Antiziganistischer Vorfall in Mitte
Es fand ein antiziganistischer Vorfall im Bezirk Mitte statt. Zum Schutz der betroffenen Person wurden keine weiteren Informationen veröffentlicht und das Datum anonymisiert.
Um gegen Ausgrenzung und Diskriminierung vorzugehen, muss man sie als Problem erkennen. Und man muss beschreiben wem sie passiert, wo sie stattfindet und wie sie funktioniert. Wir veröffentlichen die Vorfälle, die uns gemeldet werden.
Es fand ein antiziganistischer Vorfall im Bezirk Mitte statt. Zum Schutz der betroffenen Person wurden keine weiteren Informationen veröffentlicht und das Datum anonymisiert.
In der Große-Leege-Straße Ecke Werneuchener Straße wurde ein extrem rechter Aufkleber entdeckt und entfernt. Er zeigt eine Reichsflagge mit der Aufschrift „Kein Verbot für schwarz-weiß-rot“. Die Reichsfahne ist in der extrem rechten Szene beliebt, da sie als Ersatzsymbol für die verbotene NS-Symbolik dient und für einen autoritären Nationalismus und die Ablehnung der parlamentarischen Demokratie steht.
Ein Parteibüro auf dem Hindenburgdamm erhielt einen Brief mit Kopien verschiedener Zeitungsartikel und Sticker. Die Zeitungsartikel richteten sich gegen muslimische Menschen und gegen politische Gegner*innen der extremen Rechten. Sie wurden teilweise handschriftlich dokumentiert. Unter einem Artikel zu einem Attentat, bei dem zwei Personen getötet wurden, wurde handschriftlich hinzugefügt: "Hoffentlich werdet Ihr Opfer, dann trifft es wenigstens die RICHTIGEN!".
Rund um den Selgenauer Weg, den Neudecker Weg und die Köpenicker Straße in Rudow wurden 28 neonazistische Aufkleber entdeckt und entfernt. Diese entstammten größtenteils einem extrem rechten Onlineversandhandels und titelten beispielsweise "Ich bin stolz ein Deutscher zu sein!". Außerdem waren darunter Sticker der extrem rechten Kleinstpartei "Der III. Weg".
In Alt-Rudow wurde darüber hinaus ein Hakenkreuz an einem Verteilerkasten gesichtet und unkenntlich gemacht. Neben dem U-Bahneingang wurde zudem zweimal der neonazistische Zahlencode "1161" entdeckt und übersprayed. Der Code steht für "Anti-Antifaschistische Aktion".
An der Siegessäule wurde ein Aufkleber der extrem rechten "Identitären Bewegung" entdeckt und entfernt.
Vor dem Hauptausgang des S+U Pankow in der Berliner Str. wurde ein mit Kreide gemaltes Hakenkreuz auf dem Boden entdeckt.
Am Eingang zum Görlitzer Park Höhe Ratiborstraße wurden mehrere extrem rechte Schmierereien unkenntlich gemacht. Angebracht waren an einer Mauer verschiedene Runen und Codes: "SS", ein Hakenkreuz, die Buchstaben "HH" und die Zahl "88" (beides Codes für Heil Hitler) sowie "SA". An einer weiteren Mauer wurde das Wort "#regrimation" (Schreibweise übernommen) geschmiert.
In der Falckensteinstraße wurde zudem ein Nazi-Sticker in den Farben der Reichsflagge entfernt. Darauf stand "GOOD NIGHT LEFT SIDE" und abgebildet war ein kahlköpfiger, aggressiver Boxer vor einer "Schwarzen Sonne".
Gegen 21:30 Uhr standen zwei Personen mit einem Demo-Schild mit den Worten "Lesben gegen Weidel" am S-Bhf. Warschauer Straße. Eine Gruppe von vier bis fünf jungen Männern kam auf sie zu und fragte, ob sie Linke seien. Die Angesprochenen teilten mit, dass ihr Schild sie nichts anginge und wünschten einen schönen Abend. Die Gruppe entfernte sich wie erhofft, wobei einer im Weggehen zu ihnen "Heil Hitler" rief.
In der Kirchstraße schrie eine Frau aus einem Wohnwagen heraus rassistische Beleidigungen gegen eine Familie, die auf dem Weg zu ihrem Auto war. Die Frau beschuldigte die Familie auch des Diebstahls.
Am S-Bahnhof Lichterfelde-Ost wurden am Aufgang zur S-Bahn und auf dem S-Bahnhof zwei extrem rechte Sticker entdeckt, die "Remigration" fordern. Hinter dem Begriff "Remigration" steht ein rassistisches Konzept der extremen Rechten, das die Abschiebung von Geflüchteten, sowie Eingewanderten und ihrer Nachkommen fordert. Die Sticker wurden entfernt.
