Antisemitischer Facebook-Kommentar
Unter einem Facebook-Beitrag einer jüdischen Organisation wurde ein antisemitischer Kommentar gepostet.
Um gegen Ausgrenzung und Diskriminierung vorzugehen, muss man sie als Problem erkennen. Und man muss beschreiben wem sie passiert, wo sie stattfindet und wie sie funktioniert. Wir veröffentlichen die Vorfälle, die uns gemeldet werden.
Unter einem Facebook-Beitrag einer jüdischen Organisation wurde ein antisemitischer Kommentar gepostet.
In einer Grünanlage in Marienfelde wurde auf einem Stromkasten eine antisemitische Schmiererei mit der Parole "Kinda Mörda Israil. Tot alle Yuden. Allah Hu Akbar" entdeckt.
An einem Stromkasten an der Straßenbahnhaltestelle Weißer See (M13) wurde der Slogan "Ausländer raus!" entdeckt.
Im Wongrowitzer Steig vor der Grundschule wurde ein Aufkleber des Neonazi-Versandhandels "Druck18" entdeckt und entfernt.
Um 21:40 Uhr wurde eine 42-jährige Person vor einem Lebensmittelgeschäft in der Frankfurter Allee von einem 26-jährigen Mann homofeindlich beleidigt und am Kopf verletzt. Die Polizei schritt ein und nahm den Angreifer fest. Die betroffene Person konnte ihren Weg fortsetzen.
Am Abend filmte ein Mann eine Frau auf dem S-Bhf. Grünau ohne deren Einverständnis. Dabei machte er sich über sie lustig. Als sie und ihre Begleitung den Mann aufforderten dies zu unterlassen, begann dieser die beiden rassistisch zu beleidigen und gestikulierte aggressiv. Zum Abschluss schrie der Mann "Sieg Heil". Die Betroffenen stiegen in die nächste Bahn.
Einem Schwarzen Mann wurde die Kostenübernahme für seine Unterkunft durch ein Jobcenter verweigert. Der Mann verlor dadurch seine Unterkunft.
Am U-Bahnhof Kaulsdorf-Nord wurden zwei Personen wiederholt von einem Mann angepöbelt, weil sich diese in einer anderen Sprache als deutsch miteinander unterhielten. Er forderte sie wiederholt dazu auf, deutsch zu sprechen.
Am Mauerrandweg an der Grenze von Reinickendorf und Brandenburg wurde ein rassistischer Aufkleber der extrem rechten NGO Ein Prozent bemerkt. Auf Arabisch und Deutsch wurden Migrant*innen darauf aufgefordert, Deutschland zu verlassen.
In der Prenzlauer Promenade wurden rassistische Schmiereien entdeckt. Diese tätigten das N*-Wort versehen mit dem Slogan "Raus jetzt!"
Ein Schwarzer Mann berichtete, dass er in seinem Ausbildungsbetrieb rassistisch gemobbt wurde.
Nahe einer internationalen Schule und einer russischsprachigen KiTa an der Allee der Kosmonauten wurden Schmierereien mit antislawisch rassistischem Inhalt entdeckt. Sie rufen auf besonders brutale Weise zum Mord an russischen Kindern auf.
In der Heinersdorfer Straße, Pistoriusstraße und in der Prenzlauer Promenade wurden vereinzelt rechte Aufkleber entdeckt. Einzelne hatten als Slogan "FCK AFA" (= Fuck Antifaschismus).
Der Telegram-Kanal "Demokratischer Widerstand Offiziell" verbreitete im August 2022 ein Quiz mit der Fragestellung, ob Gewalt gegen Maskenverweigernde zuässig wäre. Eine Antwortmöglichkeit nannte Mund-Nase-Schutzmasken "das Symbol unserer Unterdrücker vom Verstümmelungs- und Genozid-Regime". Dies diente der Diffamierung des politischen Gegners.
