Spaziergang für Zivilcourage durch Alt-Lichtenberg. Ein Bericht und Ausblick

https://berliner-register.de/sites/default/files/Foto%20Spaziegang%20Lichtenberg%2031052021%20.jpg#overlay-context=artikel/lichtenberg/spaziergang-f%25C3%25BCr-zivilcourage-durch-alt-lichtenberg-ein-bericht-und-ausblickDer Mai begann in Lichtenberg mit der verschwörungsideologischen und corona-leugnerischen Mobilisierung vor dem Lichtenberger Rathaus am 1. Mai - und endete am 31. Mai am selben Ort zivilcouragiert.

Am 31.5. fanden sich insgesamt 25 Menschen zum gemeinsamen Spaziergang durch Alt-Lichtenberg zusammen, die für Zivilcourage einstehen und mehr darüber erfahren wollten. Organisiert wurde der Spaziergang durch die Lichtenberger Register zusammen mit dem Stadtteilzentrum Lichtenberg Nord, um verschiedene Formen von Zivilcourage im Kiez und Bezirk vorzustellen. Hierzu erhielten die Teilnehmenden auch Beutel der Aktion Noteingang, gefüllt mit Materialien rund um das Thema Zivilcourage.
Besucht wurde der Spaziergang unter anderem von Bürgermeister Michael Grunst, der als Schirmherr der Aktion Noteingang die Möglichkeit ergriff, diese kurz vorzustellen. Von der Gedenkinitiative an Opfer rechter Gewalt in Lichtenberg sprach ein Vertreter über die Gedenkarbeit an Kurt Schneider, der 1999 durch Neonazis am Hoenerweg ermordet worden ist und für den dort dauerhaft eine Gedenkplakette angebracht werden soll. Außerdem wurden verschiedene Möglichkeiten zum ehrenamtlichen Engagement vor dem Stadtteilzentrum Lichtenberg Nord vorgestellt. Auch die Omas gegen Rechts bewarben ihre Arbeit. Diese ist besonders wichtig in einem Bezirk, in dem bis heute Neonazis wohnen und politisch aktiv sind, wie am Beispiel eines extrem rechten Treffpunkts in der Fanningerstraße aufgezeigt wurde. In der Hagenstraße wurde vor dem Kieztreff Undine noch einmal genauer erläutert, wieso sich Einrichtungen dazu entscheiden, ein Noteingang zu werden und wie dies auch in die Nachbarschaft getragen und dort bekannt gemacht werden soll. Den Abschluss bildete ein kurzes Input zu alltäglicher Diskriminierung, die im Bezirk besonders häufig im öffentlichen Raum stattfinden und den Registern am Bahnhof Lichtenberg gemeldet werden. Hier endete auch der Spaziergang mit netten Gesprächen bei bestem Wetter. An allen Stationen brachten sich die Teilnehmenden mit viel Interesse und Fragen ein.

Noch zwei weitere Aktionen sind von Seiten der Lichtenberger Register in den kommenden Wochen geplant:
Am 14. Juni treffen sich Mitglieder aus der bezirklichen Koordinierung der Aktion Noteingang und werben bei Geschäften und Einrichtungen am Roederplatz und Anton-Saefkow-Platz „von Tür zu Tür“ für eine Beteiligung an der Aktion Noteingang.
Am 1. Juli wiederum finden berlinweit Spaziergänge der bezirklichen Register statt. Wir werden als Lichtenberger Register einen Rundgang durch Hohenschönhausen organisieren, bei dem wir die vergangenen und aktuellen Mobilisierungen extrem rechter Gruppen in Hohenschönhausen ebenso thematisieren, wie verschiedene Formen von Propaganda, die uns dort gemeldet werden, oder Auseinandersetzungen von sozialen Einrichtungen mit extrem rechten Akteuren. Eine ausführliche Ankündigung folgt.

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