Queerfeindliche Sachbeschädigung in Tempelhof
In der Nacht zum Montag wurde zum wiederholten Male das Banner eines queeren Jugendzentrums in der Friedrich-Franz-Straße abgerissen.
Um gegen Ausgrenzung und Diskriminierung vorzugehen, muss man sie als Problem erkennen. Und man muss beschreiben wem sie passiert, wo sie stattfindet und wie sie funktioniert. Wir veröffentlichen die Vorfälle, die uns gemeldet werden.
In der Nacht zum Montag wurde zum wiederholten Male das Banner eines queeren Jugendzentrums in der Friedrich-Franz-Straße abgerissen.
In der Delbrückstraße und in der Archenholdstraße wurden verschiedene Aufkleber aus einem bekannten Neonaziversand entdeckt. Es wurden folgende rassistische Motive gefunden und entfernt: "Talahons abschieben!", "Nix Yallah, Yallah! Hier wird Deutsch gesprochen!" in Frakturschrift, "Asylbetrüger nicht willkommen! Heimreise statt Einreise!" und "White boy summer - Jetzt auch in Deiner Stadt!".
Von einem Laternenpfahl in der Kopernikusstraße Ecke Simon-Dach-Straße wurden zwei Sticker eines rechten Onlinehandels entfernt, die sich gegen die politische Gegnerschaft der extremen Rechten richteten.
In Folge der Berichterstattung des Medienportals NIUS über ein Projekt des Vereins Frauenhauskoordinierung e.V. zur Förderung von Intersektionalität in Frauenhäusern riefen Unbekannte die Schwarze Projektleiterin mehrere Tage lang an und verlangten eine Stellungnahme. In dem Artikel wurde zudem ein Foto sowie persönliche Informationen der Mitarbeiterin verbreitet, bei der es sich nicht um eine öffentlich bekannte Person handelte. Verbunden mit den Hassanrufen sah diese sich dadurch eingeschüchtert. Dies wurde als rassistisch motiviert eingeschätzt. Die Arbeitgeberin musste Schutzmaßnahmen für ihre Angestellte ergreifen.
Im Malchower Weg Ecke Döhrendalstraße wurde ein Anti-Antifa-Aufkleber aus einem neonazistischen Versand mit dem Motiv "Antifa-freie Zone" mit einem durchgestrichenen Antifa-Logo, einem durchgestrichenen Punk und einer durchgestrichenen symbolisierten nicht-binären Person vor der schwarz-weiß-roten Reichsfahne entdeckt und entfernt.
Am Obersee wurde am Lindenweg Ecke Käthestraße eine Schmiererei mit der Zahlenkombination "1161" gemeldet. Die Zahlenkombination „1161“ richtet sich gegen politische Gegner*innen der extremen Rechten und meint "Anti-antifaschistische-Aktion".
In einem ICE nach Berlin bedrohten und beleidigten fünf Teenager einen Mitreisenden auf antiasiatisch-rassistische Weise bis er am Berliner Hauptbahnhof ausstieg und ihnen, die dort ebenfalls ausgestiegen waren, über einen anderen Ausgang entkommen konnte. Weitere Mitreisende, welche die Bedrohung mitbekommen hatten, hatten im Zug nicht interveniert.
In der S-Bahn im Bezirk Mitte äußerte eine Person antimuslimisch-rassistische Beleidigungen.
Es ereignete sich ein antisemitischer Vorfall. Zum Schutz der betroffenen Person wurden keine weiteren Informationen veröffentlicht und das Datum anonymisiert.
Auf einer Versammlung, die vom Platz der Luftbrücke zum Tempelhofer Hafen zog, wurden u.a. antisemitische und terrorverherrlichende Parolen gerufen.
Auf einer Kundgebung im Ortsteil Mitte wurden u.a. mehrere antisemitische Parolen gerufen.
Am S-Bahnhof Adlershof wurde ein rassistischer Aufkleber der neonazistischen Kleinstpartei "Der III. Weg" entdeckt und entfernt.
An der Bushaltestelle Krankenhaus Köpenick / Südseite und in der Erwin-Bock-Str. wurden insgesamt vier extrem rechte Aufkleber entdeckt und entfernt. Sie richteten sich gegen Antifaschist*innen, enthielten die Reichsfarben und warben für einen extrem rechten Onlinehandel.
Im Auerbacher Ring und dem Kastanienboulevard wurden mehrere Sticker mit rassistischen und LGBTIQ*-feindlichen Inhalten entdeckt und teilweise entfernt. In der Glauchauer Straße wurde ein Aufkleber von „Der III. Weg“ entfernt.
