Rassistische Beleidigung in Mitte
In einem Bürohaus am Alexanderplatz wurde am Nachmittag ein Sicherheitsmitarbeiter von einem Mann rassistisch beleidigt.
Um gegen Ausgrenzung und Diskriminierung vorzugehen, muss man sie als Problem erkennen. Und man muss beschreiben wem sie passiert, wo sie stattfindet und wie sie funktioniert. Wir veröffentlichen die Vorfälle, die uns gemeldet werden.
In einem Bürohaus am Alexanderplatz wurde am Nachmittag ein Sicherheitsmitarbeiter von einem Mann rassistisch beleidigt.
In der Ringbahn wurde eine Person von einer Frau und deren Sohn rassistisch beleidigt. Als die Person die Beleidigungen filmte, wurde ihr das Handy aus der Hand gerissen. Dabei wurde sie verletzt. Zum Schutz der betroffenen Person entspricht das Datum des Eintrags nicht dem Datum des Vorfalls.
An der Bushaltestelle Gutspark Marienfelde wurden die Worte "Islam raus" sowe mehrere Tags gleicher Art mit den Buchstaben "AfD" entdeckt.
An der Ecke Mittenwalder Straße / Blücherstraße wurde ein Sticker mit der Aufschrift "Goldene Regel Deutschland zuerst" eines extrem rechten Onlinehandels entfernt.
In der Wönnichstraße im Weitlingkiez wurde ein anti-antifaschistischer Aufkleber aus einem Neonaziversand entdeckt und entfernt. Auf dem Aufkleber stand "Antifa verbieten!" in Kombination mit einem durchgestrichenen Logo der "Antifaschistischen Aktion".
In der Heinrichstraße wurden zudem zwei ebenfalls aus einem Naziversand stammende Aufkleber gemeldet und entfernt. Auf dem einen Motiv stand der gegen politische Gegner*innen gerichtete Slogan "Good night left side" und auf dem anderen die rassistische Parole "Abschiebung schafft Sicherheit - Kriminelle Ausländer raus".
Am Anton-Saefkow-Platz wurden antifaschistische Parolen übermalt. Stattdessen wurden in neu angebrachten Schmierereien Antifaschist*innen in NS-verharmlosender Weise mit Nazis gleichgesetzt und ein Verbot der Antifa ("Antifaverbot jetzt") gefordert.
In Neukölln ereignete sich eine antikurdisch rassistische Beleidigung. Zum Schutz der Betroffenen werden keine weiteren Angaben gemacht.
In einem Imbiss in Neukölln ereignete sich eine antikurdisch rassistische Beleidigung. Zum Schutz der Betroffenen werden keine weiteren Angaben gemacht.
Im Bezirk Steglitz-Zehlendorf wurde ein Sticker mit antimuslimischem, rassistischen Inhalt entdeckt.
Eine Schwarze Person wurde in Wedding auf der Straße angerempelt und rassistisch unter anderem mit dem [N-Wort] beleidigt.
In der Schwedter Straße im Ortsteil Mitte wurde die Schmiererei „ZIOS = NZS“ entdeckt.
Auf dem Breitscheidplatz in Charlottenburg fand eine Spontankundgebung mit etwas 15 - 20 Teilnehmer*innen statt, auf der israelbezogene Antisemitische Sprechchöre gerufen wurde. Israel wurde dabei u. a. beschuldigt Kinder zu töten („Zionisten sind Faschisten – töten Kinder und Zivilisten“), was auf die antisemitische Ritaulmordlegende anspielt und durch die Parole "Yallah, yallah Intifada" wurde Gewalt gegen Juden*Jüdinnen verherrlicht.
An der Kreuzung Wilhelminenhofstr. / Edisonstr. wurde ein Aufkleber gegen Antifaschist*innen entdeckt und entfernt. Er stammte aus dem neonazistischen Onlinehandel "Druck18".
An der Kreuzung Mahlsdorfer Str. / Gehsener Str. wurden an einem Werbeschild drei Aufkleber gegen politische Gegner*innen der extremen Rechten entdeckt und entfernt. Die Aufkleber stammten aus dem neonazistischen Onlinehandel "Druck18".
Im Bezirk Mitte ereignete sich ein Vorfall von behindertenfeindlicher Diskriminierung im Arbeitsverhältnis. Zum Schutz der betroffenen Person wird Weiteres nicht veröffentlicht.
Gegen 22:45 Uhr hielt sich eine Gruppe junger betrunken wirkender Neonazis an der Ecke Simon-Dach-Straße / Grünberger Straße auf. Fünf von den Neonazis bewegten sich in Richtung Revaler Straße und fünf in Richtung Warschauer Straße. Zwei blieben noch vor einer Gastronomie stehen, wovon einer den Hitlergruß zeigte.
Mit schwarzem Edding wurde ein ca. 5 x 5 cm großes Keltenkreuz an eine Fassade in der Holteistraße geschmiert.
