Gefährliche Körperverletzung gegen politische Gegner in Lichtenberg
Im Bezirk Lichtenberg ereignete sich eine Körperverletzung gegen eine*n politische*n Gegner*in der Extremen Rechten. Das genaue Datum ist dem Berliner Register nicht bekannt.
Um gegen Ausgrenzung und Diskriminierung vorzugehen, muss man sie als Problem erkennen. Und man muss beschreiben wem sie passiert, wo sie stattfindet und wie sie funktioniert. Wir veröffentlichen die Vorfälle, die uns gemeldet werden.
Im Bezirk Lichtenberg ereignete sich eine Körperverletzung gegen eine*n politische*n Gegner*in der Extremen Rechten. Das genaue Datum ist dem Berliner Register nicht bekannt.
Auf der Frankfurter Allee Ecke Atzpodienstraße wurde ein Aufkleber aus einem bekannten Neonaziversand mit der Aufschrift "Das ganze Deutschland soll es sein" geschrieben in Frakturschrift, gefunden. Die Parole beinhaltet die bei Neonazis weit verbreitete geschichtsrevisionistische Forderung der Wiederherstellung des Deutschen Reiches in den Grenzen von 1918 (somit auch u.a. heutiger polnischer Gebiete).
Im Prenzlauer Berg ereignete sich eine LGBTIQ*feindliche Pöbelei. Zum Schutz der Betroffenen werden keine weiteren Angaben gemacht.
Als zwei Sicherheitsmitarbeiter*innen im U-Bahnhof Osloer Straße den Fahrschein einer Frau kontrollieren wollten, wurden sie von dieser rassistisch beleidigt und mit einem Stein attackiert. Der Sicherheitsmitarbeiter erlitt eine Platzwunde am Kopf, seine Kollegin zog sich ein Hämatom zu.
An einer Oberschule im Bezirk kommt es bereits seit Monaten zu rassistisch motivierten Beleidigungen, welche in einem Angriff auf den betroffenen Schüler eskalierten. Die Familie des betroffenen Schülers beklagt das Fehlen wirksamer Schutzmaßnahmen.
Im Bezirk Pankow ereignete sich ein rassistischer körperlicher Angriff. Das genaue Datum ist dem Berliner Register nicht bekannt.
Vor einem Krankenhaus in Schmargendorf in der Caspar-Theyß-Straße beleidigte ein Mann drei Familienmitglieder erst rassistisch. Als eine der Personen den Mann anschließend zur Rede stellte, griff er sie an.
Auf der Rolltreppe zum S-Bahnhof Wittenau wurde ein rassistischer Aufkleber der Neonazipartei "Die Heimat" mit dem Slogan "White Lives Matter" bemerkt.
In einem Wohnhaus in der Urbanstr. wurden wiederholt antirassistische Sticker von einem privaten Briefkasten abgekratzt, überkritzelt und entfernt. Zusätzlich wurde Müll in den entsprechenden Briefkasten geworfen.
In den vergangenen Wochen kam es bereits mehrmals zu rassistisch motivierten Beschädigungen an der Haustür und am Briefkasten. Die betroffene Person fühlt sich bedroht.
Am Büro einer sozialen Einrichtung klebten erneut zwei Sticker aus extrem rechten Versandshops. Die Sticker hatten rassistische Sprüche, sie richteten sich u.a. gegen muslimische Menschen. Die Einrichtung ist regelmäßig von Stickern und Briefeinwürfen betroffen.
An einem Fahrradständer in der Koppenstraße Ecke Lange Straße wurde ein rechter Sticker gegen politische Gegnerschaft mit der Aufschrift "We Hate Antifa" entdeckt.
In der Fichtestraße wurde ein Sticker der extrem rechten Gruppierung "Patriotische Aktion" im Stil eines abgeänderten Antifa-Symbols mit Deutschlandfahne an einem Laternenpfahl entdeckt und entfernt. Auf dem Sticker wurde der Instragram-Account eines extrem rechten Aktivisten beworben.
Im Bezirk Mitte ereignete sich ein körperlicher Angriff mit schwerer Körperverletzung auf einen politischen Gegner der extremen Rechten. Das genaue Datum ist dem Berliner Register nicht bekannt.
Eine Gruppe aus ca. 6 Personen verhielt sich in der Bahn laut und alkoholisiert und rief beim Aussteigen laut und deutlich "Sieg Heil". Laut der meldenden Person wurde wohl auch ein Hitlergruß gezeigt. Die weiteren Aktivitäten der Gruppe sind bislang unklar.