In der Bachstraße wurden mindestens sieben extrem rechte Aufkleber entdeckt. Diese enthielten die gegen politische Gegner*innen gerichteten Slogans wie „Good Night Left Side“ und „Antifa-freie Zone", sowie den rassistischen Slogan „White Lives Matter“. Sie wurden großteils unkenntlich gemacht oder entfernt.
An der Ecke Werlseestr. / Rahndorfer Str, Ecke Möllenseestr. / Flakenseestr., in der Peetzseestr. und der Karl-Frank-Str. wurden insgesamt acht extrem rechte Aufkleber entdeckt und entfernt. Die meisten richteten sich gegen Antifaschist*innen, ein großer Teil der Aufkleber stammten aus dem neonazistischen Onlinehandel "Druck18", ein Aufkleber richtete sich gegen gendersensible Sprache.
Auf dem Geländer der Brücke über die Erpe im Grillenweg wurde zweimal der neonazistische Zahlencode "1161" und der Schriftzug "Hate Antifa" entdeckt und entfernt.
Im U-Bahnhof Leopoldplatz und in seiner Umgebung wurden mehrere Aufkleber einer fundamentalistischen katholischen Organisation entdeckt und entfernt. Die Organisation verbreitet LGBTIQ*-Feindlichkeit und anti-muslimischen Rassismus.
In der Ossietzkystraße wurde ein Aufkleber der extrem rechten Jugendgruppe "Deutsche Jugend Voran" (DJV) mit der Aufschrift "Alles fürs Vaterland!" entdeckt und entfernt. Darauf war eine vermummte Person mit einem Reichsadler auf dem T-Shirt und einem Schlagstock in der Hand abgebildet.
An der Tramhaltestelle Rüdickenstraße wurden mehrere extrem rechte Aufkleber gemeldet, einige davon vom Versandhändler "Druck88". Auf einem Motiv stand die Parole "Ich wurde als Deutscher geboren und schulde der Welt einen Scheiß", im Hintergrund eine schwarz-weiß-rote Reichsflagge.
Am selben Ort wurde ein Aufklebermotiv mit der Aufschrift "Enkel gegen Links" gemeldet. Dieses Motiv soll den politischen Gegner diffamieren, indem die zivilgesellschaftliche Organisation "Omas gegen Rechts" persifliert wird.
Im Elchdamm und im Wesselburer Weg in Heiligensee wurden morgens NS-verharmlosende Schmierereien bemerkt. Insgesamt wurden an 18 Autos, teils unleserliche, Graffitis bemerkt. Auf vier der Fahrzeuge hatten Unbekannte verfassungswidrige Inhalte hinterlassen, darunter den Schriftzug NSDAP sowie Hakenkreuze. Ein Zeuge rief die Polizei. Der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamts ermittelt.
An der Kreuzung Grazer Damm / Prellerweg wurde eine Frau von zwei Jugendlichen auf einem E-Scooter rassistisch beleidigt. Die beiden Jugendlichen versuchten auch sie zu bespucken und traten ihr von dem E-Scooter aus gegen den Oberschenkel. Als die beiden Jugendlichen an den Vorfallsort zurückkehrten, war auch die Polizei schon eingetroffen. Sie entschuldigten sich bei der Betroffenen, die aber trotzdem Anzeige stellte.
In der Nähe eines Fitnesszentrums in der Siegfriedstraße wurden zwei Schmierereien der "EHL" (="Einheit Lichtenberg") in Kombination mit der Zahlenkombination "1161" an Außentüren des Gebäudes gemeldet. Auch "zkn bxn" (="Zecken Boxen") wurde an die Wand geschmiert. Mit "Zecken" bezeichnet die Neonaziszene politisch links stehende Gegner*innen.
In einer Kneipe in Neukölln liegen Aufkleber mit transfeindlichem Inhalt aus. Die Bitte einer Person, die Sticker zu entfernen, wurde vom Barpersonal abgelehnt.
In der Rummelsburger Straße wurde ein Aufkleber mit der Aufschrift "FCK ANTIFA" entdeckt. Auf dem Sticker war außerdem sehr klein das Zitat des italienischen Sozialisten Ignazio Silone zu lesen: "Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: 'Ich bin der Faschismus.' Nein, er wird sagen: 'Ich bin der Antifaschismus.'" Silone floh vor dem italienischen Faschismus ins Exil und hatte auch eben jenen Faschismus vor Augen als er diese Warnung aussprach.
