Antisemitische Bedrohung in Kreuzberg
Auf einer Versammlung am Südstern wurden u.a. antisemitische Parolen gerufen.
Um gegen Ausgrenzung und Diskriminierung vorzugehen, muss man sie als Problem erkennen. Und man muss beschreiben wem sie passiert, wo sie stattfindet und wie sie funktioniert. Wir veröffentlichen die Vorfälle, die uns gemeldet werden.
Auf einer Versammlung am Südstern wurden u.a. antisemitische Parolen gerufen.
Ein Plakat, auf dem in arabisch und hebräisch das Wort "Bruder" steht und auf dem eine muslimische und eine jüdische Figur gemeinsam entlanglaufen - die jüdische Figur hat ihren Arm um die muslimische Figur gelegt -, wurde antisemitisch beschmiert. Das arabische Wort für "Bruder", das über der jüdischen Figur steht wurde durchgestrichen und daneben auf arabisch "mein Feind" geschrieben. Neben die jüdische Figur wurde auf arabisch "Terrorist" geschrieben.
In Berlin-Wedding wurde Propaganda entfernt. In der Liebenwalder Straße wurde ein Sticker entdeckt und entfernt, auf dem "Killing Jews is resistance" stand. Am Leopoldplatz wurde ein antimuslimisch-rassistischer Aufkleber entdeckt und entfernt.
In der Herrentoilette eines Lokals in Moabit ist ein Davidsstern zu sehen. Der Gast wird gezwungen, sein Geschäft darauf zu verrichten. Aufgrund der Oberfläche der Innenseite des Toilettendeckels ist es nicht möglich, das Symbol zu entfernen.
Es fand eine antiziganistischer Vorfall im Bezirk Pankow statt. Zum Schutz der betroffenen Person wurden keine weiteren Informationen veröffentlicht und das Datum anonymisiert.
An der Kreuzung Schnellerstr. / Karlshorster Str. wurden zwei Aufkleber gegen Antifaschist*innen entdeckt und entfernt.
An einem Briefkasten am Schöneweide Center in der Schnellerstraße wurde der neonazistische Zahlencode "1161" entdeckt.
Im Kastanienboulevard klebte ein Aufkleber in den Farben der Reichsflagge mit der Aufschrift „Deutschland meine Heimat“. In der Klingenthaler Straße klebte auf einem Mülleimer ein Aufkleber der neonazistischen Kleinstpartei „Der III. Weg", der sich gegen politische Gegner*innen der extremen richtete. Er wurde entfernt.
Im Spreepark nahe des Spreetunnels wurde ein Aufkleber eines NS-Black-Metal-Labels (NSBM) entdeckt und entfernt.
Auf dem Kaisersteg wurde ein Keltenkreuz entdeckt.
In der Köpenicker Landstr. wurde ein LGBTIQ*-feindlicher Aufkleber der Kampagne "Stolzmonat" entdeckt und entfernt.
Am kleinen Kiosk in der Straße Alt-Friedrichsfelde Ecke Rhinstraße wurden vor dem dortigen Kosmetikladen zwei rassistische Aufkleber aus einem bekannten Neonaziversand entdeckt. Auf dem einem Motiv war die antimuslimische Parole "Love Gehacktes hate Halal" zu lesen und auf dem anderen Motiv der rassistische Slogan "White lives matter".
In der Jan-Petersen-Straße wurde eine Person of Color beim Einsteigen in die Tram von vier Jugendlichen mit den Worten „Aussteigen lassen, willkommen in Deutschland!“ bedrängt.
Im Bus M49 in Richtung Zoologischer Garten, auf Höhe der Haltestelle Messe Nord, sprach ein Mann eine ihm unbekannte Frau an und machte eine Bemerkung. Als die Frau ihm sagte, dass sie das nicht witzig finde, antwortete er, sie verstehe das nicht, „weil sie keine Deutsche sei, das höre man“.
Damit stellte er die Frau als „nicht deutsch“ dar, nur aufgrund der Art und Weise wie sie spricht. Er knüpfte Zugehörigkeit zu Deutschland an bestimmte Merkmale und sprach ihr diese Zugehörigkeit ab.
Mehrere Umstehende solidarisierten sich anschließend mit der Frau und wurden daraufhin sexistisch beleidigt.
Im Durchgangsbereich der Genossenschaftsgebäude zwischen Massower Straße und Alfred-Kowalke-Straße wurde auf einem Schild ein anti-antifaschistischer Aufkleber der extremen Rechten gefunden und entfernt. Auf dem Motiv stand "Fck Antifa".
