"61"-Schmiererei im Prenzlauer Berg
In der Fehrbelliner Straße wurde aus dem Zahlencode "161" (= Antifaschismus) die erste Zahl unkenntlich gemacht. Es blieb nur noch die Zahl 61 (=Faschistische Aktion) stehen.
Um gegen Ausgrenzung und Diskriminierung vorzugehen, muss man sie als Problem erkennen. Und man muss beschreiben wem sie passiert, wo sie stattfindet und wie sie funktioniert. Wir veröffentlichen die Vorfälle, die uns gemeldet werden.
In der Fehrbelliner Straße wurde aus dem Zahlencode "161" (= Antifaschismus) die erste Zahl unkenntlich gemacht. Es blieb nur noch die Zahl 61 (=Faschistische Aktion) stehen.
An einem Mülleimer in der Oberspreestr. Höhe Bundeswehr wurde ein Aufkleber gegen Antifaschist*innen entdeckt und entfernt.
Am Schäfersee wurde ein Aufkleber der extrem rechten Partei "Die Heimat" (ehemals: NPD) entdeckt. Der Sticker enthielt die Forderung, die Antifa zu verbieten und warf den Parteien SPD, Grüne und Linke vor, Terror zu unterstützen. Am Tag zuvor waren Sticker in anderem Design, jedoch mit ähnlichem Inhalt, auf der Facebookseite der Partei "Die Heimat" beworben worden. Diese richteten sich auch gegen "die Antifa" und "roten Terror".
Ein Mülleimer vor der Geschäftsstelle der Partei "Die Grüne" in der Brunowstraße wurde mit einer rassistischen Botschaft in schwarzer Farbe beschmiert. Eine sehr ähnliche Botschaft in derselben Schrift war schon eine Woche zuvor an der Schaufensterscheibe des Ehrenamtsbüros in der Grußdorfstraße geschmiert worden.
In der Müggelheimer Str. wurde an einem Fallrohr ein Aufkleber eines neonazistischen Onlinehandels entdeckt und entfernt.
In der Nähe der Tram-Haltestelle Pankow Kirche wurde ein Aufkleber des extrem rechten Online-Versandhandels „Sturmzeichen-Versand“ mit der Aufschrift „Lesen, lieben, kämpfen“ entdeckt und überklebt.
In der Clayallee Ecke Berliner Straße, wurde ein Aufkleber der extrem rechten Gruppe „Ein Prozent“ gefunden. Dieser Aufkleber richtete sich gegen politische Gegner*innen der extremen Rechten. Der Aufkleber wurde entfernt.
In der Prinzenstraße/Gitschiner Straße, wurden mehrere mit Kreide auf den Boden geschmierte Hakenkreuze entfernt.
Auf einem aussortierten Tisch auf dem Gelände der Wilhelm-Bölsche-Schule wurde ein Hakenkreuz entdeckt.
Am Schaukasten der Villa offensiv in der Hasselwerder Str. wurde ein LGBTIQ*-feindlicher Aufkleber, der zusätzlich die Reichsfarben abbildete, entdeckt und entfernt.
In der Bouchéstr. in der Nähe einer Grundschule parkte ein Auto mit zwei Männern, die einen Lieferfahrer aus dem Auto beschimpften. Ein Passant mischte sich daraufhin ein und forderte einen respektvolleren Umgang. Daraufhin entstand ein Wortgefecht, in dem der Passant fragte, ob er nun verprügelt wird. Einer der Männer reagierte mit der Aussage "Ja, am 8.8. werden wir kommen.". Der 8.8. kann hier als neonazistischer Code (88) gewertet werden. Der Autofahrer fotografierte dem Passanten zudem ins Gesicht.
In der Nähe des Alexanderplatzes wurde eine SS-Schmiererei entdeckt und übermalt.
Vor dem Gebäude des Robert-Koch-Instituts am Nordufer in Wedding hielten etwa zehn Personen aus der verschwörungsideologischen Szene eine Kundgebung ab. Die Mahnwache forderte die "Aufarbeitung" der Corona-Pandemie. Dabei wurde ein Bild eines NS-Verbrechers, das während der Nürnberger Ärtzteprozesse aufgenommen wurde, gezeigt.
Im Strandschlößchenweg wurde ein rassistischer Aufkleber, der die sog. "Remigration" forderte, entdeckt und entfernt.
Auf dem Parkplatz eines Supermarktes in der Sewanstraße wurden zwei extrem rechte Aufkleber gefunden und entfernt. Auf dem Motiv "Antifa, Asozial, Nutzlos, Terroristisch, Idiotisch, Feige, Arbeitsscheu" in Kombination mit einem durchgestrichenen Logo der "Antifaschistischen Aktion" werden Antifaschist*innen auf ableistische und sozialchauvinistische Weise abgewertet. Auf dem anderen Motiv war die nationalistische Parole "Du bist Deutscher, mach was draus!" zu lesen und ein extrem rechter Versand wurde beworben.