Auf einem Banner am Gelände einer Kita im Büchnerweg mit der Aufschrift "Achtung Schulweg! Kinder sehen, Gas wegnehmen." wurde über die Aufschrift auf der gesamten Länge des Banner "K***schule" geschrieben.
Rund um die Dörpfeldstr. wurden acht extrem rechte Aufkleber entdeckt und entfernt. Sie stammten von der neonazistischen Kleinstpartei "Der III. Weg" und aus dem extrem rechten Onlineshop "Druck18".
Zudem wurden drei anti-muslimische Schriftzüge entdeckt und entfernt.
Kurz vor Einfahrt in den Hauptbahnhof wurde in einem ICE ein asiatisch wahrgenommener Mann von einem weißen Mann aus einer Gruppe von Fußballfans heraus antiasiatisch-rassistisch angepöbelt und bedroht. Bereits vorher war er auf der Fahrt vom selben Täter rassistisch angepöbelt worden. Außerdem waren in der Gruppe der Fußballfans Aussagen gefallen, die auf extrem rechte Gesinnungen schließen ließen.
Auf dem Schlossplatz in Mitte bespuckte ein Mann Fotos von aus Israel entführten Geiseln. Als er von einem Sicherheitsmitarbeiter zum Gehen aufgefordert wurde, bedrohte er diesen.
An einem Wahlkreisbüro der SPD in der Lipschitzallee in Gropiusstadt wurden antisemitische und NS-relativierende Schmierereien entdeckt. Darunter war ein rotes Dreieck. Dieses gilt als Kennzeichen der Terrororganisation Hamas und wird seit dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 vermehrt für die Markierung potenzieller Angriffsziele benutzt.
In der Vesaliusstraße wurde ein Aufkleber mit dem Slogan "FCK Antifa" (=Scheiß Antifaschismus) entdeckt und entfernt.
Im Landschaftspark Johannisthal wurde ein Aufkleber entdeckt und entfernt, der ein Fadenkreuz auf einem Linken-Aufkleber darstellte. Durch die Darstellung eines detaillierten Fadenkreuzes ist von einem Gewaltaufruf auszugehen.
Am S-Bahnhof Westend wurden mehrere Aufkleber gefunden und entfernt, die sich gegen politische Gegner*innen der extremen Rechten richteten.
Im Bezirk Mitte ereignete sich ein Vorfall von behindertenfeindlicher Diskriminierung. Zum Schutz der betroffenen Person wird Weiteres nicht veröffentlicht.
Am U-Bahnhof Rudow wurde erneut der neonazistische Zahlencode "1161" in roter Farbe geschmiert. Der Code steht für "Anti-Antifaschistische Aktion".
An der Ecke Müggelheimer Str./ Wendenschloßstr. wurden zwei extrem rechte Aufkleber entdeckt und entfernt. Ein Aufkleber stammte von der neonazistischen Kleinstpartei "Der III. Weg" und bewarb deren Sport-AG, der andere stammte aus dem neonazistischen Onlineshop "Druck18".
In der Lützowstraße in Tiergarten wurde ein rassistischer Aufkleber, der zu "Remigration" aufrief, entdeckt und entfernt.
In der Müllerstraße in Wedding wurden zwei Aufkleber der neonazistischen Kleinpartei "Der III. Weg" entdeckt und entfernt.
In der Max-Brunnow-Straße wurde ein Aufkleber der extremen Rechten entdeckt und entfernt. Dieser richtet sich gegen die Grünen und titelt den extrem rechten und nationalsozialistisch geprägten Kampfbegriff: "Volksverrat".
Gegen 9:00 Uhr wurde in einem Wohnhaus in der Hasenheide auf einer Wahlwerbung (Türgriffanhänger) der Partei Die Linke ein mit Edding gemaltes Hakenkreuz auf dem Kopf des Kandidaten entdeckt. Der Vorfall wurde bei der Polizei zur Anzeige gebracht.
Am S-Bahnhof Adlershof wurde ein Hakenkreuz entdeckt.
In Berlin fand eine queerfeindliche Benachteiligung gegenüber Geflüchteten statt. Zum Schutz der Betroffenen wurde das Datum verändert und es werden keine weiteren Angaben gemacht.
Auf dem Gelände eines Supermarkts in Wartenberg wurden mehrere extrem rechte Aufkleber mit NS-verherrlichenden, rassistischen und LGBTIQ*-feindlichen Inhalten entdeckt und entfernt. Einer der NS-verherrlichenden Aufkleber zeigte eine Karte vom "Deutschen Reich" in den Grenzen von 1937 mit dem Slogan "Das ganze Deutschland soll es sein!". Zwei der Aufkleber stammen vom extrem rechten Verein "Ein Prozent": einer zeigt den rassistischen Slogan "Abschieben schafft Wohnraum", auf dem anderen sind weiße Kinderhände abgebildet, die sich aus einem Abgrund aus Regenbogenfarben emporrecken und darauf ist zu lesen: "Keine Gender-Ideologie in Schulen und Kitas! Finger weg von unseren Kindern!". Diese Aussage kann als LGBTIQ-feindlich verstanden werden.