An der Rolltreppe vom U-Bahnhof Adenauer Platz wurde ein Sticker mit "AfD"-Logo entdeckt, auf dem mittig ein Flugzeug abgebildet war und ober- bzw. unterhalb der Text "Remigration? Na klar!"
"Remigration" wird seit einigen Jahren von der extremen Rechten, insbesondere der sogenannten "Identitären Bewegung" benutzt. Damit wird die Vertreibung eines Teils der deutschen Bevölkerung anhand rassistischer Kriterien gefordert.
Ein Mitglied des Abgeordnetenhauses aus Reinickendorf verbreitete in den Sozialen Medien einen Wort- und Bildbeitrag von sich und der Berliner "AfD"-Fraktion, in dem "Deutsche Opfer von Straftaten" ausländischen Tatverdächtigen, insbesondere aus muslimischen Ländern, gegenübergestellt wurden. Der Beitrag kann als rassistisch verstanden werden, da dadurch ein deutsches Opferkollektiv einem bedrohlichen ausländisch-männlichen Täterkollektiv gegenübergestellt wurde. Durch die Übertreibung der Zahlen und die Reduktion von Kriminalität auf Gewaltdelikte wurden Ängste vor Gewalt durch muslimische und afrikanische Migranten geschürt.
An der Bushaltestelle Haveleck wurde ein Sticker eines extrem rechten Versandhandels entdeckt und entfernt. Auf dem Sticker war eine blonde Frau mit geflochtenen Zöpfen zu sehen, die eine Reichsfahne schwenkt. Ihre Kleidung war der BDM-Uniform nachempfunden. Unterhalb des Bildes stand in Fraktur: "Nix Yallah, Yallah, hier wird Deutsch gesprochen!"
Gegen 9:45 Uhr wurde am Bhf. Ostkreuz ein Sticker der extrem rechten Vereinigung "Jägertruppe Berlin-Brandenburg" entfernt.
In der Prinzenstraße / Ecke Ritterstraße wurde an einem Schild ein Sticker eines extrem rechten Onlinehandles entfernt, der eine Gewaltaussage gegen die politische Gegnerschaft implizierte. Im Schriftzug "LOVE FOOTBALL HATE ANTIFA" war das A im Wort "Hate" als Schlagring dargestellt. Daneben war ein Sticker aus dem gleichen Onlinehandel "ACAB" (All Cops Are Bastards) mit einem Schlagring darüber angebracht.
Bereits an der Haltestelle Wilhelminenhofstr. / Edisonstr. stieg am Abend ein Mann in die Tram und beleidigte Menschen in der Bahn rassistisch und drohte mit Gewalt. Bis zur Haltestelle Bahnhofstr. / Lindenstr. äußerte der Mann immer wieder rassistische Parolen. Dann wurde er von einem weiteren Mann konfrontiert, der ihn aufforderte, dieses Verhalten zu unterlassen. Daraufhin eskalierte der Pöbler und schlug dem Mann mehrfach ins Gesicht. Andere Fahrgäste informierten den Bahnfahrer und die Polizei.
In Neukölln wurde eine Person antimuslimisch rassistisch beleidigt. Zum Schutz der Betroffenen werden keine weiteren Angaben gemacht.
In einer Bildungseinrichtung im Bezirk Mitte ereigneten sich Vorfälle von anti-Schwarzer rassistischer Diskriminierung. Zum Schutz der betroffenen Person werden keine weiteren Informationen veröffentlicht.
In einem Fahrstuhl wurde eine Schmiererei entdeckt, die ein rotes Dreieck zeigte, unter dem stand „bring them home to poland, ukreine, ‚usa‘“ sowie weitere antisemitische Schriftzüge.
Auf der Gästetoilette eines Restaurants in der Bergmannstraße wurde der Spruch "FCK ISSRL" geschmiert. Die Buchstaben "SS" waren dargestellt als Doppelsigrune.
Auf dem Alexanderplatz fand eine propalästinensische Kundgebung mit etwa 40 Teilnehmenden statt. Teilnehmende riefen "Kindermörder Israel" und „Zionisten sind Faschisten - töten Kinder und Zivilisten“ Mit der Bezeichnung Israels als "Kindermörder" wird auf antisemitische Ritualmordlegenden angespielt. Mit der Parole "There is only one state - Palestine 48" wurde Israel das Existenzrecht abgesprochen. Außerdem wurden mit einem Transparent mit der Aufschrift "One genocide does not justify another" die Shoah mit dem aktuellen Krieg in Gaza verglichen und relativiert.
In der Sanderstraße in Nord-Neukölln wurde ein Aufkleber der Partei "Die Heimat" (vormals "NPD") mit der Aufschrift "Natürlich Deutsch!" entdeckt.
In der Wildenbruchstraße und in der Weichselstraße in Nord-Neukölln wurden erneut mehrere NS-verharmlosende Aufkleber entdeckt. Der Aufkleber zeigte im oberen Teil einen Zaun, der das Wort "Auschwitz" umgab und an dem eine Hakenkreuzfahne wehte. Darunter war ein Zaun abgebildet, der das Wort "Gaza" umgab und an dem eine israelische Fahne wehte.
