Antimuslimisch-rassistische Propaganda in Moabit
In der Straße Alt-Moabit an der Ecke zur Elberfelder Straße wurde ein Aufkleber "Islamisierung stoppen" entdeckt und entfernt.
Um gegen Ausgrenzung und Diskriminierung vorzugehen, muss man sie als Problem erkennen. Und man muss beschreiben wem sie passiert, wo sie stattfindet und wie sie funktioniert. Wir veröffentlichen die Vorfälle, die uns gemeldet werden.
In der Straße Alt-Moabit an der Ecke zur Elberfelder Straße wurde ein Aufkleber "Islamisierung stoppen" entdeckt und entfernt.
Auf dem Leopoldplatz im Ortsteil Wedding fand eine propalästinensische Demonstration mit etwa 60 Teilnehmenden statt. Teilnehmende riefen "Kindermörder Israel". Mit der Bezeichnung Israels als "Kindermörder" wird auf antisemitische Ritualmordlegenden angespielt. Mit der Parole "There is only one state - Palestine 48" wurde Israel das Existenzrecht abgesprochen.
In der Goerzallee und am Benjamin-Franklin-Krankenhaus in Lichterfelde wurden zwei Sticker entdeckt und entfernt, die aus einem extrem rechten Versandshop stammen. Die Aufkleber richteten sich mit dem Text "Hier wurde Gedankenabfall überklebt" und der Darstellung verschiedener "linker" Symboliken gegen politische Gegner*innen der extremen Rechten.
Zwei Aufkleber von „aktivde“ mit der Aufschrift „Deutsche Zone“ wurden auf dem Schild vor der Buchhandlung „Bücherecke“ gefunden und später vom Ladenbesitzer entfernt.
Am Nachmittag wurde eine Fahrradfahrerin in der Münzstraße Ecke Neue Schönhauser Straße von einem an ihr vorbeilaufenden Mann, in bei extremen Rechten beliebter Kleidung, unvermittelt ins Gesicht gespuckt. Der Täter ging dann ohne etwas zu sagen weiter.
Auf einer Tischtennisplatte in der Straße Am Berl wurden die antisemitische Parole "Juden vergasen" sowie zwei Hakenkreuze entdeckt.
In der Ribnitzer Straße Ecke Zingster Straße wurde ein Aufkleber aus einem Neonaziversand mit der Aufschrift "Kniet nieder die Deutschen kommen" entdeckt und entfernt.
In der Ribnitzer Straße wurde an einer Imbissbude ein weiterer Aufkleber aus dem gleichen Neonaziversand entdeckt und entfernt. Auf dem Motiv stand die Parole "Ich bin als Deutscher geboren und schulde der Welt einen scheiß". Zudem waren auf dem Aufkleber zwei schwarz-weiß-rote Reichsflaggen und ein Reichsadler in Kombination mit einem Eisernen Kreuz im Ehrenkranz abgebildet.
An der Tramhaltestelle S-Bahnhof Adlershof wurden der neonazistische Zahlencode "1161" sowie der Schriftzug "HASS", bei dem das doppelte S als Sig-Rune verwendet wurde, entdeckt und entfernt.
An der Ecke Beethovenstraße und Kaulbachstraße in Lankwitz wurden zwei Sticker eines neurechten Appanbieters entdeckt. Die Sticker verwiesen mit QR-Code auf die Webseite der App und boten Möglichkeit zum Download. Die beworbene App gibt Kurzfassungen neu und extrem rechter Literatur und Sachbücher wieder. Entwickler der App ist ein ehemaliger Aktivist der Neuen Rechten. Die App hat als Kooperationspartner*innen verschiedene extrem und neurechte Verlage und TV-Sender. In ihrer Aufmachung erinnert die Funktionsweise der App an bekannte Apps zur Wiedergabe von Literatur. Die Aufmachung und das Darbieten (extrem) rechter Inhalte in kurzen „Häppchen“ tragen zu einer Normalisierung extrem rechter Inhalte bei.
Gegenüber der Schule in der Pettenkoferstraße wurde die Schmiererei "1161" (Anti-Antifa) entdeckt.
In der Dillgestraße, Ecke Kaiser-Wilhelm-Straße in Lankwitz wurde ein Sticker entdeckt, der den Instagram-Account eines extrem rechten Aktivisten bewarb. Auf dem Account werden u.a. rassistische und queerfeindliche Inhalte verbreitet. Der Aufkleber wurde unkenntlich gemacht.
Am Gorgasring wurde eine anti-Schwarze rassistische Schmiererei mit dem N-Wort auf einem Briefkasten vor dem Eingang zur U-Bahn entdeckt. In einer vorherigen Meldung wurde berichtet, dass am 25.04.2026 andere anti-Schwarze rassistische Schmierereien mit dem N-Wort auf einem Fahrscheinautomaten in derselben U-Bahn-Station gesehen wurden. Später wurde festgestellt, dass diese Schmierereien auf dem Fahrscheinautomaten unkenntlich gemacht wurden.
