Extrem rechter Aufkleber in Charlottenburg
In der Straße "Am Bahnhof Westend" wurde ein Aufkleber eines extrem rechten Online-Versandhandels mit der Aufschrift „Lesen, lieben, kämpfen“ entdeckt und entfernt.
Um gegen Ausgrenzung und Diskriminierung vorzugehen, muss man sie als Problem erkennen. Und man muss beschreiben wem sie passiert, wo sie stattfindet und wie sie funktioniert. Wir veröffentlichen die Vorfälle, die uns gemeldet werden.
In der Straße "Am Bahnhof Westend" wurde ein Aufkleber eines extrem rechten Online-Versandhandels mit der Aufschrift „Lesen, lieben, kämpfen“ entdeckt und entfernt.
Auf dem Schild der Bücherbox am Leon-Jessel-Platz wurde ein Aufkleber der extrem rechten Gruppierung und Partei "Freie Sachsen" entdeckt und entfernt.
Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr wurden in einem Wohnhaus in der Nähe des Roederplatzes Hakenkreuze in die Innentür eines Aufzugs gekratzt.
Auf einer öffentlichen Toilette am Leopoldplatz wurde eine Hakenkreuz-Schmiererei entdeckt und durchgestrichen.
An der Fußgängerampel Warschauer Brücke wurde ein Sticker aus einem extrem rechten Onlinehandel entfernt. Darauf war ein Reichsadler abgebildet und die Worte "Deutsches Reichsgebiet".
An der Bushaltestelle Bahnhofstr./ Seelenbinder Str. wurde am späten Abend eine Person mit NS-verherrlichenden Worten beschimpft. Die betroffene Person wartete an der Bushaltestelle, als ein Mann, der vorbeiging, sie anschrie: "Sie gehören ins Gas!“.
Im U-Bahnhof Britz wurde ein Plakat mit einem Schriftzug beschmiert, der sich gegen antifaschistisches Engagement richtete.
Am Mittag wurde ein Busfahrer während seiner Pause an der Haltestelle in der Borgmannstr. von einem Autofahrer aggressiv rassistisch angepöbelt, mit den Worten: „Ihr fahrt hier die Leute tot, geht einfach zurück in euer scheiß Land.“
Am Eingang zum U-Bahnhof Johannisthaler Chaussee wurde ein Aufkleber mit dem rassistischen Schriftzug "Remigration-jetzt" entdeckt und entfernt.
An der Außenwerbung eines migrantisch betriebenen Imbiss in der Bahnhofstr. wurde ein rassistischer Aufkleber, der die sog. "Remigration" forderte, entdeckt und entfernt.
In der Wilmersdorfer Straße wurde ein A4 großer selbstgeschriebener rassistischer Aushang entdeckt und entfernt, der an eine Laterne gekleistert war. Dem Aushang zufolge würden Menschen von einem Regime verfolgt, aufgrund des Vorwurfes rassistisch zu sein. Kritik an Rassismus wird als eine systematische Verfolgung dargestellt, die auch mit dem NS-Regime vergleichbar wäre. Dieser Vergleich ist als NS-Verharmlosung einzuordnen.
Zudem warb der Aushang für verschiedene extrem rechte Medien und Youtube-Kanäle.
Gegen 17:30 Uhr wurde eine Familie Opfer eines respektlosen und rassistischen Verhaltens durch einen Mitarbeiter eines Abschleppdienstes. Noch bevor das Auto für den Abschleppvorgang vorbereitet war, kam die Familie nach nur wenigen Minuten zurück. Der Mitarbeiter der Firma gab vor, den Vater (trotz guter Deutschkenntnisse) nicht zu verstehen und lachte die Familie provokant aus. Auch der Hinweis, dass sich Dokumente, Schulsachen der Tochter und lebensnotwendige medizinische Geräte und Medikamente im Auto befänden, wurde vom Mitarbeiter nicht beachtet. Zeug*innen versuchten erfolglos, die Familie bei ihren Bemühungen an die Sachen zu kommen zu unterstützen. Während die Tochter bereits weinte, lachte der Mitabeiter die Familie weiter rassistisch und demütigend aus.
Die gerufene Polizei konnte nicht handeln, da sich der Vorfall auf einem Privatgelände ereignete.
