Holocaust-Leugnung im Prenzlauer Berg
Zeug*innen in einem Bistro in der Pappelallee beobachteten, dass ein Mann vor einem benachbarten Friedhofspark mehrfach den Holocaust leugnete und anschließend an das Tor der Friedhofsanlage urinierte.
Um gegen Ausgrenzung und Diskriminierung vorzugehen, muss man sie als Problem erkennen. Und man muss beschreiben wem sie passiert, wo sie stattfindet und wie sie funktioniert. Wir veröffentlichen die Vorfälle, die uns gemeldet werden.
Zeug*innen in einem Bistro in der Pappelallee beobachteten, dass ein Mann vor einem benachbarten Friedhofspark mehrfach den Holocaust leugnete und anschließend an das Tor der Friedhofsanlage urinierte.
In der Eisenzahnstraße in Wilmersdorf wurde ein Aufkleber von der Gruppe "Studenten Stehen Auf" mit dem NS-verharmlosenden und antisemitischen Spruch "Impfen macht frei". Dieser Schriftzug ist bereits in der Vergangenheit im Zuge von Protesten gegen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus aufgetaucht. Er bezieht sich auf den Schriftzug „Arbeit macht frei“, welcher über den Eingängen von Konzentrationslagern während des Nationalsozialismus angebraucht wurde.
In der Nähe des U-Bahnhofs Friedrichsfelde wurde ein Aufkleber gemeldet, der einen Vergleich zwischen der Apartheid und den Corona-Schutzmaßnahmen der deutschen Regierung zieht. Damit wird das Leid Schwarzer Menschen unter der rassistischen Segregation [Trennung] in Südafrika verharmlost und relativiert.
Am U-Bahnhof Blissestraße in Wilmersdorf wurden mehrere Aufkleber mit dem Slogan "Deutsche Patrioten mit Migrationshintergrund" entdeckt.
In einem Lebensmittelgeschäft in der Müllerstraße im Wedding wurde gegen 21.30 Uhr eine 52 Jahre alte Schwarze Frau beim Betreten des Ladens von einem 45-jährigen Mann zunächst rassistisch beleidigt und dann aufgefordert, zurück in ihr Land zu gehen. Als ein 44-jähriger Schwarzer Mann den Tatverdächtigen auf sein Verhalten ansprach, zeigte dieser ihm beide Mittelfinger.
Mehrere Adressat*innen aus der Zivilgesellschaft erhielten im März an zwei Tagen die gleiche E-Mail mit antisemitischen Inhalten.
Es fand ein antiziganistischer Vorfall im Bezirk Lichtenberg statt. Zum Schutz des Betroffenen wurde das Datum sowie der Inhalt des Vorfalls anonymisiert.
In Lichterfelde wurden antiziganistische Flyer der Kleinstpartei "Der III. Weg" als Wurfsendungen verteilt.
In einer gynäkologischen Praxis in Charlottenburg-Wilmersdorf verweigerte eine Mitarbeiterin aus antiziganistischer Motivation einer Frau die Vergabe eines Termins.
Durch antiziganistisch motiviertes Vorgehen durch einen Arbeitgeber erhielten Betroffene die ihnen zustehende finanzielle Unterstützung vom Jobcenter nicht. Das Vorfallsdatum wurde zum Schutz der Betroffenen anonymisiert.
An die belarussische Botschaft in der Straße Am Treptower Park wurden zwei Protesttransparente angebracht, eins davon enthielt zwei Hakenkreuze. Die Verwendung von Hakenkreuzen in diesem Kontext stellt eine Relativierung des Nationalsozialismus und des Holocaust dar.
Auf dem Gehweg am Gewerbepark Georg Knorr am S-Bahnhof Marzahn wurde ein Hakenkreuz mit gelber Farbe geschmiert.
In das Dach der Tramhaltestelle Hirschgarten wurden ein Hakenkreuz und der Schriftzug "Nazi Kietz" eingeritzt.
In den vergangenen Wochen wurde eine Person nahezu täglich in ihrem Wohnumfeld transfeindlich beleidigt und bedroht. Zum Schutz der betroffenen Person wurde der Vorfall anonymisiert.
Am Roederplatz und in der Möllendorffstr. bis zum Ringcenter wurden mehrere Neonazi-Aufkleber („White lives matter“) sowie Aufkleber der „Patrioten mit Migrationshintergrund“ gefunden und entfernt. Außerdem wurde in der Mauritiuskirchstraße ein Aufkleber gemeldet, der einen Vergleich zwischen der Apartheid und den Corona-Schutzmaßnahmen der deutschen Regierung zieht. Damit wird das Leid Schwarzer Menschen unter der rassistischen Segregation in Südafrika verharmlost und relativiert.
Auf einer verschwörungsideologischen Kundgebung vor dem Reichstagsgebäude verglich ein Redner die Bundesregierung mit den Nationalsozialisten.
