Antisemitische Propaganda in Friedrichshain
In Friedrichshain wurde ein antisemitisches Plakat entdeckt.
Um gegen Ausgrenzung und Diskriminierung vorzugehen, muss man sie als Problem erkennen. Und man muss beschreiben wem sie passiert, wo sie stattfindet und wie sie funktioniert. Wir veröffentlichen die Vorfälle, die uns gemeldet werden.
In Friedrichshain wurde ein antisemitisches Plakat entdeckt.
In Mitte wurde ein israelbezogener antisemitischer Aufkleber entdeckt.
Im Ortsteil Mitte wurde ein antisemitischer Aufkleber entdeckt.
Eine pro-palästinensische Demonstration mit etwa 3000 Teilnehmenden zog durch Mitte. Auf Plakaten und in Sprechchören verbreiteten Teilnehmenden dabei israelbezogenen Antisemitismus. Neben einem Plakat mit der Aufschrift "Boykott Israeli Apartheid" waren Sprechchöre, die der Terrororganisation Hamas huldigten, zu hören.
In der Kommunikation mit einem Amt wird normalerweise Gebärdendolmetschen finanziert. Aufgrund mangelnder Mittel in einem Berliner Bezirksamt konnte die Dolmetschung nicht finanziert werden. Die Kommunikation mit gehörlosen Menschen wurde dadurch behindert.
Am S-Bahnhof Hermsdorf wurde auf die Scheibe eines Infokastens "Kill Habeck" geschrieben. Robert Habeck war zur Zeit des Vorfalls Wirtschaftsminister der Partei Bündnis '90/Die Grünen. Dieser Mordaufruf steht vermutlich im Zusammenhang mit den aus Frohnau gemeldeten Schmierereien "FUCK GRÜNE" und "FUCK ISLAM" am selben Tag.
Vor dem Brandenburger Tor kam es zu einer Friedensdemonstration mit extrem rechter Beteiligung. Zur Demonstration mit über 10 000 Teilnehmenden hatten verschiedene linke Organisationen und Parteien aufgerufen. Auf der Bühne relativierte ein Redner den Holocaust, in dem er das Handeln israelischer Sicherheitskräfte als "noch schlimmere Nummer" bezeichnete. Neben linken Organisationen waren auch eine Reihe von extrem rechten und verschwörungsideologischen Gruppen und Einzelpersonen anwesend, darunter die verschwörungsideologische Kleinpartei "Die Basis", die extrem rechte "Bürgerrechtsbewegung Solidarität (BüSo)", verschwörungsideologische Trommelgruppen aus dem Berliner Umland sowie extrem rechte Medienaktivst*innen. Auf Schildern und Plakaten wurden zum Teil verschwörungsideologische Botschaften verbreitet. Eine Person zeigte ein Schild mit der Aufschrift: "Free Palestine from German Guilt". Unter den Teilnehmenden wurde für das extrem rechte "Compact-Magazin" geworben.
Im U-Bahnhof Alexanderplatz wurden an mehreren Stellen zahlreiche israelbezogene antisemitische Aufkleber entdeckt und entfernt, auf denen eine israelische Flagge mit durchgestrichenem Davidsstern und dem Schriftzug "Boycott Apartheid Israel" zu sehen war.
In der Hoernlestraße wurde ein LGBTIQ*-feindlicher Aufkleber der neonazistischen Kleinstpartei "Der III. Weg" entdeckt und entfernt.
Ein Bezirkspolitiker der Partei Die Linke stellte sich am Rande einer pro-palästinensischen Demonstration durch Mitte mit einer Palästinafahne mitten in das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Mitte, ließ sich so fotografieren und postete dies in sozialen Medien im Internet.
Ein Radfahrer hatte an der Seestraße einen Unfall. Da das Unfallopfer über schwere Schmerzen klagte und benommen wirkte, rief eine Zeugin den Notarzt. Einer der eintreffenden Sanitäter forderte den benommenen Mann auf, zum Krankenwagen zu laufen. Auch als die Zeugin darauf hinwies, dass er Schmerzen habe und nicht alleine laufen könne, forderte der Sanitäter das Opfer erneut und nun lauter und energischer auf, selbst zu laufen. Erst der zweite Sanitäter half dann dem Unfallopfer beim Laufen. Es liegt nahe, dass der erste Sanitäter dem Unfallopfer aus rassistischer Motivation nicht helfen wollte.