Am Mittag beobachtete eine Frau, wie ein Pärchen in der Radenzer Str. in der Nähe des Piratenspielplatzes extrem rechte Aufkleber verklebte. Sie folgte dem Pärchen und entfernte die Aufkleber als der Mann sich umdrehte, aggressiv auf die Frau zukam und sie schlug.
An der Kreuzung Münsterlandstraße Ecke Wönnichstraße wurde ein Aufkleber aus einem bekannten Neonaziversand gefunden und entfernt. Auf dem Motiv mit dem Inhalt "Antifa, Asozial, Nutzlos, Terroristisch, Idiotisch, Feige, Arbeitsscheu" in Kombination mit einem durchgestrichenen Logo der "Antifaschistischen Aktion" werden Antifaschist*innen auf ableistische und sozialchauvinistische Weise abgewertet.
In der Münsterlandstraße wurde ein Aufkleber eines extrem rechten Online-Kanals bemerkt und entfernt.
In der Delbrückstraße Ecke Marie-Curie-Straße wurde ein Aufkleber aus einem Neonazi-Versand mit der Parole "Pädophilie bekämpfen - Schützt die Kinder!" entdeckt und entfernt. Das Thema Pädophilie wird von der extremen Rechten aus strategischen und ideologischen Gründen instrumentalisiert. Zumeist steht dabei nicht das tatsächliche Wohlergehen von Kindern im Fokus, sondern es dient politischen und propagandistischen Zwecken.
In der Konrad-Wolf-Straße Ecke Wriezener Straße, wurde auf einer Hauswand die in roter Farbe gesprühte Parole "FCK AFA!" (AFA=Antifaschistische Aktion) gemeldet.
In Pankow erlebte eine Person eine antiasiatisch-rassistische Beleidigung.
Auf einem Mülleimer vor einer Grundschule in der Müllerstraße war "Islam" gefolgt von einem Pfeil zum Eingang des Mülleimers geschmiert worden.
Am U-Bahnhof Adenauer Platz wurde eine kopftuchtragende Frau von einer anderen Frau antimuslimisch-rassistisch beleidigt.
Laut eines Augenzeugenberichtes schrie ein Mann aus einer Wohnung in der Dolgenseestraße sehr laut antisemitische und volksverhetzende Parolen wie „Du jüdische Drecksau, du sollst im KZ verrecken“. Ein Passant zeigte Zivilcourage und rief zurück, dass der Täter dass Schreien von antisemitischen Parolen unterlassen solle. Danach war wieder Ruhe. Unklar blieb, ob eine weitere gemeinte Person in der Wohnung anwesend war.
Bereits im März 2023 kam es zu einem ähnlich gelagerten Vorfall: aus der vermutlich gleichen Wohnung in der Dolgenseestraße wurde laut antisemitischer, rassistischer und den Nationalsozialimus verherrlichender Rechtsrock gespielt. In den Texten wurde der NSU (= Nationalsozialistischer Untergrund) verherrlicht. Die Fenster waren zur Straße hin geöffnet, so dass Anwohnende und Spaziergänger*innen davon gestört wurden. (Quelle: https://berliner-register.de/vorfall/09829bfa-9ca6-43a7-b694-51092334cdfd/)
An der Ortsgrenze von Frohnau in der Nähe der Neubrücker Straße wurden extrem rechte Aufkleber entdeckt und entfernt. Ein Aufkleber richtete sich gegen Antifaschismus. Ein weiterer machte Werbung für den Berliner Teil der Neonazi-Partei "Der III. Weg".
Die neonazistische Kleinstpartei „Der III. Weg“ machte nach eigenen Angaben einen Infostand vor dem Einkaufszentrum „Eastgate“, um Propaganda in Form von Aufkleberpaketen und anderem Infomaterial an Passant*innen zu verteilen. Ein Mitglied der Neonazipartei habe sich als „Weihnachtsmann“ verkleidet und kostenlose Geschenke für Kinder verteilt, mit dem Ziel, Familien mit ihrer völkischen Ideologie anzusprechen.
Im Fahrstuhl eines Hauses in der Brunnenstraße im Ortsteil Gesundbrunnen wurde eine Hakenkreuz-Schmiererei entdeckt und überschrieben
Im Treppenhaus eines Fitnessstudios in der Schnellerstr. wurde der neonazistische Zahlencode "1161" entdeckt.
In der Kolonnenstraße wurde ein rassistischer Sticker mit der Aufschrift "Nett hier, aber sind sie nicht ausreisepflichtig" entdeckt und entfernt.
