Jahresauswertung des Lichtenberger Registers für 2016

Die Anzahl der extrem rechten, rassistischen und diskriminierenden Vorfälle in Lichtenberg steigt weiter an. Im vergangenen Jahr 2016 wurden im Bezirk 334 Vorfälle gezählt. Das sind mehr als dreimal so viele, wie noch vor zwei Jahren (2014: 105), dem Jahr, in dem die Berlinweite Mobilisierung gegen Flüchtlinge und ihre Unterbringungen begann. Schon im letzten Jahr hatte es eine deutliche Steigerung gegeben (2015: 234).
Die rassistische Mobilisierung gegen Flüchtlinge ist weiterhin zentrales Thema aller Organisationen, die vom Register beobachtet werden. Mit 181 Vorfällen (2015: 155) machte Rassismus bei der inhaltlichen Einordnung weiterhin einen maßgeblichen Anteil der Vorfälle aus. Es ist vor allem ein großer Anstieg von Propaganda im Bezirk zu verzeichnen und das sowohl in der Anzahl der Vorfälle als in der Masse der verteilten und geklebten Propaganda. 230 Vorfälle wurden gezählt, einhundert mehr als im letzten Jahr (2015: 127). Die Veranstaltungen (2016: 52; 2015: 49) und Angriffe (2016: 25; 2015: 23) bewegten sich weiter auf einem hohen Niveau. Grund dafür war vor allem der Berlin-Wahlkampf.
Die mit Abstand meisten Vorfälle geschahen in Lichtenberg-Mitte (2016:106; 2015: 63). Hier gab es eine deutliche Steigerung, aber auch die Zahlen in den anderen Bezirksteilen stiegen an. Auf dem zweiten Platz lag Hohenschönhausen Nord (2016: 73, 2015: 67).
Mit der Lichtenberger NPD, ihrer Tarnorganisation „Kein Asylanten-Containerdorf in Falkenberg“, der „Bürgerbewegung Pro Deutschland“ und der „Alternative für Deutschland“ (AfD), sowie mehreren neonazistischen Kleinstgruppen verfügt der Bezirk über mehrere extrem rechte und rechtspopulistische Organisationen, die miteinander konkurrieren. 

Anmerkung:
Nach Redaktionsschluss der Auswertung wurden noch vier weitere Angriffe gemeldet, darunter ein rassistischer Angriff mit Todesfolge in einem Supermarkt.