An der Rolltreppe U-Bahnhof Prinzenstraße Richtung Warschauer Straße wurde ein Sticker aus der extrem rechten "Tilda"-Stickerserie entfernt. Der Aufkleber ist Teil einer Serie von Tilda-Memes, die eine blonde, junge Frau zeigen. Die Figur ist Teil einer wachsenden Bildwelt, in der blonde, junge, muskulöse Personen als Stellvertreter*innen Deutschlands auftreten. Diese bildliche Darstellung transportiert die in extrem rechten Kreisen verbreitete rassistische Vorstellung, dass nur weiße Personen zum deutschen Volk gehören.
In der Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg hielten etwa 20 Verschwörungsideolog*innen eine Kundgebung ab.
In den Redebeiträgen und auf Schildern wurden verschwörungsideologische Inhalte zur Corona-Pandemie geteilt. Zudem wurde zum Schluss über das Mikrofon von mehreren Teilnehmer*innen für unterschiedliche Influencer*innen, Streamer*innen und Medienportale geworben. Darunter waren auch verschiedene rechtspopulistische bis extrem rechte Medien.
In der Wiesenstraße im Ortsteil Gesundbrunnen wurde ein antifeministischer und LGBTIQ*feindlicher Aufkleber gegen Gendern aus einem extrem rechten Versandhandel entdeckt und entfernt
An einem Stand auf dem Weihnachtsmarkt am Alexanderplatz zeigten zahlreiche Produkte wie Halsketten einen Umriss Palästinas, manchmal in den Farben der palästinensischen Flagge. Doch in diesem Umriss wurde das gesamte israelische Staatsgebiet als Teil eines imaginären Palästinenser-Staates dargestellt. Auch auf die Nachfragen einer Reporterin leugneten die Standbetreiber*innen das Existenzrecht Israels, wurden ungehalten und drohten mit der Polizei.
Der Stand wurde inzwischen von den Veranstaltern des Weihnachtsmarkts geschlossen.
In und um die Straße Unter den Linden in Mitte wurden elf Aufkleber der Neonazi-Partei "Die Heimat" und ihrer Jugenorganisation "JN" entdeckt und entfernt, die sich gegen die Antifa richteten und Rassismus und LGBTIQ*-Feindlichkeit verbreiteten.
In der Bölschestr. wurde ein Aufkleber eines NS-Black-Metal-Labels (NSBM) entdeckt und entfernt.
Am Alexanderplatz wurde ein Aufkleber der Gruppierung "Deutsche Patrioten mit Migrationshintergrund" entdeckt. Auf der Internetseite dieser Gruppierung wird das rassistische Konzept des Ethnopluralismus propagiert. Das Konzept stammt aus der Neuen Rechten und ersetzt das Wort "Rasse" durch "Kultur". Kulturen seien demnach gleichwertig und dürften nebeneinander existieren, doch eine Vermischung von Kulturen sei nicht gewünscht.
Auf der Anzeige auf dem Gleis des S-Bahnhof Schöneweide wurde ein Aufkleber der extrem rechten Jugendgruppe "Jägertruppe Berlin-Brandenburg" entdeckt.
"Die Heimat" Reinickendorf postete im November zum 1. Advent einen anti-muslimischen Beitrag auf Facebook, in dem sie schrieben: "Lassen wir uns von importierten Moslem-Terroristen nicht die Adventsstimmung verderben oder die Weihnachtsmärkte verbieten". Außerdem teilten sie einen Beitrag von "Die Heimat"-Franken, in dem es hieß, man müsse seine Kinder in einer Weise erziehen, dass sie sich später nicht antifaschistisch engagieren.
Am Nordbahnhof in Mitte wurden zwei Aufkleber der "JN", der Jugendorganisation der Neonazi-Partei "Die Heimat", vormals NPD, entdeckt und entfernt. Mit einem der beiden Sticker wurde Trans-Feindlichkeit verbreitet.
Am U-Bahnhof Tierpark wurde ein neonazistischer Aufkleber aus einem einschlägig bekannten Versand entdeckt und entfernt. Auf dem Motiv stand die gegen Gegner*innen der extremen Rechten gerichtete Parole "Mir stinken die Linken".
In der Wönnichstraße Ecke Friedastraße wurde ein Aufkleber aus einem bekannten Neonaziversand gefunden und entfernt. Auf dem Motiv mit dem Inhalt "Antifa, Asozial, Nutzlos, Terroristisch, Idiotisch, Feige, Arbeitsscheu" in Kombination mit einem durchgestrichenen Logo der "Antifaschistischen Aktion" werden Antifaschist*innen auf ableistische und sozialchauvinistische Weise abgewertet.