Entlang der Schönhauser Allee wurden Plakate der Bürgermeisterkandidatin von DIE LINKE entdeckt, die mit einem „Hitlerbärtchen“ verunstaltet wurden.
n einem Telefonkasten an der Kreuzung Straße 47 / Straße 50 in Karow wurde der neonazistische Zahlencode „1161“ ( „Anti-antifaschistische Aktion“) entdeckt.
In der Schloßstraße in Charlottenburg wurde an einem Parkscheinautomat ein Aufkleber von "Auf1 TV" entdeckt und entfernt. Der österreichische TV-Sender "Auf1" verbreitet unter anderem extrem rechte und verschwörungsideologische Inhalte.
An der Rummelsburger Bucht in Höhe der Hauptstraße wurde erneut ein "EHL"(="Einheit Lichtenberg")-Schriftzug in Kombination mit dem neonazistischen Zahlencode "1161" gemeldet. Dieses Mal auf einer Parkbank.
An der Tramhaltestelle Freienwalder Straße wurde eine gegen Antifaschist*innen gerichte "Fck Antifa"-Schmiererei in gesprühter Form entdeckt.
In einem Büro in Wedding machte eine Kollegin eine rassistische Äußerung über sogenannte "arabische Großfamilien". Die Betroffene solle sich aber davon nicht persönlich angegriffen fühlen.
Am Eingang eines Supermarktes in der Schnellerstr. wurde ein Aufkleber der extrem rechten Jugendgruppe "Jägertruppe Berlin-Brandenburg" entdeckt und entfernt.
In der Wattstr. und der Helmholzstr. wurden mindestens 12 Aufkleber gegen Antifaschist*innen entdeckt und entfernt.
Im Landschaftspark Johannisthal und am Ausgang Arthur-Müller-Str. wurden insgesamt vier extrem rechte Aufkleber entdeckt und entfernt. Zwei richteten sich gegen Antifaschist*innen, einer enthielt die rassistische Forderung nach einer sog. "Remigration".
Nach bisherigen Erkenntnissen des Polizeilichen Staatsschutzes betraten am vergangenen Wochenende ein oder mehrere Unbekannte ein Schulgelände in Karlshorst und brachen dort einen Geräteschuppen auf. Ein Anrufer hatte dies am Montagmorgen gemeldet.
Aus dem aufgebrochenen Schuppen wurden Geräte genommen und auf dem Schulgelände verteilt. Mit Farbsprühdosen, die ebenfalls im Schuppen gewesen sein sollen, wurden mehrere Fenster und Fensterbretter der Schule beschmiert. Zu den Schmierereien zählte nach Angaben der Polizei auch ein nationalsozialistisches Symbol. Zudem wurden mit einer aus dem Schuppen stammenden Kettensäge mehrere Bäume auf dem Schulgelände gefällt.
In der Fuldastraße in Nord-Neukölln wurde ein Aufkleber mit NS-verharmlosendem Motiv entdeckt und überklebt. Der Aufkleber zeigte im oberen Teil einen Zaun, der das Wort "Auschwitz" umgab und an dem eine Hakenkreuzfahne wehte. Darunter war ein Zaun abgebildet, der das Wort "Gaza" umgab und an dem eine israelische Fahne wehte.
Im Bus X34 auf Höhe des S-Bahnhofes Herrstraße hat eine Frau mehrere Kinder of Color massiv und im aggressiven Ton rassistisch beleidigt. Sie nannte sie u. a. "Drecksratten" und "Massenmörder". Als eine Person eingriff und die anhaltenden Beleidigung stoppen wollte, beleidigte sie die Frau ebenfalls u. a. antisemitisch.
In der S5 Richtung Mahlsdorf belästigten zwei Frauen zwei andere Frauen. Sie beleidigten diese rassistisch und verfolgten sie durch die Bahn, als diese versuchten der Situation zu entkommen.
Als zwei Augenzeug*innen versuchten einzuschreiten, wurden sie auch angegangen und eine der Aggresssorinen warf eine Glasflasche ins Gesicht der einen Zeugin, verletzte sie und beschädigte ihre Brille. Anschließend habe die Unbekannte das Ehepaar geschlagen und getreten. Daraufhin seien zwei junge Männer eingeschritten. Die ebenfalls unbekannte Begleiterin der Aggresssorin habe sodann die jungen Männer mit einem Messer bedroht.