Auf dem Boden am S-Bhf. Ostkreuz wurde ein A4 großer Sticker eines extrem rechten Onlinehandels aus Halle geklebt, auf dem die Regierung verunglimpft wurde.
Eine Jüdin wurde unter einem Tagesschau-Post auf Instagram in mehreren antisemitischen Kommentaren adressiert. Sie hatte sich für eine differenzierte Berichterstattung zum Thema Israel bedankt, woraufhin ein User ihr entgegnete, dass "der Typ mit dem Schnäuzerchen" alles richtig gemacht hätte, so "dreist und unverschämt" wie Jüdinnen_Juden ("ihr") wären. Außerdem wurde sie als Ratte, Teufelsanbeterin und Terroristin beschimpft.
Auf dem Fahrplan einer Bushaltestelle am S-Bahnhof Wannsee wurde "Ohne Bargeld geht‘s nach Auschwitz" geschmiert. In der Vergangenheit wurden ähnliche Schmierereien auch an anderen Haltestellen entdeckt. Der Spruch relativiert die Shoa.
Eine jüdische Organisation erhielt auf einen Instagram-Beitrag einen antisemitischen Kommentar, der Israel dämonisierte.
Der Tweet einer jüdischen Organisation wurde in antisemitischer Weise kommentiert.
Am Rande einer extrem rechten, verschwörungsideologischen Demonstration am Alexanderplatz wurden Menschen von einem Teilnehmer fotografiert und bedroht.
Laut Augenzeug*innen-Bericht wurde eine Person im Rollstuhl von einem Busfahrer der BVG an der Haltestelle Adalbertstr./Oranienstr. diskriminiert. Die Person im Rollstuhl wartete an der Haltestelle auf den Bus. Als dieser anhielt, stiegen Menschen ein und aus. Einige machten den Fahrer auf die Assistenz benötigende Person aufmerksam. Der Busfahrer antwortete, er könne sie nicht mitnehmen, obwohl es sehr offensichtlich war, dass er einfach nicht wollte. Er schloss die Türe und fuhr einfach weg. Der darauffolgende Busfahrer bewies, dass es offensichtlich kein Problem war, die Person mitzunehmen.
In der Rütlistraße wurden extrem rechte Aufkleber aufgefunden und entfernt.
Ein AfD-Abgeordneter aus Marzahn-Hellersdorf hat in einem Social-Media-Posting LGBTIQ*-feindliche Aussagen verbreitet. In seinem Posting äußert er sich negativ über die Nutzung von Regenbogenfarben auf einem Kinderspielplatz.
An der Ecke Weißenseer Weg und in der Elli-Voigt-Straße wurde jeweils ein Aufkleber gegen Werbung für Schwangerschaftsabbrüche gemeldet, der auf ein Online-Magazin der NPD verweist.
In der Karl-Marx-Allee Ecke Koppenstraße wurde eine an die Hauswand geschmierte „18“ gesichtet. Die 18 ist ein Zahlencode, der für "Adolf Hitler" steht.
Auf dem Spielplatz eines Vereins in der Nähe der Paul-König-Straße beleidigte um 12:20 Uhr ein etwa 50 bis 60-Jähriger Mann erst ein Kind rassistisch und im Gespräch später eine Frau sexistisch. Eine Gruppe Kinder im Kita-Alter waren im Rahmen eines Bildungs- und Freizeitangebots ("Frühe Bildung vor Ort", FBO) für Kinder aus Familien mit Fluchtgeschichten und in Absprache mit dem Verein auf dem Spielplatz gewesen. Wegen des aggressiven Verhaltens des Mannes, der sich erst wegen der Lautstärke der Kinder beschwerte und schließlich laut rassistisch beleidigend über die Kinder sprach, brach die Gruppe auf und verließ den Spielplatz. Als der Mann der Gruppe folgte, blieb eine Betreuerin zurück und diskutierte mit dem Mann, der sie sexistisch beleidigte. Schließlich rief sie die Polizei und brachte so den Mann davon ab, weitere Fotos und Videos von ihr zu machen und ihr zu folgen.