Es wurde an einer Hauswand im Prenzlauer Berg der Slogan "Nur ein toter Jude ist ein guter Jude" entdeckt.
An der Tramhaltestelle Ribnitzer Straße Ecke Zingster Straße wurde ein gegen Antifaschist*innen gerichteter Aufkleber aus einem Neonazi-Versand gefunden und entfernt. Auf dem Motiv stand "Love football, hate Antifa" in Kombination mit einem Schlagring.
Am S-Bahnhof Wartenberg wurde zudem ein gegen Antifaschist*innen gerichteter Neonaziaufkleber mit der Aufschrift "Antifa = Antideutsch, nutzlos, terroristisch, idiotisch, feige, asozial" in Kombination mit einem durchgestrichenen Symbol der "Antifaschistischen Aktion" gefunden und unkenntlich gemacht.
An einer Pflegeeinrichtung in Woldegker Straße wurde ein Aufkleber gegen Antifaschist*innen mit dem Slogan "Dumm, dümmer, Antifa" entdeckt und entfernt.
An einer Rutsche auf einem Spielplatz am Neubrandenburger Park wurde zudem ein in roter Farbe aufgesprühtes Hakenkreuz gemeldet.
An der Bushaltestelle Hopfenweg in Rudow wurden mehrere Aufkleber eines extrem rechten Versandhandels entdeckt und entfernt.
Ein antifaschistischer Aufkleber mit der Aufschrift „FCK NAZIS“ wurde von einem Mülleimer in der Rixdorfer Straße 48. abgekratzt, und an der selben Stelle, wurde ein Hakenkreuz aufgemalt.
In der Nähe des S-Bahnhofs Buch wurde ein blaues Hakenkreuz entdeckt. Das Hakenkreuz wurde übermalt.
Ein bekannter Neonazi filmte eine antifaschistische Kundgebung gegen einen Bürgerdialog der "AfD" im Rathaus Treptow ab und stellte seinen Stream auf der Plattform "Youtube" in seinem Kanal online. Bereits in der Vergangenheit stellte der Neonazi Listen über politische Gegner*innen ins Netz. Er wurde von einem Mitglied der Partei "Die Heimat" begleitet. Neben ihm begleiteten noch weitere Streamer*innen die Kundgebung.
Innerhalb des Zachertsportplatzes, beim großen Echtrasenfeld, in der Zachertstraße Ecke Eggersdorfer Straße, wurde der Neonazicode "88" (="Heil Hitler") auf einer Röhre für Fernwärme gemeldet.
Am S-Bahnhof Wedding wurde ein rassistischer Aufkleber, der "Remigration" forderte, entdeckt und entfernt.
In der Kaskelstraße wurden 5 gegen Antifaschismus gerichtete "FCK Antifa"-Aufkleber gemeldet und entfernt.
Am Weißenseer Weg Ecke Hohenschönhauser Straße wurden mehrere rassistische und gegen Antifaschismus gerichtete Aufkleber auf einem Verkehrsschild gemeldet. Auf den Motiven standen Parolen wie "Fck Antifa", "Remigration" und "Hier wurde Antifapropaganda überklebt".
An einer Mauer, rechts neben der Pablo-Neruda-Bibliothek in der Frankfurter Allee, wurde das Logo der "Identitären Bewegung" angebracht. Die Biblothek wurde darüber informiert.
An der Bushaltestelle „Friedhof Mariendorf“ in Richtung Norden (Buslinien 277 und N77) wurden mehrere Hakenkreuze entdeckt und entfernt.
Am Spielplatz Schätzelberge in Mariendorf wurden Hakenkreuze an mehreren Mülltonnen entdeckt und entfernt.
Am U-Bahnhof Richard-Wagner-Platz wurde ein LGBTIQ*-feindlicher Aufkleber aus einem extrem rechten Onlineversandhandel entdeckt und entfernt. Der Aufkleber zeigte ein Piktogramm einer heterosexuellen Familie, die sich mit einem schwarzen Regenschirm vor heruntertropfenden Regenbogenfarben der Regenbogenflagge schützt.
In der Wilmersdorfer Straße Ecke Niebuhrstraße riefen drei Männer NS-verherrlichende Parolen.
In der Wustrower Straße wurden zwei rassistisch motivierte Aufkleber aus einem Neonazi-Versand gefunden und entfernt. Auf den beiden Motiven standen die Slogans "Für die Gäste nur das Beste - Remigration Airlines" und "Lieber Kernkraft, als Flüchtlingsstrom!".