Im Bus 166 Höhe sowjetisches Ehrenmal stieg am Vormittag eine ältere Frau in den Bus und pöbelte eine Frau mit ihrem kleinen Kind, das ein wenig weint, mit den Worten "Ausländer haben ihre Kinder nicht unter Kontrolle" an. Als die Betroffene dem widersprach, solidarisierte sich eine weitere Mutter mit ihr.
Ein türkisches Restaurant erhielt eine Bestellung, deren Bestellwert knapp 100,- Euro betrug. Auf der Bestellung war auf Türkisch eine rassistische Propaganda zu lesen. Die Adresse wurde vom Personal überprüft und erwies sich als Fake. Daher wurde die Bestellung nicht realisiert und es entstand kein materieller Schaden.
An verschiedenen Schaukästen in und um den S-Bahnhof Frohnau wurden extrem rechte Schmierereien angebracht. An fünf verschiedenen Orten wurden die Glasscheiben von Infokästen, sowie von einer Bahnhofstür, beschmiert. Mit einem schwarzen Marker wurde jeweils "FUCK GRÜN" oder "FUCK GRÜNE" geschrieben. An einer Stelle war noch zusätzlich die Aufschrift "Fuck Islam" angebracht. Vor zwei Tagen wurden bereits ähnliche Schriftzüge auf einem Schaukasten der CDU gemeldet.
In Neukölln wurde eine Schmiererei mit Shoa-bagatellisierendem Inhalt entdeckt.
In der Oranienstraße wurde ein antisemitischer Sticker entdeckt.
Zwischen dem 24. und 25. November wurde an einer Hausfassade in der Reichenberger Straße eine Schmiererei entdeckt, die u.a. Zionismus mit dem Nationalsozialismus gleichsetzt.
In einer Freizeiteinrichtung in der Storkower Straße wurde ein antisemitischer Aufkleber gefunden. Der Aufkleber zeigt Hühner in einer Massentierhaltung und die Aufschrift "End the animal holocaust".
Am Görlitzer Bahnhof wurde gegen 00:00 Uhr eine antisemitische Schmiererei entdeckt.
An der Bushaltestelle Blissestr./Uhlandstr. in Wilmersdorf wurde die israelbezogene antisemitische Schmiererei "Kindermörder Israel" entdeckt
In Waidmannslust wurden antisemitische und LGBTIQ*-feindliche Aufkleber dokumentiert.
Im Luisenhain wurde ein Aufkleber, der zu Gewalt gegen Antifaschist*innen aufruft, entdeckt und entfernt.
Die Şehitlik-Moschee in Nord-Neukölln bekommt fortwährend bedrohliche Telefonanrufe.
Es wurde eine behindertenfeindliche Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt dokumentiert. Auf Wunsch der Betroffenen werden keine weiteren Informationen veröffentlicht.
Die Şehitlik-Moschee erhielt wie auch andere Moscheen in Berlin, Hassbriefe, mit angebrannten Textseiten, Wurstscheiben und Erde oder Dreck. In einem gedruckten Text wurden in deutscher und türkischer Sprache der Koran, Allah und Mohammed höchst aggressiv beschimpft. Anzeige wurde erstattet.
Am S+U-Bahnhof Zoologischer Garten wurden erneut mehrere Aufkleber der Gruppe "Studenten stehen auf" entdeckt. In der Gruppe agieren extrem rechte Personen und in Texten der Gruppe wird die Zeit des Nationalsozialismus und der Shoa relativiert.
Eine queere Person wurde in einem Geschäft in der Potsdamer Straße von drei Mitarbeitern des Ladens aus LGBTIQ*-feindlicher Motivation bedroht. Als sie das Geschehen der Gewaltandrohung mit ihrem Handy aufnehmen wollte und versuchte sich aus der Situation zurückzuziehen, wurde ein Ladenmitarbeiter aggressiv. Als die queere Person den Laden verließ, wurde sie von Mitarbeitern verfolgt und von einem aus der Gruppe von hinten mit einem Griff gewürgt. Es gelang ihr, sich von den drei Männer zu entfernen, wobei ihre Brille zerbrach.
In der U-Bahnlinie 7 wurde ein Hakenkreuz und das Kürzel "SS" in das Gummi einer Tür geritzt.
In der Schloßstraße Ecke Otto-Grüneberg-Weg, sowie in der Wilmersdorfer Straße Ecke Spielhagen Straße wurden Aufkleber der extrem rechten "Jungen Alternative" (Jugendorganisation der AfD) mit dem Slogan "Unsere Heimat, unsere Zukunft!" entdeckt und entfernt.