Auf der Glaswand eines Zugangs von der Fußgängerbrücke Lichtenberg zwischen Rosenfelder Ring und Robert-Uhrig-Straße wurden zudem zwei in schwarzer Farbe angebrachte Hakenkreuze gemeldet.
An der Kreuzung Achtermannstraße Ecke Klaustaler Straße wurde ein extrem rechter Aufkleber entdeckt und überklebt. Dieser trug den Schriftzug „Freiheit für alle politischen Gefangenen!“ und zeigte vier Fotos sowie die Namen von Personen aus der extrem rechten Szene. Bei einigen der abgebildeten Personen handelt es sich um verurteilte Holocaustleugner*innen. Der Aufkleber wird über einen extrem rechten Versandhandel vertrieben.
Der Initiator der extrem rechten Gruppierung "Berliner Patrioten" veröffentlichte heute auf Instagram ein Propagandavideo, das vor dem Denkmal auf dem Kreuzberg aufgenommen wurde.
Als eine Frau morgens am Bundesplatz ihre Kinder in ihr Auto setzt, wird sie von einer anderen Frau mehrfach rassistisch und sexistisch beleidigt. Sie selbst konnte im ruhigen Tonfall auf die Beleidigungen antworten, Umstehende hingegen reagierten nicht.
In der Finsterwalder Straße, Ecke Steinkirchener Straße in Wittenau, wurde aus Richtung einer Bar das Lied L'Amour Toujours von Gigi D'Agostino abgespielt. Dazu grölten mehrere Personen den umgedichteten rassistischen Text „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus!“. Ob der Gesang tatsächlich aus der Bar oder aus der unmittelbaren Umgebung kam, konnte nicht eindeutig festgestellt werden.
Am S-Bahnhof Hermsdorf wurde im Aufzug mit schwarzem Stift das Wort "Remigration" geschmiert. Dies ist eine extrem rechte Forderung und wird von der Neuen Rechten als Kampfbegriff in politischen Kampagnen verwendet, in denen sie die Vertreibung eines Teils der deutschen Bevölkerung anhand rassistischer Kriterien fordert. Der Schriftzug wurde entfernt.
Im Umfeld der Tramhaltestelle Welsestraße wurden 4 Aufkleber aus einem Neonaziversand gefunden und entfernt. Auf dem Motiv stand die rassistische Parole "White lives matter" in Kombination mit den Farben der schwarz-weißroten Reichsflagge.
Laut Berliner Morgenpost habe eine Augenzeuge berichtet, dass ein "AfD"-Politiker nahe einem "AfD"-Infostand auf dem Wasserfest auf der Zillepromenade in der Rummelsburger Bucht einer Frau unvermittelt mit der flachen, offenen Hand ins Gesicht geschlagen habe.
Die Frau hatte sich zuvor mit einer Begleiterin auf der Zillepromenade dem "AfD"-Stand genähert. Als eine der Frauen Gegenstände von geringem Wert vom Stand an sich nahm und in einen Hundekot-Beutel steckte, habe ein "AfD"-Politiker sie angegriffen. Die Berliner Polizei hat eine Anzeige wegen des Verdachts der Körperverletzung gegen den "AfD"-Funktionär aufgenommen und ermittelt. Die "AfD" bestreitet den Vorgang. Der "AfD"-Stand war am selben Tag Ziel von Gegenprotesten einer Initiative unter dem Motto „AfD am Wasserfest? Nicht mit uns“.
Eine antimuslimische Schmiererei mit der Aufschrift „Um Muslim zu sein, muss man wirklich dumm sein“ wurde auf einer Parkbank am Nollendorfplatz entdeckt.
In der Fehrbelliner Straße riefen zwei Personen antisemitische Parolen wie „Fuck Zionismus“ und „Viva Hamas“. Als eine Augenzeugin die Situation mit ihrem Smartphone filmte, griff der männliche Täter sie an, stieß sie und bedrohte sie.
In der Achtermannstraße wurde ein extrem rechter Aufkleber entdeckt und überklebt. Dieser trug den Schriftzug „Freiheit für alle politischen Gefangenen!“ und zeigte vier Fotos sowie die Namen von Personen aus der extrem rechten Szene. Bei einigen der abgebildeten Personen handelt es sich um verurteilte Holocaustleugner*innen. Der Aufkleber wird über einen extrem rechten Versandhandel vertrieben.