Zudem wurde an der Haltestelle Rummelsburger Straße der Zahlencode "1161" auf Gehwegplatten gesprüht. Die Zahlenkombination „1161“ richtet sich gegen politische Gegner*innen der extremen Rechten und meint "Anti-antifaschistische-Aktion".
Ein Mann wurde am Arbeitsplatz von einem Kollegen antiasiatisch- und antimuslimisch-rassistisch beleidigt.
Beim Einkaufen in einem Geschäft im Ortsteil Mitte wurden zwei Frauen, von denen eine ein Kopftuch trug von Mitarbeiter*innen nicht bedient.
Eine Schwarze Familie wurde im Bezirk Mitte von Nachbar*innen mehrfach beleidigt. Zum Schutz der Betroffenen werden keine weiteren Informationen veröffentlicht.
Ein unbekannter Mann sprach auf der Straße einen jüdischen Israeli an, der sich mit einer Freundin auf Englisch unterhielt, und sagte in diesem Zuge, dass er hoffe, dass Hitler bald wiederkommen werde.
Auf einer Versammlung, die vom Platz der Luftbrücke zum Oranienplatz zog, wurden u.a. antisemitische und terrorverherrlichende Parolen gerufen.
Im Eschengraben wurden drei Aufkleber der neonazistischen Kleinstpartei „Der III. Weg“ gefunden.
In der Rennbahnstraße wurde ein Aufkleber der extrem rechten Jugendgruppe "DJV" (Deutsche Jugend Voran) entdeckt.
In der Wendenschloßstr., in der Nähe der Straße Zur Nachtheide, wurden vier Aufkleber mit der Aufschrift "ZCKN KLTSCHN" (Zecken klatschen) entdeckt und entfernt.
Auf dem S-Bahnhof Rahnsdorf wurde ein Hakenkreuz entdeckt.
An einem Spielplatz zwischen Ottomar-Geschke-Str. und Färberstr. sagten drei Kinder laut "Heil Hitler" und übten den Hitlergruß.
Am Nollendorfplatz wurde ein schwuler Mann an einer Ampel aus einem neben ihm parkenden Auto gezielt angespuckt. Der Autofahrer fuhr anschließend fort.
Die "AfD" Reinickendorf führte in der Nähe des S-Bahnhofs Frohnau einen Infostand durch. Dort wurde die Frühjahresausgabe der "AfD"-Zeitung "Blauer Bote" verteilt. Die Inhalte der Ausgabe werden wie folgt bewertet: Darin werden Narrative bedient, die rassistischen und geflüchtetenfeindlichen Erzählungen folgen. Dabei werden Migrant*innen verantwortlich gemacht für eine gestiegene Anzahl an sexualisierter Gewalt und sogenannte "Gruppenvergewaltigungen".
An der Station "Konstanzer Straße" wurden in der U7 vier LGBTIQ*-feindliche Sticker entdeckt und entfernt. Auf diesen befanden sich die Slogans: "Es gibt nur zwei Geschlechter" und "Deutsche Farben und Werte statt bunter Ideologie".
Im Bezirk Steglitz-Zehlendorf ereignet sich ein Angriff aus LGBTIQ*-feindlicher Motivation. Zum Schutz der betroffenen Personen werden keine weiteren Informationen veröffentlicht.
Die neonazistische Gruppe "Deutsche Patrioten voran" marschierte in Hellersdorf auf, vom U-Bahnhof Kienberg zum U-Bahnhof Hellersdorf. Das Motto kombinierte Queerfeindlichkeit und Rassismus. Die 34 Neonazis mussten auf dem Bürgersteig laufen. Sie wurden von einem neonazistischen Medienaktivisten begleitet. Von ihnen selbst gingen Bedrohungen gegen Pressefotograf*innen aus. Gegen die neonazistische Demonstration gab es entschiedenen Gegenprotest.
Am Nachmittag riefen zwei junge Männer aus einer Gruppe von ca. 20 Personen heraus am S-Bahnhof Baumschulenweg vom Bahnsteig aus die Treppe runter die Parole "Deutschland den Deutschen, Ausländer raus".
Eine Schwarze Person erlebte über einen längeren Zeitraum Alltagsrassismus und Mobbing durch weiße Nachbar*innen in Pankow. Die anhaltenden diskriminierenden Erfahrungen führten schließlich dazu, dass die betroffene Person aus ihrer Wohnung auszog.
An der Tramhaltestelle Prendener Straße wurde ein Aufkleber mit dem rassistischen Spruch "Abschieben schafft Wohnraum" aus dem Sortiment eines neonazistischen Versandes entdeckt und entfernt.