Im Bahnhof Blaschkoallee im Bezirksteil Britz wurde mehrfach der neonazistische Zahlencode "1161" entdeckt. Der Code steht für "Anti-Antifaschistische Aktion".
Ein betrunkener Mann rief in der U-Bahnlinie 6 in Mitte mehrfach: "Ich bin Adolf Hitler". Außerdem gab er weitere NS-verherrlichende und antisemitische Kommentare von sich. Eine einzelnde Frau widersprach ihm, eine weitere setzte sich unterstützend neben sie. Alle anderen Fahrgäste schwiegen, stiegen aus oder zeigten sich belustigt.
In der Ilsestraße wurde ein Aufkleber entdeckt und entfernt, auf dem eine anti-Schwarze rassistische Abbildung und der Spruch "Kein Geld für Wirtschaftsflüchtlinge" zu sehen war. Der Aufkleber stammte aus einem extrem rechten Onlineversand.
Am S-Bahnhof Frohnau wurde ein rassistischer Aufkleber mit der Aufschrift "Unser Volks zuerst; Autarkie Souveränität Remigration" entdeckt und entfernt.
An der Straßenecke zur Lasiuszeile wurde ein rassistischer Sticker entdeckt ("Refugees not welcome") und entfernt.
Am U-Bahnhof Friedrichsfelde wurde eine Plakatwand mit dem Wort "Fotze!" beschmiert, das auf antifeministische Weise die abgebildete Grünen-Politikerin Annalena Baerbock herabwürdigt.
An der Bushaltestelle Balatonstraße wurde ein Aufkleber mit der rassistischen Forderung nach "Remigration" entdeckt und entfernt.
Eine kurdische Person wurde in einem Supermarkt im Bezirk Mitte des Diebstahls beschuldigt, weil er die Waren, die er kaufen wollte, in der Hand hielt, anstatt sie in einen Einkaufskorb zu legen.
Eine Zeuge berichtete, dass ein Angestellter einer Bundesbehörde wiederholt antimuslimischen Rassismus und völkische Ideeologie unter Kolleg+innen verbreitet habe. Unter anderem äußerte er sich mehrfach gegen Kopftuch tragende Frauen und sagte, "der Islam" gehöre nicht hier her und "wir" bräuchten nichts Fremdes.
Eine weiße Frau traf eine Schwarze Frau, die sie kannte, und grüßte sie. Die Schwarze Frau erwiderte den Gruß. Zwei Passantinnen hörten dies und äußerten im Vorbeigehen rassistische Kommentare.
Ein Vorfall von anti-Schwarzer rassistischer Benachteiligung fand im beruflichen Kontext in Spandau statt. Zum Schutz der betroffenen Person werden keine weiteren Informationen veröffentlicht. Das Datum des Vorfalls wurde anonymisiert.
In der Emser Straße in Nord-Neukölln wurde eine antisemitische Schmiererei mit der Aufschrift "Fuck Juice" entdeckt. Das Wort "Juice" dient hierbei als Chiffre für "Jews" (=Jüdinnen*Juden). Die Schmiererei wurde inzwischen entfernt.
Eine Person äußerte sich in einem Gespräch antiziganistisch, in dem sie rassistische Narrative auf andere Personen im Rahmen von Kulturalisierung übertrug. Weitere Informationen werden zum Schutz der Personen nicht veröffentlicht.
Kulturalisierung bedeutet, Menschen auf ihre vermeintliche kulturelle Zugehörigkeit zu reduzieren und kulturelle Unterschiede als natürliche, unveränderliche Wesensmerkmale zu betrachten, was eine Form von kulturellem Rassismus darstellt.
In Neukölln ereignete sich eine antiziganistische Beleidigung. Zum Schutz der Betroffenen werden keine weiteren Angaben gemacht.
In der Atzpodienstraße wurden mehrere Aufkleber entdeckt und entfernt, die sich gegen Gegner*innen der extremen Rechten richten. Einer der Aufkleber zeigte ein durchgestrichenes "Hammer-und-Sichel-Symbol", ein anderer titelte: "We hate Antifa".
Am S-Bahnhof Botanischer Garten wurde ein Aufkleber aus einem extrem rechten Versandhandel entdeckt. Er richtete sich gegen antifaschistisches Engagement. Der Sticker wurde entfernt.