Ein Paar von zwei Männern, einem jüdischen Israeli und einem muslimischen Kurden aus der Türkei, hatte Vorverkaufstickets für eine queere Partyveranstaltung in einem Club in der Lobeckstraße und stellte sich gegen 0:20 Uhr beim Türsteher vor. Ihre zwei Begleiter kamen trotz eines herablassenden Kommentars zu ihrer Garderobe problemlos hinein. Der Türsteher fragte nun die beiden Männer nach ihren Namen. Als er den Nachnamen des jüdisch-israelischen Berliners hörte, sagte er: „Thank you guys, you will be refunded on Monday." (deutsch: „Danke, Jungs, Sie erhalten Ihre Erstattung am Montag.") Der Mann bewertete dies als antisemitische Ausgrenzung, weil er allein anhand seines Nachnamens abgewiesen wurde und dieser vom Klang her als jüdisch identifiziert und abgewertet worden sei. Das Paar erstattete daher Anzeige bei der Polizei. Sie beschrieben, dass sie sich in queeren Räumen seit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 zunehmend unsicherer fühlten und ihnen dieser Schutzraum zunehmend entfalle.
Im Bezirk Mitte ereignete sich ein antisemitischer Vorfall. Zum Schutz der Betroffenen entspricht das Datum des Eintrags nicht dem Datum des Vorfalls.
Am S-Bahnhof Zehlendorf wurden mehrere antisemitische Schmierereien entdeckt. Es stand dort z.B. "Fck Zios". Zios steht für Zionisten. Die Bezeichnung wird häufig als Code für Juden*Jüdinnen verwendet.
Vor dem Berliner Dom in Mitte fand eine Demo der Neonazi-Partei "Die Heimat", ihrer Jugendorganisation (JN) sowie der „Deutschen Jugend Voran“ (DJV) mit rund 150 Teilnehmenden statt. Die meisten, auch von außerhalb angereisten Teilnehmenden kamen von "Die Heimat". Neben einigen Teilnehmenden der "DJV" nahmen auch drei weitere, extrem rechte Jugendgruppen teil, die "Berliner Jugend", die "Deutschen Patrioten Voran" und eine neue, die sich "Jägertruppe Berlin Brandenburg" nennt und zuerst im Oktober 2025 bei einem extrem rechten Aufmarsch gegen den CSD in Cottbus in Erscheinung getreten war. Die "Jägertruppe" entstand aufgrund von persönlichen Zerwürfnissen aus einer Abspaltung der "DJV" und rekrutiert, wie diese, zum Teil sehr junge Mitglieder. Auch ein Reichsbürger nahm teil.
Die Demo, die aufgrund von Gegendemonstrationen schon vor der Schloßbrücke zum Stehen kam, richtete sich vor allem gegen Sint*izze und Rom*nja und forderte ein härteres Vorgehen gegen "Hütchenspieler", sonst fließe weiter "Geld zu Z...palästen nach Rumänien", wie es auf der Demo hieß. Schon im Demo-Aufruf und digitalen Flyer der "DJV" war gefordert worden: "Betrüger & kriminelle Ausländer raus!". Auf der Demo wurden Sint*izze und Rom*nja als "Abschaum" und "Betrüger" bezeichnet. Auch auf Bannern und Plakaten war zu lesen: "Betrüger & kriminelle Ausländer raus!" und "Achtung Betrüger!". Einige Teilnehmende hielten ein Transparent mit dem Spruch „Grenzen Dicht!“ in den Händen. Darauf war ein weißes Schaf aufgemalt, das ein schwarzes Schaf mit den Hinterbeinen wegtritt. Einige Teilnehmende zeigten das "White Power"-Handzeichen, andere riefen: "Remigration!" und "Antifa-Hurensöhne!“ Ein Neonazi wurde von der Polizei festgenommen, weil er über ein Megafon ein antisemitisches Lied über Judenvergasung abgespielt hatte.
Im Müggelschlößchenweg wurde ein Aufkleber gegen Antifaschist*innen entdeckt und entfernt.
Am S-Bahnhof Frohnau wurden mehrere Aufkleber entdeckt, die aus einem extrem rechten Versandhandel stammen. Die Aufkleber trugen die Aufschrift "Hier wurde linksextreme Propaganda überklebt". Unter dem Text waren eine Regenbogenfahne, ein Antifa-Symbol und ein Hammer-und-Sichel-Symbol jeweils durchgestrichen dargestellt.
