Hakenkreuze an Bushaltestelle
An der Bushaltestelle Kaulsdorf-Nord wurden drei Hakenkreuze eingeritzt.
Um gegen Ausgrenzung und Diskriminierung vorzugehen, muss man sie als Problem erkennen. Und man muss beschreiben wem sie passiert, wo sie stattfindet und wie sie funktioniert. Wir veröffentlichen die Vorfälle, die uns gemeldet werden.
An der Bushaltestelle Kaulsdorf-Nord wurden drei Hakenkreuze eingeritzt.
In der Arnold-Zweig-Straße wurden in Briefkästen Flugblätter der neonazistischen Partei "III. Weg" entdeckt. Es wurde soziale Gerechtigkeit für Deutsche gefordert.
Das Denkmal von Julius Fucik im Bürgerpark Pankow wurde beschmiert. Engagierte Bürger*innen haben das Denkmal wieder sauber gemacht. Julius Fucik wurde am 8.September 1943 in Berlin-Plötzensee von den Nationalsozialisten ermordet.
Auf dem Radweg auf der Straße des 17. Juni wurden zahlreiche LGBTIQ*-feindliche Sprühereien und Schmierereien gegen den CSD mit ähnlichem Inhalt ("FCK CSD", "CSD stoppen", "CSD Stören", "Homos stoppen", "Homos jagen") entdeckt . Sie befanden sich alle auf der Höhe der Sichtachse zum Schloss Bellevue.
In der Lohmühlenstraße wurden gegen 21.00 Uhr zwei Männer, die als queere Personen erkennbar waren, von einem Mann mit einem Totschläger angegriffen. Die beiden liefen auf der Lohmühlenstraße am Ufer entlang Richtung Kreuzberg als ihnen ein Mann entgegenkam, der sie mit dem Totschläger bedrohte, ausholte und sie schlagen wollte. Die beiden Betroffenen reagierten sofort, liefen weg und riefen um Hilfe. Sie wurden nicht verletzt.
Bei einer verschwörungsideologischen Versammlung in Charlottenburg zeigte eine Teilnehmerin ein Schild, welches durch Bezugnahme auf den "Nürnberger Kodex" von 1947 die Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19 Pandemie mit dem Nationalsozialismus vergleicht und diesen somit bagatellisiert.
In der Schloßstraße in Charlottenburg wurde ein den Nationalsozialismus verherrlichender Fan-Aufkleber von Hertha BSC entdeckt, auf welchem Berlin als "Reichshauptstadt" bezeichnet wird.
Während eines Kiezspaziergangs durch den Friedrichshainer Westen bezeichnete die leitende Person einen asiatisch geführten Laden mit einer rassistischen Bezeichnung. Sie wurde darauf aufmerksam gemacht und entschuldigte sich.
In der Bölschestr. wurden ausgehängte (laminierte) Flyer des Nachbarschaftszentrums mit Angeboten für ukrainische Geflüchtete mit schwarzer Farbe übersprüht.
Eine Person erhielt zahlreiche antisemitische Nachrichten. Unter anderem wurde darin durch Vergleiche mit Massentierhaltung die Schoa bagatellisiert, die Erinnerung an die Schoa abgewehrt sowie Jüdinnen und Juden für Antisemitismus verantwortlich gemacht.
In einer Behörde in Treptow-Köpenick ereignete sich ein Vorfall von antiziganistischer struktureller Benachteiligung. Zum Schutz der Betroffenen wurde der Vorfall anonymisiert.
Am verlängerten Boulevard Kastanienallee wurden mehrere extrem rechte Aufkleber entdeckt und entfernt.
In der Große-Leege-Straße wurden wieder ein Aufkleber mit der Aufschrift "Heimat Freiheit Tradition" gemeldet und ein weiterer der NPD mit dem Text "Asylflut stoppen". Beide wurden entfernt und gemeldet.
In der Turmstraße und in der Rostocker Straße in Moabit wurden vier rassistische Aufkleber der Neonazi-Kleinpartei "Der III. Weg" entdeckt und entfernt.
