottbusser Platz wurden zwei Aufkleber der extrem rechten Partei "Die Heimat" (ehemals NPD) entdeckt und entfernt. Einer der Sticker zeigte eine durchgestrichene Prideflag, der andere Sticker hatte den Slogan: "Für Grenzkontrollen. Zum Schutz unserer Heimat".
Unbekannte haben gegen 5:50 Uhr ein Zelt von obdachlosen Personen im Bereich Wilhelmstraße/Hallesches Ufer angezündet. Es befanden sich zwei Personen im Zelt, die es rechtzeitig verlassen konnten und unverletzt blieben. Das Zelt brannte komplett nieder. Zeug*innen beobachteten, wie die drei Täter flüchteten.
Eine Bushaltestelle im Bezirk Mitte ist wiederholt mit antimuslimisch-rassistischen Graffitis beschmiert worden.
Am Rande einer propalästinensischen Kundgebung in Mitte wurde eine Gegendemonstrantin als "Kindermörder" beleidigt. Eine weitere Person rief: "Schäm dich Babymörderin. Israel Babymörder!".
Im Bezirk Mitte ereignete sich ein antisemitischer Vorfall. Zum Schutz der Betroffenen entspricht das Datum des Eintrags nicht dem Datum des Vorfalls.
In der Oderstraße und der näheren Umgebung in Nord-Neukölln wurden mehrere Schmierereien entdeckt, die eine Gleichsetzung von Zionist*innen und den Verbrecher*innen des Nationalsozialismus suggerieren. Die Schmierereien wurden teilweise entfernt.
Auf einer Parkbank im nahegelegenen Mariendorfer Weg wurde eine Schmiererei entdeckt, die Israel und den Nationalsozialismus gleichsetzt.
Auf einer pro-palästinensischen Kundgebung am Potsdamer Platz mit ca. 80 Teilnehmenden verglich ein Redner die deutsche Unterstützung Israels mit NS-Taten, für welche wieder "Nürnberger Prozesse" drohen werden. Ein anderer Redner sagt unter großem Jubel. "Hamas ist eine Widerstandsorganisation - kein Terrorismus, bewaffneter Widerstand". Es wurde ein Banner mit der Aufschrift "One genocide does not justify another" gezeigt. Damit wird die Shoah mit dem aktuellen Krieg in Gaza verglichen und relativiert. Außerdem wurden die Parolen "Free Palestine from the river to the sea", "There is only one state Palestine 48", "Vom Wasser bis zum Wasser Palästina ist arabisch" und "Zionisten sind Faschisten; morden Kinder und Zivilisten" gerufen.
An der Ecke Bruno-Wille-Str. / Klutstr. wurde ein Aufkleber gegen politische Gegner*innen der extremen Rechten an einem Straßenschild entdeckt und entfernt. Auf dem Aufkleber war ein Wehrmachtssoldat abgebildet.
Am S-Bahnhof Hirschgarten wurde der Schriftzug "Antifa jagen" entdeckt und entfernt.
Zwischen der Drosselbartstraße und der Hänselstraße in Nord-Neukölln wurden zwei Aufkleber mit extrem rechten Inhalten entdeckt und entfernt. Die Aufkleber stammen von einem neonazistischen Onlineversandhandel.
In der Nähe des U-Bahnhofs Kienberg (Gärten der Welt) wurde ein Sticker der neonazistischen Kleinstpartei "Der III. Weg" und dessen Jugendorganisation "Nationalrevolutionäre Jugend" (NRJ) entdeckt. Der Sticker wurde entfernt.
In der Glauchauer Straße wurden mehrere Sticker der neonazistischen Kleinstpartei "Der III. Weg" entdeckt. Die Sticker machten Werbung für die Werte der Partei selbst. Außerdem wurde ein Sticker des rassistischen Netzwerkes "White Lives Matter" (deutsch: Weiße Leben zählen) mit dem Slogan "White People First" (deutsch: Weiße Menschen zuerst) entdeckt.
Auf dem Boulevard Kastanienallee wurde ebenfalls ein Sticker mit dem Spruch "White Lives Matter" gefunden. Dieser stammte von der extrem rechten Partei "Die Heimat" (ehemals NPD).
Auf dem Mylauer Weg wurde ein Sticker eines extrem rechten Versandshops entdeckt. Dieser richtete sich in Darstellung und mit dem Slogan gegen politische Gegner*innen der extremen Rechten: "Linker Lump zur praktischen Arbeit". Dabei geht es darum, politische Gegner*innen als sozialchauvinistisch abzuwerten. Alle Sticker wurden entfernt oder unkenntlich gemacht.
An einem Stromkasten in der Edisonstr. wurden ein Hakenkreuz sowie der neonazistische Zahlencode "1161" entdeckt und entfernt.
Auf der Neuen Kantstraße vor einem Supermarkt veranstaltete der Bezirksverband der Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) einen Infostand. Dort wurde die AfD-Zeitung "Blauer Bote" in der Ausgabe "Sommer 2025" verteilt. In der Zeitung wurde die Einführung eines „Tags gegen Islamfeindlichkeit“ in Berlin kritisiert und Engagement gegen antimuslimischen Rassismus wurde pauschal in Zusammenhang mit „islamistischen Aktivisten“ gebracht. Die Inhalte können als rassistisch gewertet werden.