Während eine Person in der Trautenaustraße in Wilmersdorf im Vorfeld einer Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht 1938 Stolpersteine reinigte, kam ein Mann hinzu und äußerte sich antisemitisch. Er sagte, es sei ein Unding, die Stolpersteine zu putzen, während im Gazastreifen ein Völkermord stattfinde. Auf die Nachfrage, was die während des Nationalsozialismus ermordeten Jüdinnen*Juden mit der Situation in Gaza zu tun hätten, reagierte er wütend und sagte: „Weil das alles das gleiche Pack ist.“
Durch diese Äußerungen wurden Jüdinnen*Juden antisemitisch beleidigt sowie die Opfer der Shoah kollektiv mit Israel identifiziert und als Täter dargestellt.
In der Ritterstraße wurde ein Sticker von der Rückseite eines Schildes entfernt, der einen direkten Vergleich von Auschwitz und Gaza zog.
In der Herrenhausstr. wurde eine Gedenkkerze entfernt und ein Erläuterungstext abgerissen, die an Stolpersteinen platziert wurden.
An einer Hauswand wurde mit Kreide die Schmiererei „Fck AschkeNAZI“ angebracht.
15 israelfeindliche Aktivistìnnen haben sich am Freitag unerlaubt Zutritt zum ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin verschafft. Sie ließen einen Lautsprecher mithilfe von Helium-Ballons an die Decke des Foyers steigen, aus dem Kinderschreie ertönten. Damit verbreiteten sie mit antisemitischen Ritualmordmythen konnotierte Israelfeindlichkeit. Die Besetzer verteilten außerdem Flugblätter mit der Aufschrift »Gaza ist auch eure Schuld!«.
Auf einer staatlichen Veranstaltung für das Leben von Sint*izze und Rom*nja in Deutschland, an der viele Selbstorganisationen teilnehmen und ein Sinti-Orchester spielt, hält ein Gadje-Politiker eine Rede, in der er rassistische Stereotypen über Sint*izze und Rom*nja reproduziert.
Im Bereich Altenhofer Dreieck (befindet sich zwischen Landsberger Allee, Mittel- und Altenhofer Straße) wurde ein Aufkleber der Neonazikleinstpartei "Der III.Weg" mit dem Motiv "Der III. Weg Berlin - Familie, Heimat, Tradition" gemeldet.
Hinter einem Jugendclub in der Werneuchener Straße wurde ein weiterer Aufkleber vom "III. Weg" mit dem queerfeindlichen Motiv "Deutsch bleiben, statt Mainstream!" vor einem Logo der Partei und einer durchgestrichenen Regenbogenfarbkombination gefunden.
An der Kreuzung Köpenzeile / Flansweg wurde auf einem Straßenschild ein extrem rechter Aufkleber aus einem neonazistischen Onlinehandel entdeckt und entfernt.
An einer Stellwand im U-Bahnhof Spichernstraße in Wilmersdorf wurden zwei Hakenkreuze geschmiert.
An der Bushaltestelle Siriusstr. wurden drei Hakenkreuze und der rassistische Schriftzug "Ausländer raus" auf den Sitzen entdeckt.
In der Schönhauser Allee wurde an einem Fahrradständer ein Hakenkreuz entdeckt und unkenntlich gemacht.
Auf einer Tischtennisplatte nahe der "Blutmauer" im Lichtenberger Rathauspark wurde eine NS-verherrlichende "Hknkrz"-(="Hakenkreuz")Schmiererei und daneben ein antisemitischer "Jude"-Schriftzug entdeckt und unkenntlich gemacht.
Als ein weibliches Paar am Platz der Luftbrücke aus der U6 ausstieg, wurde es von einem Mann mittleren Alters beim Vorbeigehen als "Lesbenpack" beschimpft.
Das Paar erlebte nur wenige Minuten zuvor bereits eine Beleidigung durch eine andere Person in der U-Bahn.
In der U6, aus Richtung Mehringdamm kommend, wurde gegen 20:00 Uhr ein weibliches Paar von einem Mann mittleren Alters als eklig bezeichnet und mit abfälligen Blicken gemustert.
Beim Aussteigen am Platz der Luftbrücke ereignete sich ein weiterer Vorfall.
An der Bushaltestelle Zinsgutstr. wurde der neonazistische Zahlencode "1161" entdeckt.
In einem Geschäft im Ortsteil Mitte wurde am Nachmittag eine Sicherheitsmitarbeiterin von einem Mann rassistisch beleidigt
In der Unterführung der S-Bahn am Falkenweg wurde über mehrere Meter der Schriftzug "KILL ALL MUSLIMS" entdeckt.