In Hellersdorf-Nord wurde eine Person von einem Neonazi verfolgt und beleidigt. Der Neonazi verfolgte die Person mit dem Fahrrad und bepöbelte sie aufgrund ihres Aussehens. Zum Schutz der betroffenen Person wurde das Datum und Details des Vorfalls anonymisiert.
Eine Frau wird von ihrem Ex-Partner belästigt und bedroht. Er verbreitet zudem rassistische Nachrichten in sozialen Netzwerken.
Es fand ein Anti-Schwarzer rassistischer Angriff an einer Schule in Neu-Hohenschönhausen statt. Zum Schutz der Betroffenen werden keine weiteren Informationen veröffentlicht.
Im Falkentaler Steig Ecke Hohenzhollernstraße in Hermsdorf wurde ein rassistischer Aufkleber mit dem Slogan "Berlin bleibt deutsch" bemerkt und entfernt.
In einem Blog und auf weiteren Medienkanälen eines christlichen Fundamentalisten aus dem Wedding und in einem von seiner Gruppierung betriebenem Café im Wedding wurden in den letzten Wochen neben Verschwörungsideologien gegen Impfungen und Anti-Corona-Maßnahmen auch mehrfach antimuslimisch-rassistische Hetze verbreitet. So wurde u.a. behauptet, dass "der" Islam angeblich die Vergewaltigung von nicht-muslimischen Frauen rechtfertigen würde.
In der Neuen Grottkauer Straße Ecke Etkar-Andre-Straße wurden antisemitische Aufkleber vom III. Weg entdeckt und entfernt.
An der Lichtenberger Brücke wurde ein Aufkleber gemeldet, auf dem „Resist the new world order“ stand. "New World Order" ist anschlussfähig an eine antisemitische Verschwörungsideologie.
Es wurde eine antifaschistische Kundgebung gegen den Corona-Montagsspaziergang in Karlshorst organisiert. Die Teilnehmenden des Spaziergangs sind aggressiv auf die Gegenkundgebung zugegangen und haben Personen bedroht. Eine Frau drohte sogar, zuzuschlagen.
Am Abend zog ein Aufmarsch von Impfgegner*innen und Verschwörungsideolog*innen vom Rathaus Köpenick zum Krankenhaus Köpenick und durch das Allendeviertel. Am Krankenhaus wurden die Teilnehmenden einer Protest-Kundgebung aus dem Aufmarsch heraus als "Linksfaschisten" und "linke Fotzen" beleidigt.
An der Eingangstür des unabhängigen Jugendzentrums JUP wurden Aufkleber der neonazistischen Partei III. Weg entdeckt und entfernt. Ein Aufkleber hatte den Slogan "Deutschland den Deutschen".
Vor der Charité veranstalteten extrem rechte Verschwörungsideolog*innen eine Kundgebung. Diese richtete sich gegen Impfungen und Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung.
An der Ecke Krossener - / Gabriel-Max-Straße wurde ein Sticker mit dem antifeministischen Text "Patriarchat ist das feministische Wort für Kultur" entdeckt. Absender ist ein rechtes Magazin, das eher harmlos und professionell erscheint. Herausgegeben wird es von einem Aktivisten der Identitären Bewegung. Ziel ist es ein junges, noch nicht in der rechten Szene verankertes Publikum anzusprechen, als "Türöffner" für extrem rechte Programmatik. Als Kultur-Magazin getarnt, werden Postitionen der "Neuen Rechten" vermittelt.
In einer Schule im Bezirk Mitte ist es zu einem Vorfall von rassistischer Diskriminierung gekommen. Auf Wunsch der Betroffenen werden keine weiteren Informationen veröffentlicht. Das Datum wurde anonymisiert.
Im Februar teilte die NPD Charlottenburg-Wilmersdorf auf ihrer Facebook-Seite diverse Beiträge mit verschiedenen extrem rechten Inhalten. Darin wurden u.a. rassistische Stereotype über Flucht und Migration verbreitet, diese mit Kriminalität in Verbindung gebracht und der rassistische und antisemitische Verschwörungsmythos eines "Bevölkerungsaustausches" bedient. Zudem wurde mehrmals gegen (Rechte für) LGBTIQ*-Personen gehetzt und die Kernfamilie bestehend aus einer Mutter und einem Vater sowie ihren gemeinsamen leiblichen Kindern, die in einem Haushalt zusammenleben, als fester Bestandteil der rechtsextremen Ideologie thematisiert. Zusätzlich wurden mehrmals die Ablehnung der öffentlich-rechtlichen Medien behandelt sowie der politische Gegner diskreditiert. Zentrales Thema der Beiträge war jedoch die Ablehnung der Maßnahmen zur Einschränkung der Corona-Pandemie und eines "Impfzwangs" und der Ukraine-Krieg.