Zusätzlich wurde ein Flyer mit dem Titel "7 Punkte zur Remigration" verteilt. Der verwendete Begriff „Remigration“ wird in dem Flyer als neutral dargestellt, ist jedoch ein politischer Kampfbegriff, der in rechten bis extrem rechten Kreisen Verbreitung findet. Dort dient er als Euphemismus für die Vertreibung eines großen Teils der deutschen Bevölkerung anhand rassistischer Kriterien.
Zwar argumentiert die "AfD", dass sie unter dem Begriff etwas Anderes verstehe und diese Forderung mit demokratischen Werten vereinbar sei, doch ändert dies nichts an seiner Nutzung und Bedeutung im extrem rechten Diskurs. Die positive Umdeutung des Begriffs dient dazu, extrem rechte Konzepte zu normalisieren.
An einem Briefkasten am Wilhelmsruher Damm im Märkischen Viertel wurde ein Aufkleber der Neonazikleinstpartei "Der Dritte Weg" mit dem Slogan "Deutsch bleiben statt Mainstream" bemerkt und entfernt. Der Begriff Mainstream kann sich auf eine vermeintlich linke Hegemonie und eine als vielfältig wahrgenommene deutsche Gesellschaft beziehen. Deutschsein bezieht sich im Gegensatz dazu auf das völkische Ideal einer homogenen Volksgemeinschaft ohne Zuwanderung und queere Personen.
Beim Einstieg in die S 5 Richtung Strausberg am Bahnhof Lichtenberg beleidigten aus einer Gruppe von Anhängern des Hohenschönhauser Fußballvereins BFC Dynamo zwei davon dauerhaft einen schwarzen Mann auf rassistische Art und Weise. Die BFC-Anhänger fuhren laut Augenzeugen weiter bis Fredersdorf und der von Rassismus Betroffene wurde beim Ausstieg an der Haltestelle Birkenstein von einem der beiden BFC‘ler geradezu aus der S-Bahn herausgeschubst.
Eine an der Demonstration, "4 years Taliban-Handover", teilnehmende Person wurde von einem extrem rechten Medienaktivisten rassistisch beleidigt und körperlich angegriffen.
An der Tramhaltestelle Prendener Straße wurde ein Aufkleber aus einem bekannten Neonaziversand mit dem Motiv "Remigration jetzt!" entdeckt und entfernt.
Vor der US-Botschaft am Pariser Platz hielten zwei Reichsbürger eine "Mahnwache" ab. Dabei zeigten sie sieben Reichsfahnen.
Eine augenscheinlich obdachlose Person mit zwei Taschen Pfandpflaschen wurde vom Türpersonal eines Supermarkts in der Skalitzer Straße gegen 16:30 Uhr am Betreten gehindert. Als eine Zeugin nachfragte, erklärte der Türsteher, die Flaschen seien "schmutzig" gewesen und könnten den Leergutautomaten beschädigen. Die Zeugin teilte mit, dass die Taschen offen waren und es sich um ganz normales Leergut handelte. Außerdem konnte sie am Pfandautomaten keinen Warnhinweis erkennen, der untersagt, verschmutzte Flaschen abzugeben. Nach Wahrnehmung der Zeugin wurde dem Mann allein aufgrund seines äußeren Erscheinungsbildes der Zutritt zum Supermarkt verwehrt.
Gegen 22:30 wurden eine trans Person und ihr Begleiter auf der Motzstraße von einem Passanten erst transfeindlich beleidigt und anschließend von diesem mit einer Flasche attackiert. Der Begleiter wurde dabei an der Lippe getroffen. Der Angreifer flüchtete daraufhin.
In der Bundeszentrale der Partei "Die Heimat" fand eine Mahnwache für ein verstorbenes Mitglied und ehemaligen Parteifunktionär statt.
In der Kuglerstraße wurde an einer Bauabsperrung der Zahlencode "444" entdeckt. Der Zahlencode steht für den vierten Buchstaben im Alphabet und bedeutet "Deutschland den Deutschen".
Im Bezirk Spandau ereignete sich ein Vorfall von antimuslimischem Rassismus im Wohnverhältnis. Zum Schutz der betroffenen Person werden keine weiteren Informationen veröffentlicht.
An einer Bushaltestelle am Heinrich-Heine-Platz im Ortsteil Mitte wurde ein antisemitischer Aufkleber entdeckt und entfernt. Der Aufkleber zeigte oben einen Zaun, der das Wort "Auschwitz" umgibt und an dem eine Hakenkreuzfahne weht. Darunter war ein Zaun, der das Wort "Gaza" umgibt und an dem eine israelische Fahne weht, abgebildet.
Auf dem Tempelhofer Damm wurde auf einen Stromkasten „STOPPT DEN TERRORSTAAT ISRAEL Babymörder“ geschrieben, die Wörter „Israel“ und Babymörder wurden unterstrichen.
Auf einer Kundgebung gegen die Eröffnung eines israelischen Restaurants im Ortsteil Mitte rief ein Teilnehmer " you drink the blood of palestinian children in there".
Auf einem öffentlichen Instagram Profil werden die Bewohner*innen einer Unterkunft (auch Kinder) unverpixelt dargestellt und antiziganistisch beleidigt, ihr Wohnort preisgegeben und in den Kommentarfeldern zum Mord aufgerufen.
Eine Frau suchte beim Sozialamt Unterstützung. Die zuständigen Sachbearbeiter:innen wiesen sie ab und verwiesen sie zurück in ihr Herkunftsland, obwohl die Frau seit fünf Jahren in Deutschland lebt und Anspruch auf die Prüfung sozialrechtlicher Leistungen hat.