Als am Ostbahnhof alle Beteiligten den Zug verließen, soll die erste Täterin den Hitlergruß gezeigt und diesen mit einem verbotenen Ausruf begleitet haben. Das unbekannt gebliebene Duo sei danach in eine andere S-Bahn gestiegen. Der Vorfall ereignete sich gegen 19:30 Uhr.
Auf einer Bank im Park in der Wendeschleife der Tram am Müggelseedamm wurde ein rassistischer Aufkleber mit der Forderung nach einer sog. "Remigration" entdeckt und entfernt.
Auf Gleis 2 am S-Bhf. Warschauer Straße wurde ein Sticker mit der Aufschrift "Fuck Antifa" unkenntlich gemacht.
Auf einer Skateboardrampe auf der Freizeitanlage in der Karlshorster Straße Ecke Hauptstraße wurde ein Schriftzug der "EHL" (="Einheit Lichtenberg") in Kombination mit dem neonazistischen und gegen Antifaschist*innen gerichteten Zahlencode "1161" gemeldet. Zudem war eine Deutschlandflagge und "Come back" aufgesprüht.
Auch auf einer weiteren Rampe wurde ein Schriftzug der "EHL" (="Einheit Lichtenberg") in Kombination mit dem neonazistischen und gegen Antifaschist*innen gerichteten Zahlencode "1161" gemeldet.
Ebenfalls in der Karlshorster Straße Ecke Hauptstraße wurde ein NS-verharmlosender und antisemitischer Aufkleber gemeldet. Auf dem Motiv sind zwei mit Zäunen abgegrenzte Internierungslager abgebildet. Innerhalb des ersten Lagers steht Auschwitz und es ist eine Hakenkreuzfahne am Zaun gehisst. Innerhalb des zweiten Lagers steht Gaza und am Zaun weht die israelische Flagge.
In der Lincolnstraße wurden mehrere Aufkleber aus einem neonazistischen Versand entdeckt und entfernt. Auf den Motiven stand "Deutsche Zone", "Heimat schützen - Familie, Volk, Identität" und "Anti-Antifa" (in Kombination mit einem durchgestrichenen Logo der "Antifaschistischen Aktion").
In der Zachertstraße Ecke Archenholdstraße klebte zudem ein rassistischer Aufkleber, der ebenfalls aus einem Neonazi-Versand stammte. Auf dem Motiv stand die Parole "Asylbetrüger nicht willkommen - Heimreise statt Einreise!". Sie wurde entfernt.
Auch in der Wönnichstraße klebte ein Neonaziaufkleber. Motiv: "Linker Lump zur praktischen Arbeit!". Der Aufkleber vermittelt die Botschaft, dass bestimmte Gruppen – hier politische Gegner*innen – weniger wert seien und „zur Arbeit gezwungen“ werden müssten. Dies entspricht sozialchauvinistischen oder hierarchischen Denkweisen, wie sie innerhalb der extremen Rechten verbreitet sind. Entfernt.
In der Weitlingstraße Ecke Margaretenstraße wurde ebenfalls ein Aufkleber aus einem einschlägigen Neonaziversand mit der rassistischen Parole "Abschieben schafft Sicherheit. Kriminelle Ausländer raus". Er wurde entfernt.
In der Hildegard-Marcusson-Straße Ecke An der Bucht wurde über drei Altglascontainer verteilt großflächig ein "EHL"-Schriftzug in schwarz, rot und gold gesprüht.
In der Borgmannstr. wurden an Verkehrsschildern zwei Aufkleber gegen Antifaschist*innen, die in beleidigender Weise als "Zecke" bezeichnet wurden, entdeckt und entfernt.
In der Ringbahn zwischen den Stationen Frankfurter Allee und Westkreuz wurden gegen drei Uhr Morgens drei Personen, die als politische Gegner*innen der extremen Rechten wahrgenommen wurden, von einer Gruppe aus etwa 15 extrem rechten Jugendlichen bedroht. Diese platzierten sich rings um die betroffenen Personen herum im Waggon, riefen extrem rechte Parolen, machten bedrohliche Gesten und deuteten an, ihre Flaschen auf die Betroffenen Personen zu werfen. Als die drei Personen am Bahnhof Westkreuz ausstiegen, folgten die Angreifer ihnen auf den Bahnhsteig, riefen "Wir werden die Zecken jagen. Wir werden sie alle kriegen", liefen ihnen hinterher und warfen Flaschen nach ihnen. Die Betroffenen versteckten sich unter einer Treppe und konnten in eine einfahrende Bahn einsteigen und sich dadurch von den Angreifern entfernen.