Vor einem AfD-Stand in Wedding wurde eine Frau von zwei Männern gewaltsam an den Armen gepackt, nachdem sie Kritik an der Partei geäußert hatte. Weitere Personen umringten sie. Die Frau erlitt Schmerzen und Hämatome am linken Arm. Anschließend wurde sie bedroht, gefilmt, beschimpft und von einem Mann noch etwa 50 Meter lang verfolgt.
Im Stadtpark Lichtenberg wurde ein Hakenkreuz in weißer Farbe gemeldet. Dieses wurde auf den Treppenabschnitt im hinteren Teil des Parks auf der Rückseite des Theaters gesprüht.
Der Bezirksverband der Partei "AfD" veranstaltet einen Infostand auf dem Ludolfinger Platz. Dort wurde die "AfD"-Zeitung "Blauer Bote" in der Ausgabe "Sommer 2026" verteilt.
In der Zeitung werden Migrant*innen mit Sicherheitsmängeln in Berlin in Zusammenhang gebracht und „unkontrollierte Masseneinwanderung“ als Ursache für die Wohnungsknappheit benannt. In einem Artikel wird postuliert, dass es beim Umgang mit und der Verfolgung von Sexualstraftaten einen „Kulturbonus für Migranten“ gäbe, die aufgrund ihrer „Kultur“ und aus „Angst vor Marginalisierung“ nicht ausreichend bestraft werden. In einem weiteren Artikel der Zeitung wird der Gebrauch von Schusswaffen hauptsächlich „nichtdeutschen Tatverdächtigen“ unterstellt. Durch diese Darstellungen werden Kriminalität, sexualisierte Gewalt und gesellschaftliche Problemlagen pauschal mit zugewanderten Menschen beziehungsweise Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit assoziiert. Zugleich wird die Vorstellung einer ungerechtfertigten Bevorzugung von Migrant*innen vermittelt, der eine Benachteiligung der übrigen Bevölkerung gegenübergestellt wird. Diese Argumentationsweise kann als rassistisch eingeordnet werden, da sie komplexe gesellschaftliche und politische Problemlagen auf die Anwesenheit von Migrant*innen beziehungsweise Geflüchteten verkürzt, strukturelle und vielfältige Ursachen für gesellschaftliche Problemlagen weitgehend ausblendet und zugewanderte Menschen als Ursache oder Sündenbock für diese Probleme konstruiert.
An einem Baustellenfahrzeug auf der Dammbrücke in der Altstadt Köpenick wurde ein Aufkleber mit einer "Schwarzen Sonne" und den Reichsfarben entdeckt.
Auf einem Mietboot in Neu-Venedig sang eine Gruppe Männer "Ausländer raus, Deutschland den Deutschen" zu einem bekannten Popsong.
Am Abend gab es im Ersatzbus der S-Bahn am S-Bahnhof Baumschulenweg eine Diskussion um die Beförderung einer Familie mit Bollerwagen. In diese Diskussion zwischen Busfahrer, Sicherheitsmitarbeitern und dem Vater der Familie mischte sich eine Frau ein und beleidigte den Familienvater rassistisch. Keiner der Anwesenden reagierte auf die Aussagen der Frau.
Vor dem Eingang eines Supermarktes in der Wilhelminenhofstr. wurde eine Gruppe Menschen von einem älteren Mann rassistisch unter anderem mit den Worten "Scheiß K***!" angepöbelt.
Auf dem Schaukasten des SPD-Büros in Hermsdorf wurde eine Schmiererei entdeckt. Es handelte sich um die rassistische Forderung nach "Remigration". Ein Schriftzug mit demselben Inhalt wurde einen Tag später auch, ganz in der Nähe des Schaukastens, am S-Bahnhof Hermsdorf entdeckt und später entfernt.
In einem Wohnhaus in der Wilhelmstraße wurde ein rassistischer Aufkleber am Fenster einer Zwischenetage entdeckt. Auf dem Aufkleber stand der Slogan „Für die ‚Gäste‘ nur das Beste! – Heimflug-Remigration Airlines“. Der Aufkleber wurde entfernt.
In der Nähe des U-Bahnhofs Lipschitzallee in Gropiusstadt wurde erneut ein rassistischer Aufkleber entdeckt und entfernt. Darauf war der Slogan "White lives matter" abgebildet. Es handelt sich bei „White Lives Matter“ um eine extrem rechte Parole, die als rassistische Umdeutung und Gegenbewegung zur antirassistischen Bewegung „Black Lives Matter“ entstand. Sie wird gezielt genutzt, um rassistische Diskriminierung zu verschleiern und gleichzeitig Vorurteile in Bezug auf „weiße Opfer“ von Gewalttaten nicht-weißer Täter*innen zu schüren. Die Parole ist Ausdruck weißen Überlegenheitsdenkens. Der Aufkleber stammte zudem aus einem extrem rechten Versandhandel.