An einem Bauzaun in der Rotherstraße wurde ein rassistischer Sticker mit der Forderung nach "Remigration" entdeckt.
In der U5 Richtung Hönow kam es durch eine fünf- bis sechsköpfige Gruppe von Anhängern des Hohenschönhausener Fußballvereins BFC Dynamo Berlin zu anti-antifaschistischen und rassistischen Beleidigungen und Bedrohungen. Die Gruppe fiel zwischen den Haltestellen Lichtenberg und Friedrichsfelde durch rassistische Bemerkungen und wildes Gestikulieren auf. Sie feindeten einen Fahrgast, der eine Kufiya trug, mit allerhand anti-antifaschistischen und rassistischen Beleidigungen an ("Antifaschwein", "Bombenleger" etc.) und fertigten Videoaufnahmen von der betroffenen Person an. Zudem drohten die Täter mit Gewalt, indem sie sich darüber unterhielten, ob sie die Person verprügeln sollten oder nicht. Die betroffene Person lief daraufhin auf Höhe der Haltestelle Friedrichsfelde bis ans andere Ende der U-Bahn, um weitere Eskalationen zu vermeiden.
Es wurde ein Sticker "FCK ANTIFA" aus einem extrem rechten Onlinehandel gemeldet, der sich an einem Fahrradbügel in der Koppenstraße befand.
Der Melder teilte darüber hinaus mit, dass an gleicher Stelle in der Vergangenheit immer wieder Sticker entfernt wurden, die sich einerseits gegen die Antifa richteten "FCK ANTIFA", "We hate Antifa" und andererseits Werbung für die "AfD" machten "Wir sind Deine Stimme" im Stil vom Northface-Logo.
In einem Tanzkurs in Friedrichshain erklärte die Kursleiterin die Ursprünge des Tanzes und wies auf die Bedeutung und Ursprünge in der afroamerikanischen Community hin. Gleichzeitig forderte sie die Kursteilnehmer*innen auf, sich wie Affen zu bewegen. Im Anschluss von einer irritierten Teilnehmerin darauf angesprochen, sah die Kursleiterin kein Problem und führte stattdessen den "animalischen" Zusammenhang weiter aus.
Ein Mann begann anlasslos in der U-Bahn zu pöbeln und trat kurz darauf einer jungen, weiblich wahrgenommenen Person mit Absicht auf den Fuß. Als eine solidarische Zeugin mit der Betroffenen die Bahn verließ, rief der Mann ihnen hinterher: „They wanted equal rights!“ ("Sie wollten gleiche Rechte"). Insbesondere dieser letzte Kommentar („they wanted equal rights“) verdeutlicht die antifeministische Dimension des Vorfalls, da der Täter sich anscheinend von der physischen Präsenz einer Frau zu den Beleidigungen und gewalttätigem Handeln aufgefordert gefühlt hat und die Gleichberechtigung von Frauen ablehnt.
In der Zingsterstraße wurde ein antimuslimischer und NS-verherrlichender Aufkleber von einem Neonaziversand gefunden und entfernt. Auf dem Motiv war die Parole "Habibi-freie Zone - Hier wird Deutsch gesprochen!" in Kombination mit einem daneben abgebildeten Reichsadler zu lesen bzw. zu sehen.
In einer Geflüchtetenunterkunft im Bezirk Mitte ereignete sich eine antimuslimisch-rassistische Diskriminierung. Zum Schutz der betroffenen Person werden keine weiteren Informationen veröffentlicht.
Gegen 22:50 Uhr haben zwei vermummte Männer einen 26-Jährigen am Kragen gepackt und ihn als Juden beschimpft. Anschließend sprühten sie ihm Reizgas ins Gesicht, bevor sie flüchteten. Der Mann erlitt Schmerzen an den Augen und wurde von den Einsatzkräften erstversorgt.
Auf der Toilette einer Berliner Hochschule in Dahlem wurde ein „Bring them Home“-Aufkleber beschädigt und daneben „Fuck You“ geschrieben und ein Davidstern gemalt.
In einem Jugendclub in der Seelenbinder Str. wurde ein Aushang gegen Antisemitismus mit verschiedenen Schriftzügen, wie "Free Hitler", "Juden töten euch alle", "Anti Kurden" und dreimal "Fuck Antifa" beschmiert, zudem wurden verschiedene Dinge aus dem Haus entwendet.
Einem Mitarbeiter eines Berliner Sozialunternehmens im Bezirk Mitte wurde mündlich eine Änderungskündigung angekündigt, nachdem er einen Antrag auf Anerkennung einer Schwerbehinderung gestellt hatte.