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07.10.2026   Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg

Antisemitischer Angriff auf Ladeninhaber in der Falckensteinstraße


Gegen 19:20 Uhr griffen fünf bis sechs Jugendliche den Betreiber eines Ladens in der Falckensteinstraße an. Sie beleidigten den Rollstuhlfahrer und setzten Pfefferspray gegen ihn ein. Als er laut um Hilfe schrie, rannten die Jugendlichen weg.

Hintergrund:
Am 03.10.26 hängte der Ladeninhaber Infoplakate vor seinem Laden in der Falckensteinstraße auf. Zu sehen war ein Plakat zum Tag der offenen Moschee und daneben ein Plakat gegen Judenfeindschaft, u. a. mit der Parole „Wir werden wieder tanzen“. Sie stammt von Überlebenden, die damit deutlich machten, dass sie sich dem Hamas-Terror nicht beugen werden. Der Ladeninhaber hängte die Plakate nebeneinander, um deutlich zu machen, dass jüdische und muslimische Menschen friedlich zusammenleben und feiern können sollen. Der Rollstuhlfahrer und Kreuzberger Urgestein HG wendete sich bereits seit Jahrzehnten mit seinem Angebot im "M99-Gemischtwarenladen mit Revolutionsbedarf" gegen alle Arten von Missständen. So vielfältig sein Angebot, so vielfältig ist auch seine Kundschaft. Viele kennt er bereits über Jahre, so auch die jugendlichen Täter, die ihren Antisemitismus bereits ausdrückten. Immer wieder fragten sie, ob HG Jude sei. Angebrachte Infos zur Freilassung der israelischen Geiseln oder gegen die Hamas in der Vergangenheit wurden mehrmals unkenntlich gemacht.

Mit dem Aufhängen der Plakate am 3. Oktober wurden die Bedrohungen durch die Jugendlichen massiver. Eine Gruppe von mindestens fünf Jugendlichen kam täglich in den Laden und machte deutlich, dass sie nicht in friedlicher Absicht kamen. Der Betreiber schrie jedes Mal so laut, dass sie wieder verschwanden. Der Betroffene vermutet zudem, dass der Angriff am 7. Oktober, dem Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel, kein Zufall war.

(siehe auch 08.10.26 Antisemitischer Angriff auf Ladeninhaber in der Falckensteinstraße und 09.10.26 Sachbeschädigung in der Falckensteinstraße)

Quelle: Tagesspiegel und ND vom 10.10.26, Instagram und taz vom 12.10.26
 
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