In der Freiheit wurde ein Aufkleber mit dem Slogan "Deutsche Patrioten mit Migrationshintergrund - Macht mit, Brudis & Schwestis" entdeckt und entfernt. Auf der Internetseite dieser Gruppierung wird das Konzept des Ethnopluralismus propagiert. Das Konzept stammt aus der Neuen Rechten und ersetzt das Wort "Rasse" durch "Kultur". Kulturen sind demnach gleichwertig und dürfen nebeneinander existieren. Eine Vermischung von Kulturen ist nicht gewünscht.
In der Nähe der Winsstraße wurde an einem Alt-Kleider-Container der shoa-relativierende Slogan "Damals die Juden, heute die Ungeimpften als Sündenböcke" entdeckt. Als weiterer Slogan stand "Digital geht Faschismus besser als mit Aldolf H."
In der Elli-Voigt-Straße wurden Aufkleber der "Jungen Nationalisten" gemeldet und entfernt. Die "Jungen Nationalisten" ist die Jugendorganisation der NPD.
An der Ladentür einer weltoffenen Kultureinrichtung und in direkter Nachbarschaft wurden ein bis zweimal pro Woche Aufkleber verschiedene rechte Sticker, u. a. eines extrem rechten Onlinehandels aus Halle, angebracht, die sich inhaltlich gegen politische Gegnerschaft richteten.
Die Sticker werden hier seit Jahren regelmäßig angebracht und wieder entfernt.
An einer Schule im Bezirk kam es zu einer anti-Schwarzen strukturellen Benachteiligung. Zum Schutz des Betroffenen wurde der Vorfall (auch zeitlich) anonymisiert.
In Mitte kam es zu einer Demonstration unter Beteiligung von extrem rechten und verschwörungsideologischen Gruppen. An der Demonstration waren unter anderem die Gruppen „Freedom Parade“ und „Freie Geister“ beteiligt.
Es ereignete sich ein behindertenfeindlicher Vorfall. Auf Wunsch der Betroffenen werden keine weiteren Informationen veröffentlicht
Eine jüdische Organisation erhielt einen antisemitischen Kommentar zu einem Facebook-Post.
Am Nachmittag warf ein Anwohner einen Feuerwerkskörper aus seinem Fenster in Richtung einer Gedenkveranstaltung. Die Veranstaltung fand auf einer Wiese zwischen Wohnblocks in der Wörlitzer Straße statt und erinnerte an eine vor zwei Jahren ermordete Frau und ihre Tochter, die in der Straße wohnhaft waren. Es wurde während der mehrsprachigen Gedenkveranstaltung wiederholt auf Rassismus innerhalb der Gesellschaft aufmerksam gemacht. Dies löste in dem Anwohner offensichtlich Unmut aus, weshalb er den Feuerwerkskörper in Richtung der Veranstaltung warf. Getroffen wurde niemand.
Ein Mann mit langen lockigen Haaren wird mit seinen zwei Begleiter*innen von einem Club in Mitte abgewiesen. Auf seine Nachfrage, ob es sich lohne, wiederzukommen, erhält er die Antwort, nein, mit seinen Haare würde er ohnehin nicht rein kommen, da sich andere Gäste daran stören könnten, sie sich womöglich dann mit ihm schlagen wollen würden. Hier in dem Club hätten alle solche (kurz geschorenen) Haare wie der Türsteher.
An der Bushaltestelle Hoernlestr. wurde ein Schriftzug gegen politische Gegner*innen entdeckt und entfernt. Er diffamiert 'Linke' als 'Nazis'.
Am S-Bahnhof Lichtenberg wurde ein Aufkleber gemeldet, der sich gegen politische Gegner*innen der extremen Rechten richtet und von einem Onlineversand aus Halle stammt.
Nahe eines Sportplatzes in der Cottbusser Straße wurden antisemitische Aufkleber der neonazistischen Kleinstpartei "Der III. Weg" entdeckt und entfernt.
Eine jüdische Organisation erhielt einen antisemitischen Kommentar zu einem Tweet.
Eine jüdische Organisation erhielt einen antisemitischen Kommentar zu einem Tweet.
Eine jüdische Organisation erhielt auf einen Twitter-Post einen antisemitischen Tweet als Antwort.
In der Sophienstraße wurde ein Aufkleber eines extrem rechten Versandhandels aus Halle gemeldet, der sich gegen das Impfen richtet und Impfungen in den Kontext von Verschwörungserzählungen stellt.
In Britz-Süd wurden 2 extrem rechte Aufkleber vom "III. Weg" gefunden und entfernt
In der Nähe des S-Bahnhof Prenzlauer Allee wurden Aufkleber der neonazistischen Partei Der III. Weg entdeckt.
Anhänger*innen der neonazistischen Kleinstpartei "Der III. Weg" verteilten am Vormittag Flyer am Helene-Weigel-Platz. Ebenfalls hinterließen sie Aufkleber mit rassistischem Inhalt vor Ort.