In der Mahlsdorfer Straße wurden an zwei Werbeplakaten der Schriftzug "Fuck Antifa" entdeckt.
Gegen 13:30 Uhr schläft eine offensichtlich obdachlose Person in der U-Bahn Höhe Hermannplatz/ Südstern. Eine einsteigende Frau beginnt den Mann lauthals zu beleidigen. Sie sprach daraufhin auch in abwertender und beleidigender Weise gegenüber der obdachlosen Person Mitreisende an, vermutlich um Zuspruch zu erhalten. Trotz der Aufforderung von Mitreisenden, die Beleidigungen zu unterlassen, pöbelte sie weiter bis sie ausstieg. Beim Aussteigen schrie sie nochmals beleidigende Worte in Richtung der obdachlosen Person und zeigte auf diese.
Eine Moschee im Ortsteil Tiergarten erhielt einen antimuslimisch-rassistischen Hassbrief. Der Umschlag enthielt verbrannte Koranseiten, Schweinefleisch und Fäkalien. Ähnliche Briefe wurden in Berlin und deutschlandweit an Moscheen verschickt.
Die Muradiye-Moschee in Nord-Neukölln erhielt einen antimuslimisch-rassistischen Hassbrief. Neben einer Nachricht, die den Koran beschimpfte, waren in dem Umschlag auch Schweinefleisch, angebrannte Koranseiten und Fäkalien enthalten. Ähnliche Briefe wurden in Berlin und deutschlandweit an weitere Moscheen des türkischen Dachverbands DITIB verschickt.
Es wurde eine anti-Schwarze rassistische Diskriminierung dokumentiert. Auf Wunsch der Betroffenen werden keine weiteren Informationen veröffentlicht.
In Charlottenburg wurde antisemitische Propaganda entdeckt.
In einer Landesbehörde kam es zu einer antiziganistischen Bedrohung durch eine*n Mitarbeiter*in. Das Datum und Details des Vorfalls wurden zum Schutz der Betroffenen anonymisiert.
Ein jüdischer Student wurde von zwei Mitstudenten israelbezogen antisemitisch beleidigt und bedroht. Zum Schutz des Betroffenen wurden Details des Vorfalls anonymisiert.
In Charlottenburg wurden die Wände einer Moschee mit Hakenkreuzen und Davidsternen beschmiert. Die Bedrohung der Gemeinde in Charlottenburg ereignete sich im Zusammenhang mit anderen ähnlichen Bedrohungen berlinweit, darunter auch Hassbriefe und -anrufe.
Am S-Bahnhof in Karow wurde ein Aufkleber mit der Aufschrift "Nazizone" gefunden.
An der Ecke Eschachstraße und Gorkistraße in Tegel wurde ein extrem rechter Aufkleber mit der Aufschrift "Für Identität und Heimat" bemerkt und entfernt.
In der Simon-Bolivar-Straße wurden mehrere Hakenkreuze an einem Stromkasten entdeckt.
Am U-Bahnhof Parchimer Allee im Bezirksteil Britz wurden zwei Hakenkreuze entdeckt. Die Schmierereien wurden unkenntlich gemacht.
Ein Mensch aus Berlin berichtete einer Beratungsstelle von einem gewaltsamen Vorfall in Berlin mit LGBTIQ*-feindlicher Motivation. Zum Schutz von Betroffenen werden weitere Informationen nicht veröffentlicht.
Am Plänterwald wurde ein Aufkleber eines neonazistischen Onlinehandels gegen Linke entdeckt und entfernt.
Es wurde eine Diskriminierung an einer Schule dokumentiert. Zum Schutz der Betroffenen werden keine weiteren Informationen veröffentlicht.
An Schaukasten der CDU am Ludolfinger Platz in Frohnau wurde von Unbekannten eine rassistische Schmiererei angebracht. Die Schlagworte "CDU = Islam" und "2015" verwiesen auf die Einwanderung von muslimischen Flüchtlingen im Jahr 2015 und machten die CDU dafür verantwortlich. Der Islam und muslimische Migrant*innen wurden zugleich pauschal abgewertet, weil sie als etwas Negatives dargestellt wurden. Der benachbarte Schaukasten des Bürgervereins Frohnau wurde von derselben Person mit dem Schriftzug "FUCK GRÜNE" beschmiert.