In der Krefelder Straße in Moabit wurde ein Aufkleber aus einem extrem rechten Versandhandel mit der Aufschrift "Ganz Deutschland hasst die Antifa" entdeckt und entfernt.
An der Kreuzung Spindlersfelder Str./Glienicker Str. wurde ein Aufkleber des neonazistischen Onlinehandels "Druck18" entdeckt und entfernt.
In einem Mieter*innenkeller in der Rathausstraße, direkt am Rathauspark Lichtenberg, wurde ein in der Wand eingeritztes Hakenkreuz entdeckt.
Am Sportplatz in Alt-Stralau und bei einem Wohnheim für Menschen mit Beeinträchtigungen auf der Stralauer Halbinsel wurden mehrere extrem rechte Schmierereien entdeckt. Zu sehen waren 1161 (Anti-Antifa) und das Kürzel der Gruppe "EHL- Einheit Lichtenberg", der Schriftzug "ZCKN BXN" (Zecken Boxen) und auch Deutschlandfahnen.
Anmerkung: Wie aus dem Halbjahresbericht des Lichtenberger Registers für das erste Halbjahr 2025 hervorgeht, ist die Anzahl an Propagandavorfällen um fast ein Drittel gestiegen. Besonders hervorzuheben sind hierbei die Sprüher*innen, die unter dem Tag „EHL“ (Einheit Lichtenberg) gesprüht haben und es teilweise immer noch tun. Von Mai bis September waren diese sehr umtriebig in Lichtenberg und haben ihre Tags immer wieder an verschiedenen Orten (rund um den Herzberge Park, an der Rummelsburger Bucht, im Kaskelkiez, etc.) hinterlassen.
Eine Gruppe von ca. 15 Leuten, auf zwei Wagons verteilt, verfolgte ein paar Menschen, die sie als politische Gegner*innen ausmachten, in der S-Bahn vom Ostkreuz über mehrere Stationen hinweg und stieg aus, als diese ausstiegen. Die Betroffenen konnten Sprüche wie "Wir kriegen die" und andere Drohungen noch hören und brachten sich dann in Sicherheit. Laut den Betroffenen wirkte das nach einer geplanten Aktion. Der Vorfall ereignete sich gegen 3:00 Uhr am frühen Morgen.
Um 18:00 Uhr startete am Helsingforser Platz die Demonstration "„ACAB = Krieg dem System“ in deren Vordergrund der Nahostkonflikt stand und an der bis zu 1000 Menschen teilnahmen. ACAB stand für: "All Colonizers are targets. Land back. Glory to the resistance" (Alle Kolonisatoren sind Ziele. Land zurück. Ruhm dem Widerstand). In den Aufruf-Veröffentlichungen wurde dem Motto der Zusatz "From the river to the sea – Intifada bis zum Sieg!" beigefügt und Israel wurde durchweg in Anführungszeichen geschrieben. Diese Schreibweise suggeriert, Israel sei kein echtes Land und habe kein Existenzrecht. Bezogen auf die Parole „All Colonizers are Targets“ bedeutet dies, dass alle jüdischen Israelis grundsätzlich legitime Ziele für den „Widerstand“ seien. Dies impliziert möglicher Weise auch Anschläge gegen israelische Jüd*innen, bis das Land Palästina „from the River to the Sea“ judenfrei ist. Die Aussage „Glory to the Fighters“ oder "Intifada bis zum Sieg" meint die Terrororganisation Hamas und ihre Anhänger*innen, dieses Ziel umzusetzen. Die Parolen wurden auch von Teilnehmer*innen der Demo skandiert.
Die Demo startete kurz vor 20.00 Uhr am Helsingforser Platz und zog u. a. durch die Marchlewskistraße, Grünberger Straße und Rigaer Straße. Zur hören waren u. a. Sprechchöre: "Israhell", was eine Dämonisierung Israels darstellt. Enden sollte der Aufzug in der Warschauer Straße. Ein Großteil der Aggressionen richteten sich gegen die Polizei, die die Demonstration gegen 22:30 Uhr auflöste.