Gegen 19:45 Uhr ging eine Frau, ihr Mann und ihr Kind in der Franz-Schmidt-Straße über die Straße. Kurz vor dem Gehweg bückte sich das Kind, es wurde von der Frau schnell an sich gezogen. Ein Auto fuhr vorbei. Der Fahrer sagte durch das Fenster in lauter Stimme etwas, was den Betroffenen unverständlich blieb. Der Fahrer bog ab, hielt das Auto an, stellte den Motor ab und stieg aus. Der Fahrer kam direkt auf den Mann zu, sprach laut. Die Worte verstand der Vater nicht komplett. Der Fahrer stieß dem Mann gegen Brust und Bauch und schubste ihn. Der Fahrer packte den Mann an den Schultern und schüttelte ihn. Der Fahrer fragte, dass es sein Heimatland wäre und was der Mann hier mache. Als der Fahrer los ließ und in sein Auto stieg, versuchte der Vater, ein Foto zu machen. Daraufhin kam der Fahrer zurück. Eine Zeugin war dem Mann, der Frau und dem Kind zu Hilfe geeilt. Diese rief die Polizei. Der Fahrer holte sein Smartphone raus, filmte und sprach laut und aggressiv.
In der Behmstraße wurden verschiedene (extrem) rechte Aufkleber entdeckt und entfernt. Die Aufkleber waren u.a. von einem extrem rechten Onlineversandhandel (Druck18) sowie von der Jugendorganisation der NPD - JN.
Eine Demonstration der extrem rechten, verschwörungsideologischen Gruppe "Freie Geister" zog mit ca. 70 Teilnehmenden vom Alexanderplatz durch Mitte. Auch Personen aus dem Reichsbürgermilieu und aus anderen extrem rechten Gruppen waren anwesend und mit Plakaten und Schildern wurden Reichsbürgerideologien verbreitet. Die Demonstration richtete sich unter anderem gegen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung und, mit Narrativen aus der russischen regierungsnahen Propaganda, gegen den Ukraine-Krieg. Teilnehmende verbreiteten dabei auch NS-verharmlosende Vergleiche und strukturell antisemitische Verschwörungsmythen.
Eine jüdische Organisation erhielt eine antisemitische E-Mail.
Am 7. August wurde ein Tweet einer jüdischen Organisation antisemitisch kommentiert.
Eine jüdische Organisation auf einen Twitter-Beitrag einen antisemitischen Tweet als Antwort.
Nahe der Cottbusser Straße wurde ein extrem rechtes Graffiti mit Bezug zur Jugendorganisation "NRJ" der neonazistischen Kleinstpartei "Der III. Weg" entdeckt und entfernt.
An der Frankfurter Allee wurde ein Poster des "III. Weg" auf eine Litfaßsäule angebracht. Dieses wurde gemeldet und teilweise entfernt.
Gegen 13 Uhr wurde in die Luxemburger Straße ein 26-jähriger Mann unvermittelt von einem 43-Jährigen auf den Rücken geschlagen und rassistisch beleidigt. Anschließend schlug der Täter dem Jüngeren ins Gesicht, wodurch der 26-Jährige eine Platzwunde am Mund erlitt. Einem Zeugen, der die Polizei verständigt hatte und deeskalierend eingreifen wollte, drohte der Aggressor, ihn ebenfalls zu schlagen, wenn er sich nicht raushalten würde. Alarmierte Polizeikräfte nahmen den 43-Jährigen, der zwischenzeitlich geflüchtet war, in der Nähe fest.
In der Nähe der Covid-19-Teststation wurden mehrere Sticker mit rechter Propaganda gesichtet und entfernt.
In der Nassauischen Straße in Wilmersdorf wurde ein Aufkleber mit dem transfeindlichen Slogan "Frau zu sein ist kein Gefühl" entdeckt.