Laut Zeug*innenbericht auf Twitter kam es gegen 18:00 Uhr in der Falckensteinstraße zu einem Polizeiübergriff. Ein Schwarzer Mann wurde von der Polizei kontrolliert. Er verweigerte das Anlegen von Handschellen aufgrund einer schweren Handverletzung, woraufhin er mit Gewalt zu Boden gebracht wurde: Die Hände auf dem Rücken, ein Knie im Nacken, ein Knie auf den Beinen. Er schrie vor Schmerzen, woraufhin mehrere Passant*innen das Vorgehen der Polizei lautstark kritisierten. Die Polizisten verloren die Nerven: Einer zog seine Dienstwaffe, ein weiterer seinen Taser. Anwesende Passant*innen und Nachbar*innen deeskalierten die Situation. Die kontrollierte Person schrie weiter vor Schmerzen und verlor schließlich das Bewusstsein, ein Rettungswagen brachte ihn in eine Klinik.
Auf ein Toilettenhäuschen auf dem Zeppelinplatz im Wedding wurde der rassistischer Spruch, „Ihr scheiß Türken Schweine“ und ein Hakenkreuz in Verbindung mit dem Buchstaben „G“ in Blau gesprüht.
Gegen 13:00 Uhr fand eine Zwischenkundgebung des rechten Fahrzeug- und Fahrradkorsos "Wir, die FREIEN GEISTER, fahren für unsere Kinder und gegen die Spaltung unserer Gesellschaft" an der Ecke Grünberger Str. / Gabriel-Max-Str. statt. Es handelte sich um ca. 10 Autos, ein Motorrad und ein Fahrrad. Über Lautsprecher und auf Plakaten wurde verschwörungsideologischer Content verbreitet.
Am Helm des Motorradfahrers klebte ein antisemitischer Sticker. Der mit einer Deutschlandfahne angereiste Radfahrer fiel durch Äußerungen gegen politische Gegner*innen auf. Die Person war in der Vergangenheit schon mehrmals durch aggressives Verhalten gegen Maskenträger*innen im Kiez aufgefallen und war u. a. als Ordner bei einer Querdenken-Veranstaltung im Mauerpark tätig.
Vor dem Bahnhof Friedrichstraße fand eine Mahnwache aus dem heterogenen verschwörungsideologischem Spektrum gegen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung und gegen Impfmaßnahmen statt, bei der auch NS-verharmlosende Vergleiche verbreitet wurden.
Eine jüdische Organisation erhielt eine antisemitische E-Mail.
Am Anton-Saefkow-Platz wurde ein Aufkleber gemeldet, auf dem "Deutsche wehrt euch!" steht. Er wurde entfernt.
In der Große-Leege-Straße und Simon-Bolivar-Straße wurde jeweils ein Aufkleber gemeldet. Er hat im Hintergrund die Farben der Reichskriegsfahne und titelt "Heimat Freiheit Tradition". Sie wurden entfernt.
In einem Sportgeschäft eines Einkaufscenters in der Badstraße in Gesundbrunnen beleidigte gegen 14.40 Uhr ein 32-jähriger Kunde eine 21-jährige Verkäuferin auf rassistische Weise als diese ihm Beratung anbot und spuckte nach ihr. Anschließend ging er mit geballten Fäusten auf die Verkäuferin zu und machte mehrfach Ausholbewegungen in ihre Richtung. Ein 25-jähriger Zeuge versuchte daraufhin, den Angreifer mit Worten zu beruhigen, wobei ihm der Tatverdächtige mit dem Kopf gegen die Stirn schlug. Um den Mann zurückzuhalten, schritten anschließend mehrere Kunden des Geschäfts ein, wobei der 32-Jährige zu Boden ging. Mitarbeitende einer Sicherheitsfirma brachten den Angreifer schließlich zu einer Sitzbank im Einkaufscenter außerhalb des Geschäfts. Dort griff der Mann vor seiner Festnahme auch noch einen Polizeibeamten mit Fäusten an, was dieser jedoch abwehren konnte.
Ein Mann, der vorher an einer Reichsbürger*innen-Kundgebung vor dem Bundestag teilgenommen hatte, beleidigte am späten Nachmittag am Washingtonplatz vor dem Hauptbahnhof eine Gruppe von Geflüchteten aus der Ukraine mit antiziganistischen und einwanderungsfeindlich-rassistischen Sprüchen.