Im Kaskelkiez wurden erneut entlang der Türrschmidtstraße, der Kernhofer Straße und der Kaskelstraße gegen politische Gegner*innen gerichtete Aufkleber wie "Wokies not welcome" und "FCK GRN" gefunden und entfernt - insgesamt knapp 10 Exemplare. Das Wort „woke“ wird von der extremen Rechten als politischer Kampfbegriff eingesetzt, der zivilgesellschaftliches Engagement gegen Rassismus, Sexismus und Queerfeindlichkeit als „verrückt“ und „bedrohlich“ abwerten soll.
In der Kaskelstraße wurden zudem ein "FCK Antifa"- und zwei gegen die LGBTIQ*-Community gerichtete extrem rechte Aufkleber entdeckt und entfernt.
An einer Hauswand in der Ueckermünder Straße wurde wieder eine NS-verherrlichende Schmiererei entdeckt. Es wurde der Schriftzug „KILL ALL JEWS“ (=Tötet alle Juden) angebracht.
An der Kreuzung Scharnweberstr./ Aßmannstr. wurde ein extrem rechter Aufkleber aus einem neonazistischen Onlinehandel entdeckt und entfernt.
An der Ecke Schwiebuser Straße / Friesenstraße wurden ein Sticker aus einem extrem rechten Onlinehandel mit der Aufschrift "Heimatschutz - Werft die Grünen aus dem Land!" und etwas weiter ein Sticker mit der Aufschrift "Schwarz-Rot-Gold ist bunt genug" überklebt.
In der Annenstraße im Ortsteil Mitte wurde ein Hakenkreuz an einen Laternenpfahl geschmiert.
Am Berl, in der Nähe der Beachvolleyball-Halle, wurde ein Aufkleber aus einem Neonazi-Versand entdeckt und entfernt. Auf dem Motiv war das rassistische Narrativ vom "Großen Austausch" in Form der Parole "Ihr werdet uns nicht austauschen" in Kombination mit einer schwarz-weiß-roten Reichsflagge zu sehen.
Im Bereich Falkenberger Wiesengräben wurden ebenfalls Aufkleber aus einem Neonaziversand gemeldet und entfernt. Die Motive waren queerfeindlich (Regenschirm schützt heteronormative Kleinfamilie vor Regenbogenfarben), rassistisch ("Raus die Viecher", "Remigration jetzt", "White lives matter") und gegen politische Gegner*innen gerichtet ("Heimatliebe, statt links-grünen Schwachsinn").
Auf dem Kaisersteg beleidigte ein bekannter Neonazi einen Mann, der in Begleitung seines Kindes war, als "Antifa Fotze".
An der Kreuzung Salvador-Allende-Str./ Müggelschlößchenweg wurde ein rassistischer Aufkleber, der die sog. "Remigration" forderte, entdeckt und entfernt.
An einer Bushaltestelle in Mariendorf wurden rassistische Graffiti mit der Aufschrift „Kanaken raus“ entdeckt. Zudem wurden auf einem Strommast ein Aufkleber mit zwei Flugzeugen und dem Slogan „Remigration rettet Leben!“ festgestellt, der über einen Aufkleber mit der Aufschrift „FckNzis“ geklebt worden war. Darüber hinaus wurde ein Graffiti entdeckt, bei dem im Schriftzug „Antifa Area“ das Wort „Area“ durchgestrichen und durch „Terrorists“ ersetzt worden war.
In der Ortliebstraße Ecke Dietlindestraße wurde der neonazistische Zahlencode "1161" auf einem Verkehrsschild gemeldet.
Auf dem Radweg entlang des Müggelsees zwischen Müggelperle und Müggelhort wurden auf zwei Schildern die Schriftzüge "ZECKE VERRECKE" und "FUCK ANTIFA ZECKEN" entdeckt.
An der Tramhaltestelle Rathenaustr./ HTW wurde der Schriftzug "FCK 161" (Fuck Antifa) entdeckt und entfernt.
An der Tramstation Wühlisch- / Ecke Simon-Dach-Straße wurde ein Sticker eines extrem rechten Onlinehandels entfernt. Abgebildet war der Schriftzug "Zecken jagen" und Bart Simpson mit einer Zwille.
An der Bushaltestelle Gembitzer Straße wurde ein Aufkleber aus einem Neonaziversand gefunden und entfernt. Auf dem gegen Antifaschist*innen gerichteten Motiv stand "Love football, hate antifa" in Kombination mit einem Schlagring.
An einem Mülleimer im Beusselpark wurde mit schwarzer Farbe der antisemitische Schriftzug "The goyim know" entdeckt.