Außerdem wurden im Theodor-Loos-Weg mehrere Aufkleber einer extrem rechten Gruppierung entdeckt und entfernt.
Vor der amerikanischen Botschaft am Pariser Platz hielten drei Reichsbürger*innen eine "Mahnwache" ab. Dabei zeigten sie Reichsfahnen.
Auf der Zeltinger Straße wurden zwei extrem rechte Aufkleber mit den Aufschriften "Antifa verbieten!" und "1161" entdeckt und unkenntlich gemacht. Beide richten sich gegen politische Gegner*innen der extrem Rechten. Der extrem rechte Zahlencode "1161" steht für "Anti-Antifaschistische Aktion".
In der Residenzstraße Ecke Reginhardstraße wurde ein gegen die Antifa gerichteter Aufkleber entdeckt und entfernt.
In einem Fahrstuhl eines Hochhauses in der Obstallee wurden antimuslimische Schmierereien entdeckt, die das K*-Wort sowie Mordwünsche gegen Araber*innen enthielten. Darunter befand sich eine weitere Schmiererei, die in unterschiedlichen Schriften verfasst war und einen antiziganistischen Ausdruck enthielt.
In der Börnestraße wurde ein Aufkleber mit dem Slogan "Good night left side" entdeckt und unkenntlich gemacht.
In der Tabbertstr. wurden zwei extrem rechte Aufkleber entdeckt und entfernt. Ein Aufkleber enthielt die Aufschrift "Patriotische Aktion", der andere richtete sich gegen politische Gegner*innen und queere Menschen und bezeichnete diese in abwertender Form als "Zecke".
In der Storkower Straße wurde ein extrem rechter Aufkleber entdeckt und überklebt. Dieser trug den Schriftzug „Freiheit für alle politischen Gefangenen!“ und zeigte vier Fotos sowie die Namen von Personen aus der extrem rechten Szene. Bei einigen der abgebildeten Personen handelt es sich um verurteilte Holocaustleugner*innen. Der Aufkleber wird über einen extrem rechten Versandhandel vertrieben.
An einer BVG-Säule an der Tramhaltestelle Arnouxstraße wurde ein extrem rechter Aufkleber entdeckt. Er trug den Schriftzug „Freiheit für alle politischen Gefangenen!“ und zeigte vier Fotos sowie die Namen von Personen aus der extrem rechten Szene. Bei einigen der abgebildeten Personen handelt es sich um verurteilte Holocaustleugner*innen. Der Aufkleber wird über einen extrem rechten Versandhandel vertrieben.
In der Pablo-Picasso-Straße wurde ein Aufkleber aus einem Neonaziversand gefunden und unkenntlich gemacht. Auf dem gegen Antifaschismus gerichteten Motiv stand die Parole "Love animals, hate Antifa".
In der Alboinstr. wurde eine queerfeindliche und rassistische Flagge mit der Aufschrift „Stolzmonat“ gesichtet.
Der Stolzmonat ist eine extrem rechte Online-Kampagne, welche im Juni 2023 als Gegenentwurf zum "Pride Month" initiiert wurde. Sie diente der Verhöhnung und Ablehnung von LGBTIQ*-Personen und -Rechten in Verbindung mit Nationalismus. Erkennungszeichen ist die in den Nationalfarben Deutschlands eingefärbte Pride-Flagge (Regenbogenfahne).
Am späten Abend stieg ein Mann in die Tram an der Haltestelle Wilhelminenhofstr./ Edisonstr. und ging an einer Gruppe von vier Männern vorbei, aus der heraus er rassistisch beleidigt und geschubst wurde. Zudem schlug ein Mann ihm seinen Hut vom Kopf. Ein weiterer Fahrgast zeigte Zivilcourage und stellte sich dazwischen.
Am Ausgang Siegfriedstraße des S-Bahnhofs Lichtenberg beschimpfte ein Mann zwei muslimische Frauen mit Kopftuch rassistisch und sexistisch mit den Worten „verpisst euch in euer Land, ihr Fotzen“. Ein aufmerksamer Passant bewies Zivilcourage und stellte den Angreifer zur Rede.
In der Otawistraße wurde eine antipalästinensisch-rassistische und NS-relativierende Schmiererei entdeckt.
Im Heidemühler Weg wurde ein selbstgemachter Aufkleber gegen Antifaschist*innen entdeckt und entfernt.
In der Paul-Junius-Straße, am Eingang zum Fennpfuhlpark, wurden drei Aufkleber eines extrem rechten Musik-Labels mit der Aufschrift "Keiner hat den Kampfgeist von Opa" gefunden. Neben der Schrift ist ein Soldat auf einem Pferd zu sehen.