Ab 15.00 Uhr fand eine Kundgebung von Reichsbürger*innen und verschwörungsideologisch orientierten Friedensbewegten mit ca. 15 Teilnehmenden am Pariser Platz statt, auf der NS-Verharmlosungen im Zusammenhang mit Anti-Corona-Maßnahmen und Verschwörungsmythen aus regierungsorientierten russischen Quellen zum Ukraine-Krieg verbreitet wurden.
Ab 15:00 Uhr fand eine Reichsbürger*innen-Kundgebung vor dem Bundestag mit ca. 15 Teilnehmenden statt, auf der NS-Relativierungen verbreitet wurden.
Eine jüdische Organisation erhielt eine antisemitische E-Mail.
Es ereignete sich ein antisemitischer Vorfall. Zum Schutz der Betroffenen werden keine weiteren Informationen veröffentlicht.
In Mitte wurde eine als jüdisch erkennbare Person an einer Ampel aus einem Auto heraus mit einem homosexuellenfeindlichen Begriff beschimpft.
Eine 30-Jährige Frau wird gegen 9:20 Uhr im Vorbeigehen von einem unbekannten Mann sexistisch und anti-asiatisch rassistisch beleidigt. Die 30-Jährige wird von dem Unbekannten angespuckt und im Haar getroffen.
Am Abend zeigte ein Mann vor einer Kneipe in der Baumschulenstr. aus einer Gruppe heraus den Hitlergruß.
In Blankenburg wurden erneut mehrere Sprühereien, die sich gegen Antifaschismus wenden, entdeckt. Diese befanden sich beim S-Bahnhof Blankenburg, Alt-Blankenburg, Bahnhofstraße und Blankenburger Chaussee. Slogans waren "Fuck Antifa" (= Scheiß Antifaschismus) oder "Scheiß Antifaschismus".
In der S-Bahn S8 in Richtung Ostkreuz pöbelte ein Mann am S-Bahnhof Bornholmer Straße eine Kopftuch tragende Frau an und sagte ihr, sie solle nach Hause gehen.
Am Bahnhof Zoologischer Garten schrien zwei stark alkoholisierte weiße junge Männer eine muslimische Schwarze Frau und ihren Sohn an und drohten Ihnen mit Gewalt.
Eine Person wurde während ihre Tätigkeit als Fahrkartenkontrolleur von zwei Fahrgästen aus anti-Schwarz-rassistischen Gründen beleidigt und auf das Auge geschlagen. Aufgrund der schweren Verletzung muss er operiert werden. Zum Schutz des Betroffenen werden keine weiteren Informationen veröffentlicht.
Eine jüdische Organisation erhielt eine antisemitische E-Mail.
Eine jüdische Organisation erhielt eine antisemitische E-Mail.
Am Glambecker Ring Ecke Grumsiner Straße wurde ein antisemitischer Aufkleber entdeckt und entfernt. Der Aufkleber verweist auf einen neonazistischen Versandhandel.
Einem Gast in einem Berliner Biergarten fiel auf, dass Schweineschnitzel auch in der Variation "Z-Wort-Art" angeboten wird, was bei der gesamten Gruppe auf Irritation gestoßen ist.
An der Haltestelle Roseggerstr. in Mahlsdorf wurden mehrere extrem rechte Aufkleber, u.a. vom III. Weg und der NPD, entdeckt und entfernt.
In der U-Bahnhaltestelle Kaiserdamm in Westend wurden sieben extrem rechte und rassistische Aufkleber mit den Aufschriften "it's okay to be white" und "Bevölkerungsaustausch stoppen! Remigration jetzt" gefunden.
Eine 24-jährige Frau, die mit mehreren Freund*innen in einem Lokal sitzt, hört wie sich drei Männer antisemitisch und antifeministisch äußern. Der Besitzer der Kneipe greift ein und verweist die Männer aus der Kneipe. Einer der Männer setzt die Äußerungen fort und greift der 24-Jährigen plötzlich an den Arm und verletzt sie.
Zwei ältere Personen riefen einer Frau, die Kopftuch trug und mit zwei Kleinkindern unterwegs war, laut rassistische Parolen hinterher. Sie behaupteten, die Frau auf Kosten "der Deutschen" lebe und nur deswegen so viele Kinder hätte. Die Frau ignorierte die Pöbelei.