Der Spruch "The Goyim know", der aus der US-amerikanischen "Alt-right-Bewegung" stammt, bezieht sich auf antisemitische Verschwörungsideologien, und soll sich über in Panik geratene Jüdinnen*Juden lustig machen, deren angebliche geheime Verschwörungen oder Manipulationen von Nichtjuden ("Goyim") aufgedeckt wurden.
An der Bushaltestelle der Linie 248 in Richtung Alexanderplatz wurde ein antiziganistisches Graffiti gefunden.
Im Afrikanischen Viertel wurde ein linker Aktivist von einem Mann bedroht, der bereits aufgrund eines Angriffs auf ihn wegen Körperverletzung verurteilt worden war.
Ein "AfD"-Mitglied postete auf Facebook ein Video eines Gegenprotestes gegen einen "AfD"-Infostand in Wilmersdorf. In dem dazugehörigen Post beleidigte er die protestierenden Personen. In zahlreichen Kommentaren kam es zu weiteren entmenschlichenden Herabwürdigungen der Personen, die in dem Video erkennbar sind.
Es wurde ein extrem rechter Sticker an der Julius-Leber-Brücke entdeckt. Darauf ist ein Mann mit Seitenscheitel, hochgekrempeltem Hemd und Gürtel zu sehen, der einen deutlich kleiner dargestellten Menschen mit Irokesenschnitt, Brille, Zigarette im Mund, queerfeministischem Tattoo und einer Schaufel in der Hand zur „Arbeit verpflichtet“. Der Mann erhebt dabei mahnend den Zeigefinger. Zusätzlich prangt auf dem Sticker der Schriftzug „Linker Lump! Zur praktischen Arbeit!“, geschrieben in der Schriftart „Tannenberg“, die insbesondere während des Nationalsozialismus populär war.
Zwischen den U-Bahnhöfen Wutzkyallee und Lipischitzallee wurden mehrere Sticker einer extrem rechten Gruppierung entdeckt und entfernt.
Auf Stromkästen in der Manteuffelstraße in Lichterfelde wurde dreimal der extrem rechte Zahlencode "1161" entdeckt. Der Code steht für "AAFA" und meint "Anti-Antifaschistische Aktion".
An der Ecke Brunowstraße/ Treskowstraße führte der Bezirksverband der Partei "Alternative für Deutschland" einen Infostand durch. Dort wurde die "AfD"-Zeitung "Blauer Bote" in der Ausgabe "Frühling 2026" verteilt.
In einem Artikel der Zeitung wird das Bild eines vermeintlichen ungebremsten Stroms an Migrant*innen nach Berlin bedient. Dies wird in einen Zusammenhang gebracht mit einer Zunahme von Kriminalität, sexuellen Übergriffen und der Überlastung von Behörden. Zudem werden in einem weiteren Artikel Personen aus dem Ausland verantwortlich gemacht für zunehmende "Bandenkriege" in Berlin. Damit werden Narrative bedient, die rassistischen und geflüchtetenfeindlichen Erzählungen folgen, welche dazu geeignet sind, nicht weiße Personen pauschal als Bedrohung darzustellen. Die Inhalte können daher als rassistisch eingeordnet werden.
In der Berliner Straße veranstaltete der Bezirksverband der Partei "Alternative für Deutschland" (AfD) einen Infostand. Dort wurde die "AfD"-Zeitung "Blauer Bote" in der Ausgabe "Frühling 2026" verteilt.
In einem Artikel der Zeitung wird das Bild eines vermeintlichen ungebremsten Stroms an Migrant*innen nach Berlin bedient. Dies wird in einen Zusammenhang gebracht mit einer Zunahme von Kriminalität, sexuellen Übergriffen und der Überlastung von Behörden. Zudem werden in einem weiteren Artikel Personen aus dem Ausland verantwortlich gemacht für zunehmende "Bandenkriege" in Berlin. Damit werden Narrative bedient, die rassistischen und geflüchtetenfeindlichen Erzählungen folgen, welche dazu geeignet sind, nicht weiße Personen pauschal als Bedrohung darzustellen. Die Inhalte können daher als rassistisch eingeordnet werden.
Zusätzlich wurde ein Flyer mit dem Titel "7 Punkte zur Remigration" verteilt. Der verwendete Begriff „Remigration“ wird in dem Flyer als neutral dargestellt. Seit mindestens 2016 nutzen allerdings extrem rechte Akteure den Ausdruck als Kampfbegriff in politischen Kampagnen. Darin beschreibt Remigration euphemistisch die Vertreibung eines großen Teils der deutschen Bevölkerung anhand rassistischer Kriterien. Versuche, den Begriff positiv umzudeuten, führen zu einer Normalisierung extrem rechter Konzepte.
Es kam zu Gegenprotest gegen den Infostand durch Passant*innen.