An der Tramstation S-Bahnhof Mahlsdorf klebten zwei Aufkleber einer extrem rechten Jugendgruppierung welche vorgibt, zum Schutz von Kindern mit Gewalt gegen Pädophilie vorzugehen. Pädophilie wird von der extremen Rechten aus strategischen und ideologischen Gründen instrumentalisiert. Sie wurden entfernt. An der Bushaltestelle Eichenhofweg wurde die extrem rechte Schmiererei „4eutschlan4 5rwach5“ entdeckt.
An einem Mülleimer auf dem Schweinchenplatz wurde ein Aufkleber der extrem rechten Jugendgruppe "Jägertruppe Berlin-Brandenburg" entdeckt und entfernt.
In der Hainstr. wurde an einem Fallrohr ein Aufkleber der "JN" entdeckt.
Auf dem Fußweg in der Allee der Kosmonauten wurde ein auf den Boden gesprühtes Hakenkreuz in weißer Farbe entdeckt.
Im Umfeld eines Supermarktes wurden in der Samariterstraße und Proskauer Straße mehrere Sticker gegen die politische Gegnerschaft der extremen Rechten entfernt oder unkenntlich gemacht.
An der Haltestelle Am Guten Hirten wurde eine Schmiererei mit dem Wortlaut "Nazi Kiez" entdeckt.
Am Vorplatz eines Jugendclubs Am Berl wurde ein Aufkleber aus einem Neonaziversand mit dem NS-verherrlichenden Motiv "Ich bin als Deutscher geboren und schulde der Welt einen Scheiß" in Kombination mit zwei Reichsflaggen, einem Reichsadler und einem Eisernen Kreuz gefunden und entfernt.
An der Wendeschleife in der Zingster Straße wurden zudem auf einem Rohr für Fernwärme zwei in schwarzer Farbe aufgesprühte, NS-verherrlichende Hakenkreuze und ein rassistischer "White Power"-Schriftzug entdeckt.
Auf einem Briefkasten am Gorgasring wurde ein anti-Schwarzer Sticker geklebt, außerdem war mehrfach das N-Wort geschrieben worden.
In der Kollwitzstraße, Nähe Belforter Straße, wurde eine rassistische Schmiererei entdeckt. Die Schmiererei beinhaltete das [N*]Wort.
Am Rummelsburger Ufer in der Nähe An den Knabenhäusern Ecke Alice-und-Hella-Hirsch-Ring wurde auf einem Schild in einer Parkanlage erneut ein Schriftzug der extrem rechten Gruppierung „EHL“ (="Einheit Lichtenberg") und der neonazistische "1161"-Zahlencode gemeldet und unkenntlich gemacht. Der Zahlencode steht für "Anti-Antifaschistische Aktion" und richtet sich gegen politische Gegner*innen der extremen Rechten.
Auf einer Infotafel wurde ebenfalls ein "EHL"-Schriftzug, der Zahlencode "1161" und die Aufschrift "AFA jagen" (AFA = Antifaschistische Aktion) entdeckt und unkenntlich gemacht.
Auch auf zwei weiteren Schildern in derselben Parkanlage wurden die Schriftzüge „EHL“ und der Zahlencode „1161“ entdeckt und entfernt.
In der Metastraße im Weitlingkiez wurden darüber hinaus zwei von einer neonazistischen Kameradschaft aus Dortmund stammende Aufkleber gemeldet. Auf diesen war "Frontline Skinheads Dortmund-Dorstfeld" zu lesen. Hintergrundinfos hierzu: Seit 2021 tauchen im Dortmunder Stadtgebiet neben anderen Nazistickern auch immer wieder Aufkleber der Nazikameradschaft „Frontline Skinheads Dortmund“ auf. Bei dieser Gruppierung handelt es sich um eine Nachfolgeorganisation der bis 2012 aktiven Kameradschaft „Skinheadfront Dorstfeld“. Die Gruppe war vor allem für Saufeskapaden und schwere Gewalttaten bekannt. Ein Mitglied der Gruppierung erstach im März 2005 den Punk Thomas Schulz in der Dortmunder U-Bahnhaltestelle Kampstraße.
Eine Person wurde im Bezirk Mitte bei der Arbeit von einem Kunden antimuslimisch und antiasiatisch-rassistisch beleidigt.
Bei einer Sitzung des Studierendenparlaments der Technischen Universität Berlin (TU) in Charlottenburg wurden jüdische Studierende ausgelacht, als sie ihre Sorgen vor Antisemitismus an der Uni teilten.
Das Auslachen kann als Herabwürdigung von Jüdinnen*Juden im Zusammenhang mit ihren spezifischen Schutzbedarfen verstanden werden und diente dazu, ihre Betroffenenperspetive zu diskreditieren.