Am Abend posierte eine Gruppe von ca. 10 jungen Menschen an der Ecke Schnellerstr./ Brückenstr. mit einer Deutschland- und Reichsfahne. Einige der Anwesenden zeigten dabei das "White Power"-Zeichen mit den Händen.
Dieselbe Gruppe hatte zuvor auch in der Schnellerstr. mit einem Banner der "Jägertruppe", sowie einer Deutschland- und Reichsfahne posiert.
Die Gruppe war zuvor durch Hitlergrüße und das Verkleben von Aufklebern der extrem rechten Jugendgruppe "Jägertruppe Berlin-Brandenburg" auf einem nahegelegenen Weihnachtsmarkt aufgefallen.
In der Bahnhofstr. wurde ein extrem rechter Aufkleber aus einem neonazistischen Onlinehandel entdeckt und entfernt.
Auf dem Gelände einer Schule in Rudow sind mehrere extrem rechte und rassistische Aufkleber entdeckt und entfernt worden.
Eine Gruppe aus ca. 7-8 junger Neonazis (ca. 4 männlich und 3 weiblich wahrgenommene Personen), die zuvor vermutlich an einer Neonazidemo in Mitte teilgenommen hatten, pöbelte abends am S-Bahnhof Frankfurter Allee herum. Sie waren offensichtlich angetrunken, bedrohlich, wirkten gewaltbereit und skandierten rechte Parolen wie z.B. "Bambule Randale Rechtsradikale". Sie beleidigten und bedrohten eine weiblich und links wahrgenommene Person sexistisch und mit Sprüchen gegen politische Gegnerschaft. Weiter schlugen sie gegen die Scheiben der wegfahrenden S-Bahn, in der sich die Person befand. Die meldende Person fühlte sich bedroht und befürchtete weitere Übergriffe.
Auf dem Weihnachtsmarkt in der Schnellerstr. hielten sich am Abend mehrere junge Menschen auf, die Hitlergrüße zeigten und Aufkleber der "Jägertruppe Berlin-Brandenburg" verklebten.
Im U-Bahn-Bereich des Hauptbahnhofes bedrohten größere Gruppe von Neonazis, die von der "Die Heimat"-Demo am Berliner Dom kamen, gegen 16:00 Uhr in in mehreren U-Bahnen Mitfahrende. Während die Polizei die Demonstrant*innenen vom U-Bahnhof zu den Zügen begleitete, riefen sie in den Zügen: „Bambule, Randale, Rechtsradikale“ und erneut „Wir kriegen euch alle“.
In einem Hausaufgang in der Uranusstr. wurde der Schriftzug "HH 88" (Heil Hitler) entdeckt.
An einer Wand im U-Bahnhof Rehberge stand die Schmiererei: "Kill Revo Pali Nazis". Damit wurden palästinasolidarische Linke mit dem Tod bedroht und der Nationalsozialismus relativiert.
In der S-Bahn-Linie S42 in Richtung Greifswalder Straße wurden rassistische Äußerungen gehört. Ein Union-Fan richtete sich verbal gegen eine asiatisch wahrgenommene Gruppe beziehungsweise Familie. Dabei fielen unter anderem Bemerkungen wie, sie sollten „den Direktflug nach Hanoi nehmen“.
Als eine andere Person einschritt, kam es zudem zu einer Gewaltandrohung in deren Richtung.
In der U6 kam es in Tempelhof zu rassistischen Beleidigungen und einem Angriff. Zwei betrunkene Männer stiegen in die U-Bahn und fingen an andere Fahrgäste rassistisch zu beleidigen, insbesondere eine Schwarze Frau, die mit ihrem Kind unterwegs war. Als ein Passagier versuchte einzugreifen und die beiden zur Rede zu stellen, wurde er bedroht und einer der beiden Betrunkenen versuchte ihn mit einer Getränkedose zu bewerfen. Er verfehlte jedoch und traf eine unbeteiligte ältere Frau.
In einer Buslinie in Steglitz-Zehlendorf wurde der Schriftzug "NSU 2.0" entdeckt. Mit der Unterschrift „NSU 2.0“ versandten Neonazis seit August 2018 Morddrohungen an bestimmte Empfänger*innen. Das Kürzel spielt auf die rechtsterroristische Gruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) und deren rassistischen Morde an.
Vor der us-amerikanischen Botschaft am Pariser Platz hielten vier Reichsbürger*innen eine "Mahnwache" ab. Dabei zeigten sie Reichsfahnen.
Am S-Bahnhof Feuerbachstraße wurde eine trans gelesene Person aus transfeindlicher Motivation beleidigt.