Jahresbericht 2025 des Register Charlottenburg-Wilmersdorf veröffentlicht
Das Register Charlottenburg-Wilmersdorf dokumentierte für 2025 insgesamt 428 Vorfälle und damit so viele wie nie seit Beginn der Erfassung im Jahr 2013. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um mehr als ein Drittel. Der Höchststand ist vor allem auf die deutliche Zunahme von Stickern, Schmierereien und anderer Propaganda im öffentlichen Raum zurückzuführen.
Auffällig ist, dass sich diese zunehmend gegen politische Gegner*innen der extremen Rechten richteten, insbesondere gegen Antifaschist*innen. Dies verweist auf eine zunehmende Normalisierung extrem rechter Feindbilder.
Rassismus bleibt mit 145 dokumentierten Vorfällen das häufigste Motiv und macht mehr als ein Drittel aller Fälle aus. Der Anstieg zeigt, wie stark rassistische Diskurse in alltägliche Anfeindungen übergehen. Besonders zugenommen haben Bedrohungen, Beleidigungen und Angriffe. Für viele Betroffene äußerte sich Rassismus damit konkret im Alltag als Einschränkung ihrer Sicherheit und Bewegungsfreiheit.
Antisemitismus folgt mit 93 Vorfällen als zweithäufigstes Motiv und erreichte 2025 ebenfalls einen Höchststand (2024: 70), insbesondere durch mehr Veranstaltungen und Beleidigungen im Kontext der Entwicklungen seit dem 7. Oktober 2023 in Israel und Palästina.
Angewachsen ist auch die Zahl von Veranstaltungen mit extrem rechten oder diskriminierenden Inhalten (2025: 49, 2024: 37). Ein großer Teil davon war antisemitisch geprägt (23); ein weiterer Teil war Akteur*innen der sogenannten Neuen Rechten zuzuordnen (17), für die der Bezirk seit Jahren ein wichtiger Vernetzungsraum geworden ist. Dabei zeigt sich, dass Charlottenburg-Wilmersdorf nicht nur Schauplatz einzelner Vorfälle ist, sondern eine zentrale Rolle für die Verbreitung und Normalisierung der dahinterstehenden Ideologien spielt.
Der ausführliche Jahresbericht steht als Download zur Verfügung, oder kann per E-Mail an cw@berliner-register.de als Druckversion bestellt werden.