In Marzahn wurde ein Mann dabei beobachtet, wie er vor der Gedenk-Stele zu Ehren von Dorothee und Harald Poelchau pöbelte. Der Mann schrie lautstark antisemitische Verschwörungsmythen und rief dabei zum Mord an Juden und Jüdinnen auf. Anschließend bespuckte er die Stele, zog einen spitzen Gegenstand aus seiner Tasche und beschädigte das Denkmal. Im Anschluss fuhr er mit einem Auto davon.
An einer Rolltreppe im U-Bahnhof Turmstraße in Moabit wurde ein Aufkleber der NPD/JN-Aktion "Schülersprecher.info" entdeckt und entfernt. Auf dem Aufkleber waren viele Schwarze und wenig weiße Personen abgebildet und darüber die Überschrift: "Das ist die deutsche Minderheit an unseren Schulen."
Ein Vertreter einer demokratischen Partei hatte vor das Bucher Bürgerhaus eingeladen, um einen Spaziergang durch den Ortsteil durchzuführen. Im Vorfeld dieser Veranstaltung waren Zettel in Briefkästen verteilt worden, die dazu aufriefen zu dem Spaziergang zu gehen, um sich mit Politik und Polizei über die Situation in Buch "zu unterhalten". Rassistische Vorurteile gegenüber Geflüchteten aus Moldau und Rom*nja und Sinti*zza wurden auch in lokalen Facebookgruppen geäußert. Der Veranstalter hatte mit zwanzig Personen gerechnet, es kamen aber ca. 120 Menschen. Die Personengruppe war nicht homogen und nicht alle wollten konstruktiv reden. Einzelne Teilnehmende artikulieren, rassistische Kommentare und rassistische Vorurteile gegen Rom*nja und Sinti*zza und dass die Geflüchteten "weg müssen". Als die Polizei eintraf, verteilte sich die Menge und löste sich nach und nach auf.
In Reinickendorf-Ost wurde eine 34-Jährige und ihr 15-jähriger Sohn aus rassistischen Motiven angegriffen. Gegen 17:30 Uhr waren die beiden in einem Supermarkt in der Emmentaler Straße einkaufen und unterhielten sich in einer nicht-deutschen Sprache, als die Mutter sich von einem Mann und einer Frau, die ihr unbekannt waren, beobachtet fühlte. Nach Verlassen des Supermarkts beleidigte die Unbekannte die Mutter zunächst rassistisch und frauenfeindlich. Als diese sie aufforderte, sie in Ruhe zu lassen, rannte ihr der unbekannte Mann hinterher und schlug ihr mit der Faust gegen den Oberarm. Der Sohn ging dazwischen und wurde von dem Mann mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Währenddessen soll der Unbekannte die Mutter weiterhin beleidigt haben. Nachdem Mitarbeiter*innen des Supermarkts dazwischengegangen waren, flüchteten die Angreifer*innen mit einem Auto. Beim Vorbeifahren sollen sie der Mutter massiv gedroht haben. Die Betroffenen erlitten Blutergüsse am Kopf und Arm. Der Polizeiliche Staatsschutz ermittelt.
Ein Politiker der AfD ließ sich an Orten in Friedrichshain und Leipzig fotografieren, die als Symbole der linken Szene bekannt sind. Die Fotos wurden genutzt, um im extrem rechten Compact-Magazin einen Artikel über vermeintliche No-Go-Areas zu bebildern. Im Artikel wurde u.a. antifaschistisches Engagement als Gefahr für die Gesellschaft diffamiert.
UPDATE:
Am 26.08.22 veröffentlichte der AFD-Politiker dazu ein Video auf Youtube, in dem weitere populistische Lügen verbreitet wurden.
Am 28.08.22, nach der Veröffentlichung des Videos, wurden als Reaktion darauf in rechten Telegram-Kanälen Mord- und Gewaltphantasien gegen politische Gegner*innen gepostet (z. B. erschlagen, mit einem Maschinengewehr aufräumen).
In Rudow wurden viele extrem rechte Aufkleber sowie zwei größere Keltenkreuze gefunden und entfernt.
Eine jüdische Organisation erhielt eine antisemitische E-Mail.
Eine jüdische Organisation erhielt eine antisemitische E-Mail.