Gegen 0.10 Uhr wurden im Garten einer Jugendfreizeiteinrichtung in Neu-Hohenschönhausen mehrere Mülltonnen mit einem Brandbeschleuniger (Graffitidosen) zerstört. An den Mülltonnen wurde ein Bekennerschreiben mit rechtsextremem Inhalt vorgefunden. Bei der Polizei wurde Anzeige durch den Träger des Jugendclubs erstattet, der Staatsschutz ermittelt.
Eine jüdische Organisation erhielt eine antisemitische E-Mail.
Eine jüdische Organisation und mehrere staatliche und zivilgesellschaftliche Institutionen sowie Privatpersonen erhielten eine antisemitische Massenzuschrift.
Eine jüdische Organisation erhielt einen antisemitischen Twitter-Kommentar.
In der Ostender Straße im Wedding wurden drei spielende Kinder im Alter von acht, zehn und elf Jahren von einem ihnen unbekanntem alten Mann antiziganistisch beschimpft.
Die Neonazikleinstpartei "III. Weg" hat drei Infostände in Lichtenberg organisiert. Einer war am Tierpark, einer in der Weitlingstraße und einer am Bhf. Friedrichsfelde-Ost. Diese Stände nutzten die Aktivist*innen zur Selbstdarstellung unter dem Motto "Die wahre Krise ist das System". Im Umfeld wurden Flugblätter in Briefkästen gesteckt. Auch Sticker wurden gemeldet und entfernt.
An einem neuen Studierendenwohnheim an der Ecke Otto-Franke-Str./ Moissistr. wurde ein Hakenkreuz sowie der Schriftzug "For Hitler" entdeckt.
Als ein 58-Jähriger Mann auf dem Fahrrad vor einer Ampel wartet, wird von er einem unbekannten Erwachsenen bedrängt und antisemitisch beleidigt. Als der Betroffene sich zur Wehr zu setzen versucht, wird er dabei bedroht, körperlich angegriffen und ihm wird seine Kippa vom Kopf gerissen. Der Betroffene erleidet Verletzungen durch mehrere Schläge gegen den Kopf und das Gesicht. Erst durch das Eingreifen eines Zeugen gelingt es dem Betroffenen sich von der Fahrbahn in Sicherheit zu bringen.
Im Umfeld des Kastanienboulevards wurden mehrere Aufkleber der neonzistischen Kleinstpartei "Der III. Weg", u.a. mit antisemitischem Inhalt, entdeckt und entfernt.
Im Ortsteil Mitte wurden vier Aufkleber der extrem rechten Impfgegner-Gruppierung "The White Rose" entdeckt und entfernt, die NS-relativierende Vergleiche verbreiteten.
Am Nachmittag beleidigte ein Mann einen PoC (People of Color, Einzahl Person of Color) in einem Döner-Imbiss in der Bölschestraße rassistisch als "Affe".
Ab 15.00 Uhr fand eine Kundgebung von Reichsbürger*innen und verschwörungsideologisch orientierten Friedensbewegten mit ca. 60 Teilnehmenden am Pariser Platz statt, auf der NS-Verharmlosungen im Zusammenhang mit Anti-Corona-Maßnahmen und Verschwörungsmythen aus regierungsorientierten russischen Quellen zum Ukraine-Krieg und strukturell antisemitische QAnon-Mythen verbreitet wurden.
Ab 15:00 Uhr fand eine Reichsbürger*innen-Kundgebung vor dem Bundestag mit ca. 70 Teilnehmenden statt, auf der NS-Relativierungen im Zusammenhang mit Impfmaßnahmen und dem Ukraine-Krieg verbreitet wurden. Der Kundgebung hatten sich viele Menschen aus einer breiten verschwörungsideologischen Mischszene angeschlossen. Aus dieser Szene heraus war zu einer Aktionswoche vom 30.07. bis zum 06.08. in Berlin aufgerufen worden.